Osteolyse nach Frontzahntrauma

Vollständige ossäre Regeneration

Abbildung 2: Zahn 21 aus ausgedehnter apikaler Osteolyse 24 Monate nach dem erlittenen Trauma. Kaup/Septodont
Abbildung 3: Zehn Monate nach Behandlungsbeginn und Kalziumhydroxyd-Einlage: Reduktion der apikalen Osteolyse. Kaup/Septodont
Abbildung 4: Nahezu vollständige knöcherne Regeneration des ossären Defekts 22 Monate nach Behandlungsbeginn und Kalziumhydroxid-Einlage. Kaup/Septodont
Abbildung 5: Zustand nach apikaler Füllung mit Biodentine und koronaler Rekonstruktion mit Komposit. Kaup/Septodont

Schwierige Ausgangssituation

Der vorgestellte Behandlungsfall vereinte die schwierige Ausgangssituation einer ausgedehnten apikalen Osteolyse bei einem jugendlichen Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum. Klassische Wurzelkanalaufbereitungstechniken mit Präparation eines apikalen Stopps und die Obturation mit Guttapercha waren wegen des weit offenen apikalen Foramens nicht möglich. Die dünnen, fragilen und frakturgefährdeten Dentinwände erschwerten die Ausgangssituation zusätzlich.

Therapie der Wahl für die durchzuführende Apexifikationsbehandlung war in der Vergangenheit die wiederholte Einlage von Kalziumhydroxidpräparaten, um eine apikale Hartgewebsbarriere zu induzieren, die abschließend eine Wurzelkanalfüllung ohne Überpressen von Füllungsmaterial ermöglichte [Frank A L, 1966]. Seit 1999 wurde von Torabinejad et al. die Verwendung eines alkalischen Portlandzements (Mineral Trioxide Aggregate) als artifizielle apikale Barriere für solche Behandlungsfälle empfohlen [Torabinejad M et al., 1999]. Ein wesentlicher Vorteil dieser Behandlungsmethode ist ein zügigerer Behandlungsverlauf mit – in der Regel – wenigen Behandlungssitzungen.

Die Frage der heute vorzuziehenden Behandlungsmethode für solche Behandlungsfälle ist nicht eindeutig zu beantworten. Bewertet man die vorliegenden Studien und Metaanalysen, kann für die Verwendung von Kalziumhydroxid eine Heilungsrate von 95 Prozent bei einer großen klinischen Datenlage und einigen Langzeitergebnissen klinischer Studien festgestellt werden. Bei der Verwendung von Mineral Trioxide Aggregat (modifizierter Portlandzement) bemängeln dieselben Autoren eine geringe Datenlage insbesondere bei Langzeitstudien.

Noch keine eindeutigen Empfehlungen

Die ausgewerteten Studien werden mit einer durchschnittlichen Heilungsrate von 89 Prozent beschrieben. Aus diesem Grund kann man nach Einschätzung von Bakland und Andreasen zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht zur eindeutigen Empfehlung kommen, statt Kalziumhydroxid nun alkalische bioaktive Zemente zu verwenden, da die klinische Datenlage noch zu gering ist. Bis zu einer eindeutigen Empfehlung sind klinische Langzeitstudien durchzuführen [Bakland L K et al., 2012].

Weitere Metaanalysen mit dem Blick auf den klinischen Erfolg und die Ausbildung einer apikalen Barriere im Vergleich der Anwendung von Kalziumhydroxid versus Mineral Trioxide Aggregat kommen zu keinen statistisch signifikanten Unterschieden bei beiden Behandlungsweisen [Chala S et al., 2011; Tate A R, 2012]. Bei der Verwendung von Kalziumhydroxid ist eine Versprödung des Dentins und damit eine erhöhte Frakturgefahr der bei diesen Fällen schon vorgeschädigten und geschwächten Wurzeln bekannt [Cvek M, 1992; Al-Jundi S H, 2004]. Bei dem alkalischen, modifizierten Portlandzement wird dies kontrovers beschrieben. Einige Autoren beobachten ebenfalls eine Schwächung des apikalen Dentins [White J D et al., 2002; Twati W A et al., 2009] andere können dies als Ergebnis ihrer Untersuchungen nicht bestätigen [Hatibovi-Kofman S et al., 2008].

Zum verwendeten Zement liegen bislang ebenfalls wenige klinische Daten vor. Da es sich hier jedoch auch um einen alkalischen, bioaktiven Zement handelt, der in der Lage ist, Kalziumhydroxid freizusetzen, ist nach derzeitiger Einschätzung von einer vergleichbaren Wirkungsweise und Biokompatibilität auszugehen [Laurent P et al., 2008].

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