Investitionszeitpunkte für Behandlungseinheiten

Wann lohnt sich die alte Einheit nicht mehr?

Bischoff
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Welches ist das richtige Finanzierungsmodell?

Eine Praxis, die nun in eine neue Behandlungseinheit investieren will, kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung wählen. Soll die Behandlungseinheit gekauft, der Kaufpreis finanziert oder die Behandlungseinheit geleast werden?

Beim Kauf der Behandlungseinheit wird der Kaufpreis über die Abschreibung auf zehn Jahre verteilt. Die Anschaffungskosten der Behandlungseinheiten sind grundsätzlich mit zehn Prozent pro Jahr steuerlich abzuschreiben.

Der Vollständigkeit halber ist auf folgende Möglichkeit von Praxen mit niedrigem Gewinn hinzuweisen: Ist die Anschaffung einer Behandlungseinheit in diesem Jahr (2016) geplant, so kann der Zahnarzt seine Steuern noch im Jahr 2015 durch einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 Prozent der Anschaffungskosten der geplanten Behandlungseinheit mindern. Diese steuerliche Möglichkeit können aber nur kleine Praxen in Anspruch nehmen. Die Voraussetzung ist nämlich, dass der Praxisgewinn (ohne Berücksichtigung der Investitionsabzugsbeträge) im Jahr 2015 unter 100.000 Euro gelegen hat.

Dieser Steuervorteil wird aber oft teuer erkauft. Denn spiegelbildlich vermindert der Investitionsabzugsbetrag in den folgenden Jahren das Abschreibungsvolumen um den gleichen Betrag und führt per Saldo fast immer zu einer späteren, aber höheren Besteuerung.

Soweit die gekaufte Behandlungseinheit finanziert wird, sind Finanzierungskosten steuerlich zu berücksichtigen: Darunter fallen die jährlichen Finanzierungszinsen und im Jahr der Finanzierung zusätzlich noch das Disagio bis zu fünf Prozent des Finanzierungsvolumens.

Beim Leasing kauft der Zahnarzt die Behandlungseinheit nicht, sondern mietet sie. Die Leasingraten gelten in vollem Umfang als steuermindernde Praxisausgaben.

Wer seine Steuer 2016 besonders stark reduzieren möchte, für den sind degressive Leasingangebote interessant. Hier zahlt der Zahnarzt bei Mietbeginn eine Sonderzahlung in Höhe von 20 Prozent der Anschaffungskosten und in den ersten zwölf Monaten erhöhte Raten in Höhe von insgesamt weiteren 20 Prozent der Anschaffungskosten. Das heißt, der Zahnarzt kann in den ersten zwölf Monaten insgesamt 40 Prozent der Anschaffungskosten gewinnmindernd geltend machen. Der Nachteil: Diese 40 Prozent fließen auch tatsächlich vom Konto ab. Die verbleibenden 60 Prozent verteilen sich in gleichmäßigen Raten auf die Restlaufzeit.


Info

Die Entscheidung für eine neue Einheit steht und fällt mit der betriebswirtschaftlichen Bewertung der Investition. Die kann je nach Praxis sehr unterschiedlich sein. In dieser Reihe werden vier Ausgangssituationen für die Investition in eine Einheit geschildert und wie diese sich betriebswirtschaftlich auswirken. Im dritten Teil geht es um die Fragen, wann der richtige Investitionszeitpunkt ist und welches Finanzierungsmodell zur individuellen Situation passt.


Nach Ablauf der Mietzeit kann der Zahnarzt die Behandlungseinheit zurückgeben oder der Leasinggesellschaft zu einem Restwert abkaufen. Meist beträgt dieser Kaufpreis ein bis drei Leasing-Monatsraten oder fünf Prozent der Anschaffungskosten. Dies sollte aber vorher erfragt werden, weil einzelne Leasinggesellschaften wesentlich höhere Restwerte fordern. Solche Praktiken können das Leasing nachträglich teuer machen und erschweren den Vergleich. Der Kaufpreis für die Behandlungseinheit nach Ablauf der Leasingzeit könnte an sich schon beim Abschluss des Leasingvertrags wirksam vereinbart werden. Doch Vorsicht: Steuerabzüge aufgrund eines Leasingvertrags lässt das Finanzamt nur zu, wenn mit der Leasinggesellschaft keine Kauf- oder Verlängerungsoption vereinbart wurde.

Prof. Johannes Bischoff
Steuerberater
Theodor-Heuss-Ring 26, 50668 Köln
info@bischoffundpartner.de

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