Repetitorium: Haut- und Nagelpilzerkrankungen

Grau, braun, verdickt oder gekrümmt

Die Haut und/oder Nägel des Patienten sehen merkwürdig verändert aus? Liegt eine Pilzerkrankung, also eine Mykose, vor? Wie erkennt man Mykosen der Haut oder die Nagelpilzerkrankung, die Onychomykose? Und inwieweit ist diese ansteckend? Und: Was kann der „handschuhtragende“ Zahnarzt tun, um sich vor einer derartigen Erkrankung zu schützen?

Die sogenannten Faulecken sind typisch für eine Candidose der Mundschleimhaut. doc-stock

Mykosen, also durch Pilze verursachte Infektionskrankheiten, werden entweder entsprechend ihrer Lokalisation differenziert oder nach den auslösenden Erregern. Häufigste Verursacher sind Fadenpilze (Dermatophyten) sowie Sprosspilze (Candida).

In der Mehrzahl der Fälle liegt eine oberflächliche Mykose vor, wobei die Haut, die Schleimhaut sowie Hautanhangsgebilde wie die Nägel betroffen sein können. Möglich ist auch eine systemische Ausbreitung der Mykose, die sich insbesondere bei immunsupprimierten Menschen zu einer potenziell lebensbedrohlichen invasiven Mykose entwickeln kann.


Aus Sicht der Zahnmedizin

Auch an der Mundschleimhaut kann es zu Pilzinfektionen kommen. Am häufigsten sind dies durch den Hefepilz Candida albicans hervorgerufene Affektionen. Einige Candida-Arten leben als harmlose Saprophyten in der Mundhöhle sowie auf der Schleimhaut von Rachen, Speiseröhre, Dünn- und Dickdarm. Bei angeborener oder erworbener Immunschwäche können diese oder aus der Umwelt eindringende Hefe- oder Sprosspilze jedoch Erkrankungen auslösen. Selbst vorübergehende Beeinträchtigungen des Immunsystems wie bei der Einnahme von Antibiotika oder Cortison können der Auslöser sein.

Dies gilt in gleicher Weise auch für die Ösophagus- und die Vaginalschleimhaut. Die oberflächlichen Candida-Infektionen haben bei rechtzeitiger und konsequenter Therapie eine gute Prognose. Organcandidosen und sich systemisch ausbreitende Infektionen bis hin zur Sepsis führen jedoch in etwa 70 Prozent der Fälle zum Tod. In Deutschland sind dies etwa 40.000 Personen pro Jahr. Damit ist der Hefepilz einer der gefährlichsten Erreger.

Die klassische akute Form der Candidiasis der Mundschleimhaut imponiert als weißlicher abwischbarer Belag (pseudomembranöse Form). Die Schleimhaut darunter blutet gegebenenfalls oberflächlich nach dem Abwischen des Pilzrasens mit Watteträger oder Bürste, je nach Tiefe des Eindringens der Pilzfäden in die subepithelialen Gewebe. In der Mikroskopie kann dann die Diagnose aus dem Abstrich im Nativpräparat gestellt werden. Nach der Anzüchtung einer Kultur wird die Diagnose gesichert.
Die Schleimhaut unter Prothesen ist ins-besondere bei schlechter Mundhygiene eine Prädilektionsstelle, ebenso wie die Mundwinkel aufgrund ihrer dauernden Feuchtigkeit und Mazeration.

Bei der lokalen Candidamykose werden lokal wirksame Lösungen eingesetzt. Dies sind in erster Linie Nystatin und Amphotericin B. Eine weitere typische Pilzinfektion im zahnmedizinischen Fachgebiet ist die Aspergillose in der Kieferhöhle. Wachstumsfördernd für die inhalierten Aspergillus fumigatus-Erreger, einem Schimmelpilz, wirkt Zinkoxid. Daher sind endodontisch behandelte Oberkieferseitenzähne mit unmittelbarer Beziehung zur Kieferhöhle als Risikofaktoren anzusehen, da Zinkoxid-Eugenol in die Kieferhöhle gelangen kann. Aspergillus fumigatus ist ein saprophytischer Pilz, der Hyphen bildet, die sich dann zu einem Geflecht, dem Mycel verzweigen.

Das Aspergillom kann röntgenolgisch diagnostiziert werden und wird operativ entfernt. Bei noch funktionierender Zilienaktivität der Kieferhöhlenschleimhaut ist das Aspergillom in der Nähe des Ostium naturale und nicht am Kieferhöhlenboden zu finden. Eine darüber hinausgehende antimykotische Therapie ist in der Regel nicht notwendig.

Außer dieser lokalen Infektion kommen noch folgende Verlaufsformen vor: Aspergilles Asthma oder auch bronchopulmonale Aspergillose, die sogenannte Farmerlunge, Pilzbefall der Lunge, insbesondere bei vorhandenen Kavernen und eine systemische Infektion bei immunsupprimierten Patienten, verbunden mit hoher Letalität.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer
Leitende Oberärztin der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie
Augustusplatz 2
55131 Mainz


Dr. Dr. Peer W. Kämmerer
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock


Hautpilzerkrankungen sind bei immungesunden Menschen in aller Regel durch Dermatophyten (Fadenpilze) verursacht. Diese werden durch direkten Kontakt sowie indirekt durch Hautschuppen von Mensch zu Mensch oder auch über kontaminierte Gegenstände übertragen. Sie werden als Dermatophytose, Dermatomykose oder als Tinea bezeichnet und können praktisch in allen Hautregionen des Körpers auftreten. Häufige Lokalisationen sind der Kopf und hier speziell das Gesicht, die Hände, der Körperstamm und insbesondere die Füße.

Dermatophyten sind ubiquitär. Sie besiedeln die Hautoberfläche und kommen auch im Erdboden vor. Es werden drei Gattungen differenziert:

  • Trichophyten
  • Mikrosporen
  • Epidermophyten

Häufigster Vertreter ist Trichophyton rubrum, der Erreger haftet der Haut wie auch den Haaren an und kann auch auf Gegenständen überleben. Ein direkter Hautkontakt ist damit zur Übertragung nicht erforderlich. Der ebenfalls weit verbreitete Erreger Microsporum canis wird dagegen von Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen. Er befällt vor allem die Haare. Dagegen siedelt sich Epidermophyton floccosum bevorzugt in der Inguinalregion an und ist damit ein wichtiger Erreger der Tinea inguinalis.

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