Reine Zahnarzt-MVZ jetzt möglich

So bewertet die KZBV die neue Rechtslage

„Das Wesen der MVZ liegt in der fachübergreifenden Versorgung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr.Wolfgang Eßer. Darchinger
„Preiskampf geht zulasten einer flächendeckenden Versorgung,“ Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr.Wolfgang Eßer. Darchinger
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr.Wolfgang Eßer sagte: „Eine Lockerung der Anstellungsgrenzen muss für Praxen und MVZ gelten.“ Darchinger

So bewertet die KZBV die neue Rechtslage

Aber muss man bei der Frage der Anstellungsgrenzen nicht auch berücksichtigen, dass die Niederlassungszahlen deutlich rückläufig sind und der Trend bei den jungen Zahnärzten immer mehr zur Anstellung geht? Insoweit wären MVZ ohne Anstellungsgrenzen doch eine Chance, dem Rechnung zu tragen.

In der Tat ist in der sogenannten „Generation Y“ die Niederlassungsbereitschaft tendenziell deutlich geringer ausgeprägt, viel mehr wird dort zunehmend ein Angestelltendasein angestrebt. Aspekte wie eine positive „Work-Life-Balance“, familienfreundliche Arbeitszeiten und generell eine gewisse Risikoscheu stehen insoweit im Vordergrund. Verstärkt wird das noch dadurch, dass der Frauenanteil unter den zahnmedizinischen Absolventen immer größer wird, denn für junge Frauen spielen die genannten Aspekte eine umso größere Rolle.

Hält dieser Trend an, wird man hierauf perspektivisch sicherlich reagieren müssen. Aber zum einen ist es ja lange nicht so, dass es für Anstellungswillige keine Anstellungsplätze in der Praxislandschaft gäbe und daher die MVZ deren letzte Rettung wären. Zumal auch die Frage erlaubt sein muss, ob insbesondere investorengeführte, stark renditeorientierte Groß-MVZ mit dann vermutlich strengen Businessplänen überhaupt so ein Paradies für angestellte Zahnärzte wären.

Und zum anderen besteht eine sachangemessene Reaktion auf das rückläufige Niederlassungsverhalten bestimmt nicht darin, nunmehr eine hinsichtlich der Anstellungsgrenzen bevorteilte und somit gegenüber den Praxen wettbewerbsprivilegierte Versorgungsform als „Auffangbecken“ für Niederlassungsunwillige zu schaffen.

Ein Problem sind – neben den generellen Generationsunterschieden – sicherlich auch die Umstände, die die klassische Niederlassung in eigener Praxis zunehmend schwieriger und unattraktiver machen: Nach wie vor bestehende Vergütungsbeschränkungen wie zum Beispiel die – wenn auch inzwischen gelockerten – Budgetgrenzen, Punktwertdegressionen, überbordender Verwaltungsaufwand oder überzogene Hygieneanforderungen auf Klinikniveau.

Hier sollte man zuallererst ansetzen, um die Niederlassung generell attraktiver zu machen. Und wenn das nicht reicht, muss man auf zweiter Stufe über ergänzenden Maßnahmen nachdenken, etwa über eine gewisse Lockerung oder Flexibilisierung der Anstellungsgrenzen. Aber dies dann für Praxen und MVZ gleichermaßen, ohne die eine Versorgungsform auf Kosten der anderen zu bevorteilen.

Losgelöst von der Frage der Anstellungsgrenzen weisen die MVZ aber auch gewisse andere Besonderheiten gegenüber der klassischen Praxis auf, zum Beispiel die Haftungsbeschränkung bei Gründung einer GmbH als MVZ-Trägerin, die ja sogar als Ein-Personen-Gesellschaft möglich ist. Könnten die MVZ nicht insoweit vielleicht auch einen Beitrag leisten, der zunehmenden Niederlassungsunwilligkeit entgegenzuwirken?

Ehrlich gesagt, kann ich mir aber kaum vorstellen, dass ein Jung-Zahnarzt, der keine eigene Praxis gründen will, allein wegen der von Ihnen angesprochenen Haftungserleichterungen nun ein eigenes Zahnarzt-MVZ gründet. Die Angst vor einer möglichen Pleite spielt bei der Niederlassungsfrage meines Erachtens eine untergeordnete Rolle, denn die Insolvenzquote von Zahnarztpraxen ist doch sehr gering.

Überdies wird gerne übersehen, dass auch bei der MVZ-Gründung in Gestalt einer haftungsbeschränkten GmbH gesetzlich vorgeschrieben ist, zusätzliche Sicherheiten, etwa in Gestalt selbstschuldnerischer Bürgschaften, zumindest für die Forderungen der Kassen und der KZVen zu erbringen. Und im Übrigen muss man auch im Blick haben, dass die Kreditwürdigkeit einer GmbH unter Umständen von möglichen Kreditgebern etwas negativer beurteilt wird als bei den klassischen Niederlassungsformen. Ganz so einfach ist es mit der Haftungsbeschränkung also sicherlich auch nicht.

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