Administration in Arztpraxen

Die Zeitfresser sind identifiziert

Für Zahnarzt- und Arztpraxen entstehen Jahr für Jahr Bürokratiekosten in Höhe von 4,33 Milliarden Euro. Das geht aus dem Bericht des Projekts „Mehr Zeit für Behandlung“ des Nationalen Normenkontrollrates (NKR) hervor, der jüngst im Bundeskanzleramt vorgestellt wurde. Zugleich werden in der Studie Vorschläge genannt, um den bürokratischen Aufwand in den Praxen zu senken.

Vor der Kulisse des Reichstages präsentierten die führenden Mitglieder der Projektgruppe, darunter Prof. Christoph Benz (BZÄK, l.) und Dr. Günter E. Buchholz (KZBV, 2. v. l.) den Bericht in Berlin. zm-sg

Die Untersuchung des NKR sollte vorrangig die bürokratischen Abläufe in Arzt- und Zahnarztpraxen auf den Prüfstand stellen, um den administrativen Aufwand zu ermessen. Als Ergebnis fördert die Studie zutage, dass Bürokratiekosten von über vier Milliarden Euro jährlich bestehen. Laut Studie ist im Durchschnitt pro Praxis eine Person 96 Tage mit der Bewältigung bürokratischer Vorgaben beschäftigt. Unterschieden wurde dabei nach Aufgaben, die der Gesetzgeber den Praxen auferlegt hat, und nach den Pflichten, die sich die unterschiedlichen Player der Selbstverwaltung (eigentlich in guter Absicht) selbst gegeben haben. Der Clou: Der weitaus größere Aufwand wird durch die Administration der gemeinsamen Selbstverwaltung verursacht. Denn es zeigte sich, dass der vertragsärztliche und der vertragszahnärztliche Bereich insgesamt rund 3,33 Milliarden Euro Bürokratiekosten auslösen, der Gesetzgebungsbereich des Gesundheitsministeriums dagegen rund eine Milliarde Euro.

Bei der Vorstellung des Berichts kommentierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Günther E. Buchholz: „Zahnärzte sind keine Verwaltungsfachangestellten und ihre Mitarbeiter sind es ebenso wenig. Sie müssen schnell und umfassend von überflüssiger Bürokratie entlastet werden, um mehr Zeit für ihren eigentlichen Auftrag zu generieren – nämlich für die Behandlung ihrer Patienten.“ Buchholz verwies darauf, dass allein für den Bereich der Selbstverwaltung 33 Informationspflichten identifiziert wurden. Als Beispiel nannte er unter anderem die sogenannte Negativdokumentation von Hygienestandards. Wolle man, dass überflüssige Bürokratie abgebaut wird, dürfe der Bericht nicht „in der Schublade verschwinden“, vielmehr müssten die Handlungsempfehlungen umgesetzt werden.

Die Negativ-Dokumentation

KZBV-Vize Günther E. Bucholz führte aus: „Täglich muss jede der etwa 45.000 Praxen einen Hygiene-Dokumentationsbogen ausfüllen. Pro Jahr wird damit so viel Papier beschrieben, dass eine 14 Kilometer lange Reihe von Aktenordnern entstehen würde. Und weil wir diese Papierflut fünf Jahre lang aufbewahren müssen, entsteht ein „Aktenordner-Lindwurm“, der etwa die Länge von Berlin bis nach Zahna-Elster bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt hat.“

Für die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) betonte Vizepräsident Prof. Christoph Benz, dass die Zahnärzteschaft bereits seit Jahren auf die steigenden Belastungen der Zahnarztpraxen durch überbordende bürokratische Reglementierungen hinweist. Durch die stetig zunehmende Verwaltungstätigkeit in den zahnärztlichen Praxen bleibe immer weniger Zeit für die Patientenbehandlung. Wenn die Niederlassung in Einzelpraxen, mit der hierzulande eine hochwertige und flächendeckende zahnärztliche Versorgung garantiert wird, weiterhin attraktiv bleiben soll, dürfe man gerade junge Kollegen, die in die Versorgung einsteigen, nicht durch überbordende Bürokratieaufgaben hindern. „Mit dem Projekt bestand endlich die Chance, der gefühlten Bürokratie konkrete Zahlen entgegenzusetzen“, so Benz. Die ermittelten Zahlen seien ernüchternd.

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