Fortbildung: Implantologie

Anfangs ein Experiment, heute Routine

Lernkurven der Implantologie: Subperiostales Implantat Georg Bach

Eigen- und Fremdwahrnehmung

Waren die Kongressthemen des ersten Jahrzehnts, in dem das „Implantologie Journal“ erschien, im Regelfall vornehmlich mit positiven Aussagen, der Darstellung neuer Möglichkeiten in der Implantologie und dem Unterton des Glaubens an grenzenloses Wachstum vergesellschaftet – und damit nahezu deckungsgleich mit den entsprechenden Aussagen und Wertungen vieler Implantathersteller und -vertriebsfirmen –, so wandelte sich dies im vergangenen halben Jahrzehnt deutlich. Nun standen plötzlich ganz neue Themen im Vordergrund und prägten die Fachkongresse – kurioserweise Themen, die in den vergangenen Jahren nicht nur negiert, sondern teilweise aktiv in deren Darstellung verhindert wurden.

Nur zu gut erinnere ich mich an den in Frankfurt am Main 1998 abgehaltenen Implantatkongress eines damals sehr großen amerikanischen Implantatherstellers, wo ich über das an der Universität Freiburg entwickelte Therapiekonzept für die Periimplantitis berichtete und dann in der anschließenden Podiumsdiskussion von dem aus den USA stammenden Hauptredner gemaßriegelt wurde, dass er in „zwanzig Jahren Implantologie noch keinen einzigen Fall von Periimplantitis gesehen“ habe, dieses Phänomen gar keines sei und allenfalls aufgrund einer mangelhaften OP-Kunst des Implantierenden vorkommen könne ...

Wie sich die Zeiten ändern: Troubleshooting / Komplikationen in der Implantologie, ja sogar das Wort Misserfolg wurden in denvergangenen Jahren zu Kongressthemen der bedeutenden deutschen Implantatfachgesellschaften!

Eng vergesellschaftet mit der durchweg positiven Wertung von Implantaten und dem Dauerunterton, dass man mit Implantaten immer und überall das Optimum erreichen könne – wie es vor allem in der Laienpresse zu lesen war –, schraubten sich die Erwartungen unserer Patienten in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten enorm nach oben. Jeder Patient ging davon aus, dass bei ihm – ungeachtet der individuellen Situation – stets das Optimum zu erreichen sei. Selbstkritisch sollten wir einräumen, dass man diesem Eindruck nicht immer energisch genug entgegengetreten ist.

Und so kam es, wie es kommen musste – mitunter war das Ergebnis nicht so, wie es seitens des Patienten erwartet worden war. Ganz kurios wird es, wenn das erzielte Ergebnis angesichts des Ausgangsbefunds zahnmedizinisch als „gelungen“, jedoch patientenseitig als „misslungen“ gewertet wird.

Ob man es so drastisch formulieren will, wie es der früher an der Universität Tübingen und nunmehr in Greifswald tätige Parodontologe Prof. Kocher tut, indem er von der Implantologie als dem „Rotlichtmillieu der Zahnmedizin“ spricht, das sei jedem selbst überlassen. Persönlich finde ich diese Wertung nicht zutreffend, aber in jeder Aussage steckt in der Regel ja ein Fünkchen Wahrheit und so wird der Vorwurf, des „Overtreatments“, der nicht immer indizierten Entfernung von Zähnen zugunsten von prospektiven Implantaten, vor allem seitens der Konservisten und der Parodontologen immer öfter gehört. Dem muss durch tägliches individuelles Abwägen bei der Behandlung und in der akademischen Diskussion begegnet werden.

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