Schmelzdefekte an Kinderzähnen

Die relativ sichere Diagnose MIH

Die Diagnostik der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) birgt einige Fallstricke. Ähnlichkeiten und Überlagerungen mit länger beziehungsweise besser bekannten Erkrankungen – zum Beispiel der Amelogenesis imperfecta oder der Dentalfluorose – sowie die bisher immer noch nicht geklärte Ursache der MIH stehen der Diagnostik häufig im Weg.

Ein grundsätzliches Problem besteht darin, dass die MIH erst Jahre nach dem Zeitpunkt der Schädigung eintritt, damit also einer aktuellen Anamnese beziehungsweise der Verknüpfung zu unmittelbar zuvor statt gefundenen Ereignissen nicht zugänglich ist [Weerheijm et al., 2001; Lygidakis et al., 2010]. Andererseits ist die MIH in ihrer Definition immer noch als so neu einzustufen, dass noch nicht jeder Zahnarzt damit konfrontiert wurde. Da sie prinzipiell umso häufiger aufzutreten scheint, je größer der Kariesrückgang der Bevölkerung ist, gibt es inzwischen bei vielen Kollegen die Motivation, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden.

In einer großen Zahl der Fälle waren die jungen Patienten bis zum Durchbruch der ersten bleibenden Zähne beschwerdefrei und hinsichtlich der Zahnbildung unauffällig (Abbildung 1). Gegebenenfalls haben sie eine Karieserfahrung oder (meist erst spät(er) entdeckte) Hypomineralisationen im Milchgebiss (Abbildung 2). Bei den Patienten (und deren Eltern) entsteht dann eine große Unsicherheit, weil der Durchbruch der Zähne fast regelhaft von Schwierigkeiten und Beschwerden begleitet wird. Oft machen sich die Eltern Vorwürfe, sie hätten nicht ausreichend auf die Gesundheit ihrer Kinder geachtet.

Da die MIH ein paar Ähnlichkeiten mit der Amelogenesis imperfecta aufweist, wird sie oft mit dieser verwechselt. Doch dieser Verdacht führt auf die falsche Fährte und ist häufig ein Grund für ein „Zuviel“ an Sorge, denn die Amelogenesis imperfecta würde alle Zähne der bleibenden Dentition betreffen, ganz im Gegensatz zur MIH. Der Behandlungsumfang im Vergleich zur MIH wäre damit um ein Vielfaches größer.

Darüber hinaus würde die tatsächliche Diagnose „Amelogenesis imperfecta“ auch bedeuten, dass in fast 100 Prozent der Fälle eine erbliche Komponente beteiligt sein müsste, und dementsprechend mindestens ein Elternteil entweder Träger des geschädigten Gens (= selbst betroffen) oder aber Überträger des geschädigten Gens (= klinisch nicht sichtbar betroffen) sein müsste. Für fast alle Eltern ist die Vorstellung, sie könnten eine Erkrankung auf ihr Kind / ihre Kinder übertragen (haben), nur sehr schwer zu ertragen. Dies ist aber bisher für die MIH nicht nachgewiesen. Deshalb ist große Umsicht im Aufklärungsgespräch mit Patient und Eltern angebracht, um keine falschen Ängste und/oder Selbstvorwürfe zu schüren.

Bei der systemisch bedingten Hypomineralisation können beide Dentitionen betroffen sein. Hier sehen Sie verschiedene Therapieoptionen.

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