Der besondere Fall mit CME

Juveniles Fibrom mit peripherem Riesenzellgranulom

Eine 32-jährige Patientin stellte sich mit einer schmerzhaften, rötlich-grauen, auf dem Alevoelarkamm liegenden, lingual betonten Schwellung in Regio 038 vor, wobei Zahn 38 gut vier Jahre zuvor alio loco entfernt worden war. Durch den nur dezent elongierten Zahn 28 kam es zu einer deutlichen Impression auf der Raumforderung (Abbildung 1). Die Zähne des dritten Quadranten waren vital, die Sensibilität der Lippe war nicht beeinträchtigt.

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CME-
PUNKTE
CME-Fortbildung
Diese Fortbildung ist abgelaufen.

Abbildung 1: Rötlich-graue Raumforderung distal des vitalen Zahns 37 mit Impression des antagonistischen Zahns 28 Foto: Bolm et al.

Abbildung 2: Ausschnitt aus der alio loco angefertigten Panoramaschichtaufnahme: leicht elongierter Zahn 28, Zunahme des Weichgewebes auf dem Alveolarkamm in regio 038 sowie relativ scharf begrenzte Transluzenz distal und kaudal des Zahnes 37 mit zentral opaker Struktur. Der knöcherne Textur auf dem Alveolarkamm krestal wirkt arrodiert. Foto: Bolm et al.
Abbildung 3: Ausschnitt der digitalen Volumentomografie in koronarer (oben links), sagittaler (oben rechts) und axialer Schicht (unten links). Unten rechts ein zweiter sagittaler Schnitt, etwas weiter lingual gelegen (Anmerkung: Die farblichen Markierungen der restlichen Bildausschnitte korrespondieren nicht mit diesem Schnitt): Gut zu erkennen ist die zentrale radioopake Masse mit transluzentem Randsaum. Der Nervus alveolaris inferior kommuniziert mit der Veränderung, und der Knochen ist nach krestal zum Alveolarkamm hin aufgelöst. Nach lingual wirkt es ebenfalls, als sei die dünne Kompakta vereinzelt arrodiert. Foto: Bolm et al.
Abbildung 4: Entferntes, partiell mineralisiertes Gewebe mit unregelmäßiger Oberfläche. Foto: Bolm et al.
Abbildung 5: Zu erkennen ist ein fibroblastenreiches Stroma, in das knöcherne Elemente eingelagert sind. Foto: Bolm et al.

In der alio loco angefertigten Panoramaschichtaufnahme (Abbildung 2) und in der zur erweiterten Diagnostik angefertigten digitalen Volumentomografie (Abbildung 3) erkennt man eine zentrale etwa 1cm x 1cm x 1cm große radioopake Masse mit transluzentem Randsaum, in den auch die Wurzelspitzen des Zahnes 37 hineinragen.

Eine alio loco aus dem knöchernen Bereich entnommene histopathologische Probe aus dieser Region ergab die Diagnose eines ossifizierendes Fibroms. Operativ erfolgte daraufhin die Exzision des pathologisch veränderten Weichgewebes und des ossifizierenden Fibromes (Abbildung 4) mittels Kürettage unter Darstellung und Schonung des Nervus alveolaris inferior. Der Zahn 37 konnte leider nicht gehalten werden.

Die histopathologische Aufbereitung (Abbildung 5) ergab die Diagnose eines juvenilen psammomatoiden ossifizierenden Fibroms mit einem synchronen peripheren Riesenzellgranulom der darüber liegenden Schleimhaut. Parathormon, Calcium und Phosphat zeigten im Serum keine Auffälligkeiten, so dass ein Hyperparathyreoidismus ausgeschlossen werden konnte. Die angebotenen Nachsorgetermine wurden durch die Patientin in der Folge leider nicht wahrgenommen.

Diskussion

Beim ossifizierenden Fibrom handelt es sich um eine scharf umschriebene Läsion, bestehend aus fibrozellulärem Gewebe mit einem unterschiedlich großen Anteil mineralisierten Gewebes. Neben dem Begriff des ossifizierenden Fibroms werden noch weitere veraltete Synonyme gebraucht, wie zementbildendes Fibrom oder zementoossifizierendes Fibrom [Barnes L et al., 2005].

Auf Basis klinischer und histologischer Eigenschaften unterscheidet man zwei weitere Läsionen, das juvenile trabekuläre ossifizierende Fibrom (JTOF) und das juvenile psammomatoide ossifizierende Fibrom (JPOF), das im vorliegenden Fall diagnostiziert wurde. Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose eines JTOF liegt bei zehn Jahren, beim JPOF bei 20 Jahren und für die allgemeinen ossifizierenden Fibrome zwischen dem zweiten und dem vierten Jahrzehnt [Barnes L et al., 2005].

Typische Lokalisationen für das ossifizierende Fibrom sind der Molarenbereich des Unterkiefers, während das JPOF in der Regel in den Nasennebenhöhlen auftritt und das JTOF im Oberkiefer [Barnes L et al., 2005]. Für das ossifizierende Fibrom zeigt sich in den meisten Studien eine deutliche Bevorzugung des weiblichen Geschlechts mit einer Ratio von 1 zu 3,2 bis 1 zu 4,3 für das weibliche Geschlecht. Ethnische Unterschiede scheint es keine zu geben [Reichart P, Philipsen HP, 2004].

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