Halitosis, Xerostomie und Hyposalivation

Tabuthema Mundgeruch

Im menschlichen Körper bilden sich durch Stoffwechselprozesse verschiedene flüchtige Verbindungen. Beim Ausatmen dieser Stoffe kann Mundgeruch entstehen. Dabei ist die Halitosis nicht primär ein zahnmedizinisches Problem, sondern kann auch metabolische und eventuell sogar psychogene Ursachen haben.

Bei einer Halitosis stehen die zahnärztliche Untersuchung und Therapie im Vordergrund. Mauritius Images

Halitogene Erreger sind meist auf der Zungenoberfläche und im Zahnbelag. ProDente e.V.
Die Erreger können sich auch auf einem ungepflegten abnehmbaren Zahnersatz ansiedeln. ProDente e.V.
In der zahnärztlichen Therapie geht es darum, die Mikroorganismen sowie das bakterielle Nährstoffangebot zu reduzieren und die VSC in nichtflüchtige umzuwandeln. Onetimeuseaccount-Wikipedia
Undichte Füllungen und überstehende Füllungs- und Kronenränder sollten behoben werden. yourphototoday

Rund jeder zweite Deutsche beklagt, zumindest zeitweise unter Mundgeruch zu leiden. Etwa ein Prozent der Betroffenen sucht deswegen zahnärztlichen oder allgemein ärztlichen Rat.

Zu unterscheiden ist zunächst zwischen einem Foetor ex ore, also einem unangenehmen Geruch beim Ausatmen durch den Mund, und der Halitosis, bei der die Geruchsstoffe sich in der Ausatemluft befinden und auch beim eigenen Ausatmen über die Nase wahrgenommen werden. Während der Foetor ex ore auf eine intraorale Problematik hinweist, kann die Halitosis – als Begriff vom lateinischen Halitus, das für Hauch oder Dunst steht, abgeleitet – vielfältige andere Ursachen haben. Es handelt sich somit nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom, das Ausdruck verschiedener Störungen sein kann. Ältere sind häufiger betroffen als Jüngere und Männer häufiger als Frauen.

Anamnese

Nicht immer lässt sich der vom Patienten beklagte, vermeintlich belastende Geruch tatsächlich verifizieren. Dies ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung für eine aufwendige und möglicherweise auch invasive Diagnostik. Theoretisch ist der Nachweis flüchtiger Substanzen in der Ausatemluft mittels einer Gaschromatografie möglich. Das Verfahren ist jedoch teuer und nicht überall verfügbar. Alternativ bietet sich die sogenannte organoleptische Methode an, bei der der Untersucher sich vom Betreffenden anhauchen lässt und dabei prüft, in welchem Abstand vom Patienten tatsächlich ein Mundgeruch zu bemerken ist. Dadurch lässt sich zugleich der Schweregrad der Symptomatik erfassen. Da die Intensität variieren kann, ist es ratsam, die Untersuchung an mehreren Tagen zu wiederholen.

Liegt tatsächlich eine Halitosis vor, ist diese unbedingt ernst zu nehmen. Denn viele Betroffene sorgen sich, ihren Mitmenschen dadurch unangenehm aufzufallen und ziehen sich aus diesem Grund mehr und mehr zurück. Mundgeruch ist nach wie vor ein Tabuthema. Es fällt in aller Regel schwer, sein Gegenüber darauf aufmerksam zu machen, dass er keinen frischen Atem hat. Und diejenigen, die betroffen sind, sprechen meist weder darüber noch suchen sie sich professionelle Hilfe.

Ein unangenehmer Geruch aus dem Mund muss nicht unbedingt ein Zeichen einer krankhaften Störung sein. So geben nicht wenige Menschen an, morgens nach dem Aufstehen einen schlechten Atem zu haben. Ein verringerter Speichelfluss in der Nacht ist üblicherweise die Ursache. Das Problem löst sich mit der morgendlichen Mundhygiene. Quasi physiologisch ist ein unangenehmer Geruch außerdem, wenn geruchsintensive Lebensmittel wie Knoblauch, Zwiebeln oder Kohl verzehrt wurden. Auch der reichliche Konsum von Alkohol und/oder Tabakwaren kann einen schlechten Atem erklären.

Co-Faktoren können die Entstehung von Mundgeruch forcieren. Dazu gehören Stress, eine einseitige Ernährung und damit auch Diäten, Heilfasten sowie Zungenpiercings und eine reduzierte Speichelflussrate. Weil Kaffee eine Mundtrockenheit fördert, die ihrerseits die Bildung eines schlechten Atems triggern kann, kann auch reichlicher Kaffeekonsum indirekt Mundgeruch Vorschub leisten. Ebenso können Medikamente wie auch Drogen durch eine Reduktion der Speichelsekretion eine Halitosis begünstigen. Bekannt ist ein solches Phänomen von Anticholinergika, Eisenpräparaten, Antidepressiva, Antipsychotika, Antihypertensiva und auch Antihistaminika. Bei der Einnahme von Bisphosphonaten kann es im Zuge einer Kiefernekrose durch die Granulationsprozesse des Parodonts ebenfalls zu erheblichem Mundgeruch kommen. Auch Erkrankungen, bei denen der Speichelfluss reduziert ist, wie das Sjögren-Syndrom oder eine entsprechende Behandlung wie beispielsweise eine Radiotherapie können Mundgeruch begünstigen.

Doch nicht immer ist bei der Untersuchung beim Patienten tatsächlich ein unangenehmer Mundgeruch festzustellen. Dann ist von einer somatoformen Störung, einer sogenannten Pseudo-Halitosis, auszugehen. Sieht der Patient nicht ein, dass er real keinen schlechten, übel riechenden Atem hat, besteht eine Halitophobie.

Die Halitosis entsteht in bis zu 90 Prozent der Fälle im Mund-Nasen-Rachenraum. Meist ist die Zersetzung organischen Materials in der Mundhöhle die Ursache.

Mundgeruch macht einsam. Aber nur in den wenigsten Fällen kommt er aus dem Magen. Am häufigsten sind intraorale Ursachen.

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