Flüchtlingsversorgung

Behandlungshilfen für Kollegen

Trotz bisweilen chaotischer Zustände: Überall im Land wird in den Praxen oder in den Erstaufnahmestellen den ankommenden Flüchtlingen (zahn-)medizinisch geholfen, vielfach ehrenamtlich. Doch welche Information und Unterstützung erfahren die Helfer, die Zahnärzte vor Ort? Die zm haben sich bei Kammern und KZVen umgehört und die Internetpräsenzen gecheckt. Die Ergebnisse wurden themenbezogen und exemplarisch in Linklisten zusammengefasst.

Die Unterstützung für die Zahnärzte in den Praxen durch die zahnärztlichen Institutionen der Bundesländer ist mannigfaltig. Andrey Popov – Fotolia.com

Aufgenommen in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Berlin: Wie in einer Arztpraxis auch, geht’s dort ebenfalls der Reihe nach. zm-sf

Am Anfang stand die Not – und eine Idee. Denn die zunehmende Zahl von Asylbewerbern stellt auch die Zahnärzte vor immense Herausforderungen. Neben Fragen über die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gewährten (eingeschränkten) Behandlungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sind es vor allem Sprachbarrieren, die die Kommunikation und die Behandlung von Patienten aus Afrika, dem Nahen Osten oder Osteuropa erschweren. Durch Gespräche mit Zahnärzten, die direkt mit der Behandlung von fremdsprachigen Patienten zu tun haben, fasste Gisela Sandmann, Zahnärztin und Referentin für „Vorbeugende Zahnheilkunde und Koordination mit zahnärztlichen Vereinen“ beim Zahnärztlichen Bezirksverband Niederbayern (ZBV), einen Entschluss: Anamnese- und Patienteninformationen müssen her. Und dies in Sprachen, die nicht nur in Niederbayern bisher recht selten zu hören waren.

Fremdsprachige Anamneseformulare

Gedacht, getan: Mithilfe von Freunden, Kollegen und Verwandten entwickelte sie Anamnesebögen nicht nur in Englisch oder Französisch, sondern etwa auch in Syrisch-Arabisch oder Ampharisch, einer Sprache, die in Äthiopien und in Eritrea gesprochen wird. „Hier haben mir die Behörden den Kontakt zu einer sehr hilfsbereiten Studentin der Hochschule Deggendorf vermittelt“, erzählte sie in einem Interview im Bayerischen Zahnärzteblatt. Das Ergebnis: Anamnese- und Aufklärungsbögen in neun Sprachen, die fortan auf die Internetseite des ZBV gestellt wurden. Und weil sich die zahnärztlichen Kollegen zwischen Flensburg und Garmisch mit den gleichen Problemen konfrontiert sahen, übernahmen KZVen und Kammern aus ganz Deutschland wie etwa in Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein, Schleswig-Holstein oder Westfalen-Lippe die Bögen als Aufklärungsvorlage und bieten sie seitdem ihren Mitgliedern als Hilfe an.


Anamnesebögen zum Download und Infos zu Rechtsgrundlagen

Um Sprachprobleme im Umgang mit Asylbewerbern zu bewältigen, bieten diverse KZVen und Kammern unterschiedliche fremdsprachige Formulare. Unsere Linkliste zeigt, wo Sie sie bekommen.

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Für eine erfolgreiche zahnmedizinische Behandlung von Asylbewerbern braucht es mehr als allein fremdsprachige Anamnesebögen. Lesen Sie, welche rechtlichen Grundlagen Sie kennen müssen.

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Fragebögen für Notfälle

Neben den Anamnesebögen stellen etwa die Kammer und die KZV in Westfalen-Lippe (nicht nur) im Internet ihren Mitgliedern umfangreiches Material zur Verfügung. Auch die Nordrheiner bieten, das muss gesagt sein, wie sämtliche anderen Kammern und KZVen bundesweit umfangreich Formulare an, aus verschiedenen Quellen: Um die Sprachenvielfalt so groß wie möglich zu gestalten, haben sie etwa die Anamnese- und Aufklärungsbögen von Gisela Sandmann vom ZBV Niederbayern übernommen und um gesonderte Anamnesebögen des Mainzer Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“ und der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz ergänzt. Zudem verweisen sie auf Therapiepläne für die Gabe von Medikamenten, die vom Stuttgarter „Verein für bildgestützte Sprachförderung und Kommunikation e. V./„Bild und Sprache e.V.“, einem Verbund, der sich der besseren Kommunikation nicht nur in der Medizin verpflichtet fühlt, gestaltet wurden.

Die Angebote der Kammer in Nordrhein waren dann wiederum Vorbild für die Bremer Kammer zu deren Unterstützung der Kollegen vor Ort. Anderes Beispiel für den Mix der Anamnesebögen-Vorlagen im Dienste der besten Information für die zahnärztlichen Kollegen in den Praxen: Auch die KZV Rheinland-Pfalz nahm sich Vorlagen der Mainzer Initiative „Armut und Gesundheit“ zum Vorbild.

Überall im Land helfen Zahnärzte den ankommenden Flüchtlingen, vielfach ehrenamtlich. Doch wie kommuniziert man mit den Patienten, wie wird abgerechnet? Hier finden Sie Tipps für die Praxis.

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