ZFA 2015

Ein Job, viele Perspektiven

211.000 ZFA und Azubis arbeiten in Deutschlands Zahnarztpraxen. Der Job ist anstrengend und anspruchsvoll – genau deswegen macht er den meisten Mitarbeiterinnen so viel Spaß. Was sich verändern muss, damit das so bleibt.

Zukunftsberuf ZFA: Ein Job mit tollen Chancen - wenn alle mitziehen. F1online

Das motiviert: Die Azubis wenden die Theorie aus der Berufsschule in der Praxis an. F1online
Zugewandt, freundlich und patent: Die ZFA ist eine echte Kommunikationsexpertin. F1online
Sie versteht nicht nur viel von Zahnerhalt und Prophylaxe, sie macht auch die Abrechnung und kümmert sich um die Materialbeschaffung. F1online

Wer ist Lehrling? Jedermann!“ Gestern vielleicht hatte diese Weisheit noch Bestand, heute herrscht der „war of talents“: Unis und Betriebe buhlen ohne Unterlass um motivierten und leistungswilligen Nachwuchs. Mit dem Ergebnis, dass die klassische Lehre auf dem Arbeitsmarkt zunehmend an Boden verliert: 2013 entschieden sich erstmals – wenn auch knapp – mehr Schulabgänger für ein Studium als für eine Ausbildung.

Acht Jahre zuvor standen den 350.000 Erstsemestern noch 520.000 Azubis gegenüber. Setzt sich der Abwärtstrend fort, starten 2030 laut Bertelsmann-Stiftung 16,7 Prozent weniger Frauen und Männer als heute eine duale Ausbildung. Das Studium bricht dagegen nur um 2,2 Prozent ein.

Was ZFA wollen

Im Gegensatz dazu melden die Zahnärztekammern zum Herbst 12.476 neu abgeschlossene ZFA-Ausbildungsverträge – 3,96 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach wie vor rangiert die ZFA unter den Top Ten der beliebtesten Lehrberufe junger Frauen – aktuell belegt sie Platz 5.

Fragt man Prof. Dietmar Oesterreich, täuschen diese positiven Zahlen allerdings nicht darüber hinweg, dass auch die Zahnärzte vor der Herausforderung stehen, sich verstärkt um qualifizierten Nachwuchs zu bemühen. „Generell wird es immer schwieriger, qualifizierte Auszubildende für den ZFA-Beruf zu gewinnen. Eine wichtige Aufgabe des Berufsstands wird sein, Praxispersonal möglichst frühzeitig zu suchen, zu finden und zu binden“, betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer – nicht ohne in diesem Zusammenhang auf die guten hiesigen Rahmenbedingungen für gelernte ZFA hinzuweisen.

Denn im Unterschied zu anderen Ländern hat die Berufsbildung in Deutschland einen sehr guten Ruf und ist „als wichtigster Ausbildungsweg fest in der Gesellschaft verankert“, wie die Autoren des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in ihrer Studie zur Ausbildungssituation in Europa schreiben. Für sie ist unsere duale Ausbildung ein Erfolgsmodell – insbesondere weil die Unternehmer selbst an der Ausbildung mitwirken und Jugendliche dadurch optimal auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet werden. Mit anderen Worten: direkter Jobeinstieg statt Ausfahrt Arbeitslosigkeit.

Was aber schätzen Frauen – und einige versprengte Männer – an dem Beruf der ZFA? Wer in der Praxis sein Team aufbauen und stärken will, kommt um diese Gretchenfrage nicht herum. Vor allem die Konditionen und Perspektiven sind ausschlaggebend, meint D.M.D./Univ. of Florida Henner Bunke, Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen und bei der BZÄK zuständig für zahnärztliche Mitarbeiterinnen.

„Pluspunkte sind vor allem die ortsnahe Ausbildung, ein krisenfester Arbeitsplatz (von Arbeitslosigkeit sind ZFA nämlich vergleichsweise selten betroffen) und hervorragende Qualifizierungsmöglichkeiten, an deren Ende sogar die Hochschulzugangsberechtigung stehen kann.“ Ein großes Pro darüber hinaus: die Vielfalt, wie Dr. Thomas Einfeldt, Vizepräsident der Zahnärztekammer Hamburg, ergänzt. Dadurch dass die Ausbildung alle Inhalte des Berufs abdeckt, können die ausgelernten ZFA später universell in der Praxis eingesetzt werden: von der Assistenz am Stuhl bis hin zur Abrechnung als Teil der Verwaltung.


Info

In Ländern mit dualem Ausbildungssystem kommen Jugendliche besser und schneller in den Job. Vorbilder sind Deutschland und die Schweiz. Zu dem Ergebnis kommt eine vergleichende Länderstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW), mit entwickelt durch die Hans-Böckler-Stiftung, die deutsche Vodafone Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Kölner Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Azubis am besten auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet sind, wenn die Unternehmen selbst an der Lehre mitwirken. Dieses Engagement sei einer der Hauptgründe, weshalb in Ländern mit dualem Ausbildungsmodell die Jugendarbeitslosigkeit deutlich niedriger ist als in rein verschulten Systemen.

Auch die Beteiligung von Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden trage dazu bei, dass die Berufsprofile zusammen mit der Politik praxisnah entwickelt und Bildungsinhalte bedarfsgerecht definiert werden. Dass wie in Deutschland Azubis Arbeitnehmerrechte haben und vom Betriebsrat vertreten werden, werte das Image der betrieblichen Ausbildung entscheidend auf.

Christoph Metzler, Corinna Rauland, Dirk Werner, Berufsausbildung für Europas Jugend, Insititut der deutschen Wirtschaft Köln, Oktober 2015


68743936842621684262468426256874394 6874395 6842628
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare




Weitere Bilder
Bilder schließen