Laboruntersuchung zu Interdentalbürsten

Schallzahnbürste und Einbüschelbürsten im Test

Die Reinigung der Interdentalräume mit Zahnbürsten ist eine Herausforderung. Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie: die Reinigungseffizienz und gleichzeitig das Gingivaverletzungspotenzial einer elektrischen Schallzahnbürste mit Singlekopf (Waterpik) und zweier Einbüschelbürsten (Curaprox 1009; Lactona Interdental Brush) für den Interdentalbereich zu untersuchen.

Abbildung 1: Detailansicht der in der vorliegenden Studie verwendeten Bürstenköpfe: A) Waterpik Sensonic Professional SR 1000E, Interdentalbürstenkopf (Filamentlänge: 4,6–7,6 mm, Filamentduchmesser: 0,11 mm, Filamentmenge: 500), B) Curaprox 1009 «single» (Filamentlänge: 7,5–9,3 mm, Filamentdurchmesser: 0,15 mm, Filamentmenge: 500) und C) Lactona Double Single Tuft Interdental Brush (Filamentlänge: 7,5–10 mm, Filamentdurchmesser: 0,2 mm, Filamentmenge: 185) Vogel

Abbildung 2: Standardisierte Testmodelle aus einer rosa Kunststoffbasis mit aufgesetzten schwarzen Prothesenzähnen (drei Molaren, zwei Prämolaren, ein Eckzahn). Vor jedem Bürstversuch wurden die schwarzen Zähne mit Titanoxyd weiß beschichtet. Gereinigten Zahnareale stellen sich nach dem Bürsten wieder schwarz (respective grau) dar. Die Bilder zeigen die exemplarisch die Reinigungswirkung der verschiedenen Zahnbürsten: A) Waterpik, B) Curaprox, C) Lactona. Vogel
Abbildung 3: Beispiel eines Schweinekiefers nach 15, 30, 60 und 120 Sekunden Bürstdauer mit der elektrischen Testbürste: Die Ausdehnung der Gingivaverletzung im Bereich der befestigten Schleimhaut wurde zu jedem Zeitpunkt planimetrisch erfasst: A) nach 15 Sekunden, B) nach 30 Sekunden, C) nach 60 Sekunden und D) nach 120 Sekunden Eine Zunahme der dunklen Areale (Freilegung des subepithelialen anfärbbaren Gewebes) - und somit das Verletzungspotenzial - ist deutlich erkennbar. Vogel
Tabelle 1: Übersicht der in der vorliegenden Studie verwendeten Materialien und Spezifikationen zm
Tabelle 2: Medianwerte und IQR (in Klammern) der Reinigungsleistung der verschiedenen Zahnbürsten für die evaluierten Areale (mes = mesial, dist = distal, PM = Prämolar, M = Molar): Signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Zahnbürsten sind mit identischen hochgestellten Kleinbuchstaben gekennzeichnet (p ≤ 0,05; Mann-Whitney mit Bonferroni-Korrektur; vertikal zu lesen). zm
Tabelle 3: Resultate der Gingivaverletzung (Prozent verletzte Fläche; Median und – in Klammern – IQR) durch die getesteten Interdentalbürsten zu den verschiedenen Evaluationszeitpunkten: Signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Zahnbürsten innerhalb eines Untersuchungszeitpunkts sind mit identischen hochgestellten Kleinbuchstaben gekennzeichnet (p≤0,05; Mann-Whitney mit Bonferroni-Korrektur; vertikal zu lesen). zm

Die Entzündung des Zahnhalteapparats im Sinne einer Gingivitis respektive Parodontitis basiert primär auf der Etablierung eines poly-mikrobiellen Biofilms auf Zahnoberflächen. Die Reaktion der benachbarten Gewebe ist individuell und wird durch erworbene sowie genetische Faktoren moduliert.

32 Zahnmedizinstudenten im Test

Das Muster von Plaque wurde im Rahmen der ungehinderten Entstehung in einer Studie von Niklaus Lang [Lang NP et al., 1972] an 32 Zahnmedizinstudenten untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Belags- bildung in den Zahnzwischenräumen der Molaren und Prämolaren beginnt und sich danach auf die Zwischenräume der Frontzähne und später auf die bukkalen Flächen der Molaren und Prämolaren ausdehnt.

Zuletzt und am wenigsten ausgeprägt zeigten sich Ablagerungen an den oralen Zahnoberflächen. Diese Ergebnisse wurden später in einer weiteren Untersuchung von Niklaus Lang [Lang NP et al., 1977] bestätigt, die ebenfalls aufzeigen konnte, dass die Interdentalflächen am schwierigsten zu reinigen sind. Der Interdentalraum stellt daher eine Prädilektionsstelle für bakterielle Hart- und Weichgewebserkrankungen wie Karies und Gingivits/Parodontitis dar, vor allem, wenn eine ungestörte Plaqueakkumulation erlaubt wird. Deshalb sind mechanische Hilfsmittel nötig, um eine primäre Prophylaxe zu gewährleisten und gereifte Plaque, die sich nicht durch Spülen entfernen lässt, aktiv zu entfernen [Claydon N C, 2002].

Effiziente Interdentalraumpflege mit Handzahnbürsten? Schwierig bis unmöglich.

Leider kann mit normalen Handzahnbürsten keine effiziente Interdentalraumpflege gewährleistet werden, was gerade im Fall der Etablierung und Erhaltung der sekundären oralen Gesundheit (wie bei Rezessionen, Papillenverlust und Restaurationsrändern), wo diese Areale noch schwieriger zu reinigen sind, ein Problem darstellt. Dennoch reflektiert diese Präferenzliste durchaus die Wahl der meisten Patienten bezüglich Mundhygienehilfsmitteln. In Bezug auf die Zahnputztechnik mit Handzahnbürsten gibt es eine Vielzahl von Methoden, wobei landläufig einfache horizontale Techniken (Schrubben) oder zirkuläre Bewegungen, die allerdings leicht in horizontale übergehen können, bevorzugt werden.

Vergleichende Langzeitstudien sind kaum vorhanden, die Vor- beziehungsweise Nachteile der einen oder der anderen Methode zeigen [Claydon N C, 2002]. Die Basstechnik scheint bezüglich der interdentalen Reinigungskapazität der Charters-Technik unterlegen zu sein.

Ein Durchschnittsbürger betreibt Mundhygiene während etwa 60 Sekunden und entfernt dabei etwa sechs Prozent der Gesamtplaque [Claydon N C, 2002]. Die Optimierung der Zahnputzeffizienz im Sinne der einfachen Umsetzbarkeit ist daher immer noch ein wichtiges prophylaktisches und therapeutisches Ziel in der Zahnmedizin. Verbesserungen der Putzkopfdesigns herkömmlicher Zahnbürsten scheinen hier wenig Erfolg versprechend gewesen zu sein [Frandsen AM, 1986].

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