Leishmaniasis in Deutschland

Sandmücken im Anflug

Wer in die Tropen reist, speziell nach Südamerika und Asien, sollte die Leishmaniasis – auch Leishmaniose genannt – kennen. Das ist eine Infektionskrankheit, die durch Sandmücken übertragen wird. Infektionen sind allerdings zunehmend auch schon im Mittelmeerraum möglich. Vereinzelte Fälle wurden sogar aus Deutschland berichtet – bei Personen, die nicht in tropischen Regionen oder im Mittelmeerraum auf Reisen waren.

Foto: picture alliance

Leishmanien nutzen die Sandmücke und als zweiten Wirt ein Wirbeltier oder auch den Menschen zu ihrer Vermehrung. Quelle: CDC-Wikipedia
Die Fotos zeigen die Abfolge des Stechvorgangs durch das Insekt. Fotos: gallinago_media – Fotolia
Läsionen der kutanen Leishmaniose heilen sehr langsam, eventuell erst im Verlauf von Jahren ab. Foto: CDC-Dr. D.S. Martin-Wikipedia
Die Hautläsionen sind im Allgemeinen nicht schmerzhaft. Foto: OKAPIA
Durch die Zunahme immunkompromittierter Patienten ist mit einer steigenden Inzidenz der mukokutanen Leishmaniose zu rechnen. Foto: Pro Dente
Verbreitungsgebiete der Leishmanien, Stand 2015 Quelle:km.zm.WHO
Flagellaten in Großansicht Foto: doc-stock

Ausgelöst wird die Leishmaniasis durch begeißelte Einzeller, also Protozoen, sogenannte Flagellaten der Gattung Leishmania. Es handelt sich um Einzeller, die als intra- zellulär lebende Parasiten nur bestimmte Wirtszellen befallen können.

Die parasitäre Tropenkrankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen, wobei drei verschiedene Formen bekannt sind:

• Die kutane Leishmaniose, die die Haut befällt. Die Erkrankung wird weiter unterteilt in die kutane Leishmaniose der Alten und die der Neuen Welt.

• Die mukokutane Leishmaniose, bei der die Schleimhaut betroffen ist.

• Die viszerale Leishmaniose, bei der die inneren Organe von den Parasiten befallen werden.

Übertragen werden die Leishmanien durch Sand- oder Schmetterlingsmücken, die vor allem in warmen Regionen heimisch sind. Entsprechend häufig ist die Infektionskrankheit im Nahen Osten, im Norden und im Osten Afrikas, in süd- und in mittelamerikanischen Ländern, vor allem in Peru und in Kolumbien, sowie in Asien und insbesondere in Indien und in Teilen von Neuseeland.

Doch auch in warmen Ländern Europas wie Spanien, Italien und der Türkei ist die Infektionskrankheit keineswegs eine Rarität. Viele der nach Deutschland importierten Erkrankungen stammen entsprechend den Angaben in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin zudem aus den Urlaubsländern um das Mittelmeer. Die Kanarischen und die Kapverdischen Inseln gelten bisher dabei als Leishmaniasis-frei.

Übertragung und Lebenszyklus

Leishmanien benötigen zu ihrer vollständigen Entwicklung zwei Wirte, die Sand- oder Schmetterlingsmücke sowie ein Wirbeltier. Die Protozoen sind Auslöser von Tierseuchen, ihr Hauptreservoir sind Nagetiere sowie Hunde und Füchse. Sie können jedoch auch auf den Menschen übertragen werden und diesen als Wirt für ihre Vermehrung nutzen.

Die Infektion erfolgt beim Stich einer infizierten Mücke, der oft zunächst unbemerkt bleibt. Im Blut der Mücke haben sich die Parasiten zur 10 bis 15 µm großen, begeißelten, sogenannten promastigoten Form entwickelt. Diese wird mit dem Speichel auf das jeweilige Tier, respektive den Menschen, übertragen. Die Flagellaten dringen an der Einstichstelle in Makrophagen ein, in denen sie zu der kürzeren amastigoten Form heranreifen, die keine Geißel trägt und dadurch unbeweglich ist. Die Leishmanien vermehren sich in den Zellen, werden anschließend aus den Makrophagen freigesetzt und können sich über die Blut- oder Lymphbahnen im Organismus verteilen und weitere Zellen infizieren.

Bei einer erneuten Blutmahlzeit einer Mücke können sie von dieser aufgenommen werden und durchlaufen im Darm der Mücken einen Reifungsprozess von der zunächst noch unbegeißelten Form in die größeren geißeltragenden Protozoen. Mithilfe der Geißel erfolgt die Fortbewegung bis in den Stech- und Saugapparat, über den die Einzeller dann beim Stich auf den Menschen oder üblicherweise das Tier als weiteren Wirt übertragen werden.

Bei in Deutschland beobachteten Fällen, bei denen eine Infektion auf Tropenreisen ausgeschlossen ist, wird angenommen, dass die Leishmanien über infizierte Hunde, Füchse oder Nagetiere, die als Reservoir fungieren, übertragen wurden. Theoretisch möglich, aber nur selten beschrieben ist laut der Leitlinie eine Übertragung durch Bluttransfusionen, durch Geschlechtsverkehr, als Laborunfall bei Nadelstichverletzungen sowie auch transplazentar. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und kann von Wochen über Monate bis hin zu Jahren reichen.

Alles zu Stand, Symptomatik, Diagnostik und Therapie – wie auch auch zur Vermeidung – verschiedener Infektionserkrankungen, die auch in einer Zahnarztpraxis vorkommen könnten.

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