So sicher wie möglich

Bezahlen im Netz

Per Kreditkarte, auf Rechnung, mit Paypal oder Sofortüberweisung - im Netz kann man auf verschiedene Arten bezahlen. Doch nicht alle Verfahren bieten den gleichen Komfort und denselben Sicherheitsstandard. Wer online shoppen geht, sollte sich gut informieren, um gegen Betrug gewappnet zu sein.

Wer in den Sofamodus geschaltet hat, sollte beim Shoppen im Netz nicht leichtfertig seine Daten preisgeben. In puncto Sicherheit schon vieles richtig macht, wer seine Passwörter gut versteckt, diese auch mal wechselt und sein Konto beobachtet. JiSign-Fotolia

Gestresste Zahnärzte und berufstätige Mütter genauso wie heranwachsende Teenager wissen es zu schätzen, wenn sie gemütlich mit dem Laptop vom Sofa aus auf Shopping-Tour gehen können. Man wählt in Ruhe aus und bekommt die Dinge ins Haus geliefert. Überfüllte Innenstädte und genervte Verkäufer bleiben einem erspart. Der Online-Einkauf wächst seit Jahren ungebremst. Allein für 2015 prognostiziert das Statistik-Portal Statista einen E-Commerce-Umsatz in Deutschland von 42 Milliarden Euro.

Bezahlt wird auf verschiedene Arten: auf Rechnung, mit Kreditkarte, per Lastschrift oder mithilfe eines Bezahldienstes. Alle bieten Vor- und Nachteile. Vor dem Komfort sollte beim Bezahlen jedoch unbedingt an die Sicherheit gedacht werden. Um diese zu erhöhen, will die EU die Zahlungsdienstrichtlinie überarbeiten. Dazu der zuständige Kommissar Jonathan Hill: „Sie wird dafür sorgen, dass elektronische Zahlungen in Europa für die europäischen Verbraucher sicherer und bequemer werden.“

Erreichen will er das zum Beispiel mit einer Verschärfung der Sicherheitsanforderungen an den Vorgang der elektronischen Zahlungen. Außerdem soll die Haftung der Verbraucher für nicht autorisierte Zahlungen verringert und Lastschriften in Euro sollen bedingungslos erstattet werden. Wegfallen sollen auch alle Aufschläge, die zum Beispiel beim Zahlen mit Kreditkarte anfallen – und zwar unabhängig davon, ob die Karte im Geschäft oder online zum Einsatz kommt.

Doch zurzeit fließt das Geld im Netz noch nach den alten Regeln. Und kriminelle User nutzen die Schwachstellen, um sich zu bereichern. Die größte Gefahr lauert beim sogenannten Phishing: Um an Kontodaten und Passwörter zu gelangen, verschicken Netz-Betrüger gefälschte E-Mails, in denen sie sich als Bank oder Bezahldienst ausgeben. Unter einem Vorwand wird der Kunde aufgefordert, seine Daten auf einer Seite einzutragen, die der des jeweiligen Unternehmens sehr ähnlich sieht. Wer genau hinschaut, erkennt die Fälschung aber meist sofort.

Rechtschreibfehler oder unpersönliche Anreden sind untrügliche Indizien. Diese Mails sollte man unbedingt sofort löschen. Im Zweifel empfiehlt es sich, die Bank oder den Dienst anzurufen. Bei Diensten, die das Hinterlegen von Daten verlangen, ist das Risiko eines Datendiebstahls immer gegeben. Bei Paypal und eBay konnten Hacker Millionen Adressen und Namen stehlen, um dann Phishing-Mails zu verschicken.


Die verschiedenen Bezahlsysteme

Von den Verfahren, die derzeit zur Verfügung stehen, gelten wenige als besonders sicher, am weitesten verbreitet sind Bezahldienste, auf andere verzichtet man am besten ganz:

Das Bezahlen per Rechnung ist laut dem Verbraucherportal „Finanztip“ „für den Kunden die mit Abstand sicherste Methode“. Der Kunde muss erst bezahlen, wenn er die Ware in Empfang genommen und geprüft hat. Anschließend überweist er die Kaufsumme. Diese kundenfreundliche Bezahlvariante mögen die Händler nicht, tragen sie doch ein erhebliches Risiko, dass sie ihr Geld nicht bekommen.

Ebenfalls als sicher gilt die Lastschrift. Dabei erlaubt der Kunde dem Händler, den Kaufbetrag von seinem Konto einzuziehen. Er gibt also sensible Daten im Netz preis. Deshalb ist unbedingt auf eine verschlüsselte Übertragung der Daten zu achten. Von der Bank eingezogene Beträge können Kontoinhaber innerhalb von acht Wochen wieder zurückholen. Leider bieten nur wenige Händler diese Methode an.






