Neue Leistungen in der Haftpflichtversicherung

Wenn die Kinder zündeln ...

Brandfleck im Teppich? In der Regel ersetzen Versicherungen den Zeit- und nicht den Neuwert einer Sache. Foto: akf – Fotolia.com
Kompromittierende Fotos in den Foren des Internets können ebenfalls zum Thema für die Haftpflichtversicherung werden. Foto: Joshua Resnick – Fotolia.com

Risiko Ehrenamt

In Gefahr begeben sich auch ehrenamtlich tätige Bürger. Sie wollen helfen, denken aber nicht darüber nach, dass man sie für manche Schäden haftbar machen kann. So enthalten die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GdV) den Hinweis, dass die Gefahren eines Ehrenamtes nicht unter die versicherten Leistungen der Privathaftpflicht fallen. Was bedeutet diese Klausel? Helfer, die zum Beispiel einen Transport von Hilfsgütern durchführen und einen Unfall verursachen, sind nicht versichert. Manche Anbieter schließen in ihren Bedingungen Ehrenämter im Bereich der Kranken-, Behinderten- oder Altenpflege mit ein. Häufig sichern auch Vereine ihre helfenden Mitglieder mit ab. Deshalb ist es sehr wichtig, sich genau über diese Konditionen zu informieren, bevor man eine Aufgabe übernimmt.

Wer sich zu einem neuen Vertrag entschließt, kann mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro den Beitrag noch niedriger halten. Die Versicherungen schützen sich so davor, dass die Kunden viele kleine Schäden melden. Diese bedeuten einen hohen Verwaltungsaufwand, der in keiner Relation zum eigentlichen Schaden steht. Wird es der Gesellschaft zu viel, kann sie von ihrem Sonderkündigungsrecht – das steht den Versicherten nach jeder Schadensabwicklung zu – Gebrauch machen. Makler Kühl warnt davor, es so weit kommen zu lassen. Denn die Aussicht, bei einem anderen Anbieter einen neuen Haftpflichtvertrag zu bekommen, sind schlecht. Für Betroffene hat Kühl einen Tipp: „Wem die Kündigung droht, sollte den Sachbearbeiter bitten, selbst kündigen zu dürfen. Dann kann man unbeschadet zu einer anderen Versicherung wechseln.“ Aus der Praxis weiß Kühl, dass Kündigungen sehr selten vorkommen. Für diejenigen, die sich für einen neuen Vertrag entscheiden, hält er noch einen Tipp bereit: „Wichtiger als die Höhe der Deckungssumme und des Beitrags ist die Absicherung aller Risiken.“

Im Fall der Kündigung

Wer eine neue Haftpflichtversicherung abschließen will, muss erst einmal einen neun Seiten langen Fragebogen beantworten. Das ist nötig, damit möglichst alle Risiken berücksichtigt werden. Mit im Vertrag enthalten sein sollte unbedingt die sogenannte Ausfalldeckung. Sie funktioniert wie eine umgekehrte Haftpflichtversicherung. Erleidet der Versicherte selbst einen Schaden und kann der Verursacher dafür nicht aufkommen, übernimmt die eigene Haftpflichtversicherung die Kosten. Das tut sie aber nicht ohne Einschränkungen: Der Schaden muss mindestens 2 500 Euro betragen und der Geschädigte muss alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Darüber hinaus kann man spezielle Risiken, wie sie zum Beispiel Mieter, Haus- und Grundbesitzer, Vielreisende oder Tierhalter haben, mit gesonderten Verträgen absichern.

Marlene Endruweit
Fachjournalistin für Wirtschaft
m.endruweit@netcologne.de

Info

Was nicht versichert ist

Eine Haftpflichtversicherung versichert Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Doch einige Schäden schließen die Policen aus. Dazu gehören:

• Schäden am eigenen Körper, die der Versicherte selbst verursacht hat

• Schäden, die Familienmitglieder untereinander vorsätzlich verursachen

• Schäden aus strafbaren Vergehen

• Geldstrafen und Schäden durch Vertragspflichtverletzung

• Schäden, die der Versicherte mit seinem Auto verursacht – dafür kommt die Autohaftpflichtversicherung auf

• Schäden, die der Versicherte im Betrieb verursacht – dafür kommt die Betriebshaftpflichtversicherung auf.

Info

Kinder und Haftpflicht

Kleinkinder haften bis zum Alter von sieben Jahren nicht. Zerkratzt ein Dreijähriger beispielsweise das Auto des Nachbarn, muss dieser seinen Schaden selbst zahlen. Die Eltern sind aus der Pflicht. Auf eine Ausnahme weist Kerstin Becker-Eiselen hin: „Sagt die Mutter ’Da habe ich gerade nicht aufgepasst’, hat sie fahrlässig gehandelt und die Versicherung begleicht den Schaden. Ist die Mutter sich hingegen sicher, dass sie ihr Kind keine Sekunde aus den Augen gelassen hat, zieht sich die Versicherung zurück und hält den Schaden für unvermeidbar.“

Haben Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt, springt die Versicherung ein. Wann das der Fall ist, hängt vom Alter und von der Reife ab. Als Faustformel gilt: Kinder, die jünger als vier Jahre sind, müssen von den Eltern so beaufsichtigt werden, dass diese jederzeit eingreifen können. Bei Kindern zwischen vier und sieben Jahren sollten Eltern alle 15 bis 30 Minuten mal nachschauen. Ältere Kinder kann man auch längere Zeit unbeobachtet lassen, doch sollten die Eltern wissen, wo sie sich auf-halten. Kleinere Unglücke mit Kindern passieren meistens in der Nachbarschaft oder bei Verwandten. Hier fühlen Eltern sich verpflichtet, den Schaden zu ersetzen, auch wenn sie es eigentlich nicht müssten. Dafür gibt es spezielle Haftpflichtpolicen, die auch Schäden von schuldunfähigen Kindern ersetzen.

Ältere Kinder sind während der Schulzeit und der ersten beruflichen Ausbildung in der Familienhaftpflichtversicherung mit eingeschlossen, selbst wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen. Als erste berufliche Ausbildung zählen eine Lehre und ein Studium, die ohne Unterbrechung auf- einander folgen. Wer beispielsweise nach dem Abitur auf den Studienplatz warten muss, bleibt ein Jahr lang geschützt. Jedenfalls gilt diese Regel für die meisten Tarife. Ebenfalls mitversichert bleiben Sprösslinge, die vor oder nach der Aus- bildung in den Bundesfreiwilligendienst gehen. Anders als die gesetzliche Kranken

versicherung, bei der Sohn oder Tochter sich

ab dem 25. Geburtstag grundsätzlich selbst

versichern müssen, bleibt der Familienhaftpflichtschutz bestehen, auch wenn das Studium später abgeschlossen wird. Schließt das Kind eine Lehre ab und geht dann einer Erwerbstätigkeit nach, ist der Familienschutz zu Ende. Der Nachwuchs muss sich selbst versichern, auch wenn er anschließend noch ein Studium beginnt. Das gilt ebenfalls, wenn er heiratet. Pech haben auch Referendare. Auch sie müssen eigene Verträge abschließen.

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