Leitartikel

Eine Neuorientierung der Kammer

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

 

ich erkläre hier nichts Neues, wenn ich darauf hinweise, dass die BZÄK wie auch die Länderkammern die gesundheits- und professionspolitischen Interessen des Berufsstands vertreten. Wir sind dem Gemeinwohl verpflichtet und unser oberstes Ziel ist der Einsatz für ein freiheitliches, zukunftsorientiertes Gesundheitswesen.

Dr. Peter Engel spricht sich für eine Neuorientierung der Kammer aus. Foto: BZÄK/axentis.de

Unsere Aufgabe ist es, eine fortschrittliche, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Zahnheilkunde zu fördern, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig sind wir aber laut unserer Satzung auch den Zahnärzten verpflichtet. Diese zwei Dinge in Einklang zu bringen, ist unser Ziel und unsere Aufgabe. So weit, so gut.

Doch jetzt kommt das Neue: Dieses Selbstverständnis tragen wir schon lange mit uns – und viel zu lange unverändert. Es wird also Zeit für ein aufgefrischtes Selbstverständnis. Auf seiner Klausurtagung Mitte Juni in Stuttgart hat sich der BZÄK-Vorstand dem Thema „Selbstverständnis der Kammern“ intensiv gewidmet und beschlossen, den Blick nach vorne zu schärfen, die Kammern zukunftsgerichtet aufzustellen und besser zu positionieren. Dazu haben wir uns intensiv beraten, mit Experten ausgetauscht und die Marsch- richtung nach vorne ausgerichtet. Unseren Weg haben wir in unserer sogenannten „Stuttgarter Erklärung“ manifestiert.

Zwei Aufgaben der Kammern werden wir künftig intensiver verfolgen und nach außen tragen:

• die Gemeinwohlverpflichtung für die Gesellschaft und

• das Einstehen für unsere Patienten und unsere Kollegen.

Der BZÄK ist es enorm wichtig, diesen Zweiklang unverrückbar in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Wir haben wichtige Herausforderungen herausgearbeitet, denen sich die BZÄK zusammen mit den Länderkammern künftig stellen muss. Unser Aufgabenspektrum muss angepasst werden. So schlägt sich beispiels- weise der demografische Wandel auch in der Finanzierung von Gesundheitsdienstleistungen und in der Berufsausübung nieder. Die Patienten fordern uns mit ihren gestiegenen Ansprüchen an Aufklärung, Information und Versorgung heraus.

Den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis muss klar werden, dass ihre eigene berufliche Autonomie stark vom autonomen Wirken der Kammern abhängt. Wir Kammern vermitteln zwischen unterschiedlichen Akteuren: zwischen Zahnärzten und Patienten, zwischen Öffentlichkeit und Politik und wir agieren innerhalb von ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Deswegen müssen wir wachsam sein und kritische Entwicklungen für den Berufsstand im Auge behalten. Dazu gehören beispielsweise die wachsenden Deregulierungsbestrebungen aus Europa, die freiberufliches Handeln infrage stellen. Dazu zählt ferner der wachsende Trend zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Zu all dem müssen sich die Kammern klar positionieren.

Die BZÄK begreift sich zunehmend als internes Netzwerk, das die Kammeraufgaben koordiniert. Dazu gehört es, den gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag zeitgemäß umzusetzen. Als eine große Herausforderung der nächsten Jahre haben wir die Digitalisierung definiert, hier geht es um ganz neue Fragestellungen im Umgang mit gesundheitsbezogenen Daten und mit Patientenschutz.

Der BZÄK-Vorstand hatte bereits im Vorfeld der Klausurtagung Arbeitsgruppen eingerichtet, die zu ausgewählten Themen Handlungsfelder definiert haben. Weitere Themen werden vom Vorstand bestimmt, um Soll- und Ist-Zustände zu identifizieren, an bestehenden Standards zu arbeiten und bundeseinheitlich neue Standards zu setzen. Wir wollen den Gemeinwohlauftrag der Kammern nicht einfach nur fortschreiben, sondern modernisieren.

Daran haben die BZÄK wie auch die (Landes-)Zahnärztekammern in Zukunft aktiv zu arbeiten. Wir haben einen Prozess in Gang gesetzt, der sich den Zukunftsthemen stellen soll: gemeinwohlorientiert, patientenorientiert, kollegenorientiert. Wer klug ist, führt gute Traditionen fort. Noch klüger ist, wer diese Traditionen an aktuellen Veränderungen ausrichtet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter Engel

Präsident der Bundeszahnärztekammer

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