Anders als in Deutschland gilt die Kreditkarte international als das Mittel der Wahl beim Bezahlen. Deshalb bieten viele Onlineshops den Kauf per Karte an, manche sogar ausschließlich. Das Verfahren erlaubt eine schnelle Abwicklung: Der Kunde gibt seine Kartendaten ein und der Händler kann die Bestellung sofort abwickeln.

Allerdings gibt es dabei Sicherheitsrisiken, weil sensible Daten im Netz veröffentlicht werden. Käufer sollten daher unbedingt darauf achten, dass sie nur über eine verschlüsselte Verbindung bezahlen: Merkmale sind das Zeichen „https“ und ein kleines Vorhängeschloss. Gibt es Unstimmigkeiten, kann man sich sein Geld über die Kartenfirma zurückholen.

Wer die Eingabe seiner Kontodaten direkt auf der Webseite des Händlers vermeiden will, kann ein Bezahlsystem nutzen. Dort registriert man sich einmal mit seinen sensiblen Daten. Auf der Homepage des Händlers klickt man den gewünschten Dienstleister an und gibt nur die persönlichen Zugangsdaten ein. Dieser bucht das Geld ab und überweist es an den Händler.Wer zum Beispiel Paypal, Click&Buy oder Moneybookers nutzt, muss dort zunächst ein Konto eröffnen.

Dazu ist die Eingabe der Kontodaten oder der Kreditkarte nötig. Bei der Anmeldung muss der Nutzer außerdem einen Benutzernamen und ein Passwort festlegen. Der Kunde überweist die Kaufsumme auf dieses Konto, von dem der Händler anschließend den vereinbarten Betrag abbucht. Treten Probleme auf, hat der Kunde die Möglichkeit, sich an den Bezahldienst zu wenden.

Giropay und Sofortüberweisung arbeiten nach einem anderen System. Die Bezahlung läuft direkt über die Hausbank. Der Händler erhält sofort eine Bestätigung, dass das Geld auf dem Weg ist. Er kann die Ware also sofort losschicken. Sofortüberweisung verlangt auch Daten wie Pin und Tan.

Käufer sollten unbedingt auf eine verschlüsselte Verbindung achten. Zurückbuchen können sie ihr Geld nur, wenn der Händler den „Käuferschutz“ von Sofortüberweisung verwendet. Bei Giropay gibt es keine Möglichkeit der Zurückbuchung. Ähnlich wie Giropay und Sofortüberweisung wird auch der neue Bezahldienst der deutschen Banken und Sparkassen funktionieren. Pay Direkt soll Ende dieses Jahres eingeführt werden.

Im Gegensatz zum Bezahlen auf Rechnung geht bei der Vorkasse der Kunde das Risiko ein, dass der Händler nicht ordnungsgemäß liefert. Gibt es Probleme, kann der Kunde das überwiesene Geld nicht einfach zurückbuchen. Käufer sollten sich nur in Notfällen auf diese Zahlweise einlassen.

Gibt es keine andere Möglichkeit, weil der Händler zum Beispiel nur Spezialanfertigungen verkauft, kann man sich im Netz über die Seriosität des Anbieters informieren. Informationen liefern Erfahrungsberichte von anderen Kunden. Auch ein ordentlich gestaltetes Impressum mit allen Kontaktdaten des Händlers gilt als ein Zeichen von Seriosität

Mit dieser Methode lässt sich das Online-Bezahlen vermeiden. Bei der Lieferung des Pakets kassiert der Bote die Kaufsumme in bar. Zusätzlich zu den Versandkosten muss der Kunde noch eine Gebühr für das Inkasso berappen. Die beträgt zum Beispiel bei der Post-Tochter DHL zwei Euro. Andere verlangen bis zu zwölf Euro. Die Shops sind verpflichtet, alle Gebühren auf der Homepage anzugeben.

Nachteilig ist auch, dass der Empfänger keine Zeit hat, die Ware auf Vollständigkeit und Qualität zu prüfen. Und es gibt noch einen dritten Nachteil bei dieser Bezahlart: Trifft der Bote den Empfänger nicht an, kann er das Paket nicht beim Nachbarn oder in der Paketstation abgeben. Er nimmt es mit zurück und der Kunde muss weite Wege zu den Dependancen der Paketdienste in Kauf nehmen.


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