Heilmittel und Krankentransport in der zahnärztlichen Praxis

Endlich Ordnung bei der Verordnung?

Ob und welche Heilmittel Zahnärzte verordnen dürfen und welche Krankentransportleistungen im Zusammenhang mit der zahnärztlichen Behandlung veranlasst werden können – diese Fragen führen oft zu großer Verunsicherung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sorgt jetzt für Klarheit: Eine spezifische zahnärztliche Heilmittel-Richtlinie befindet sich derzeit in den letzten Zügen der Beratung. Und die ärztliche Krankentransport-Richtlinie ist zum 5. Mai 2016 auf den zahnärztlichen Bereich ausgedehnt worden. Mehr zu den Hintergünden.

© Robert Kneschke – Fotolia.com

Eine eigene Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte sollte die spezifischen zahnmedizinischen Problemstellungen berücksichtigen. © zm-km
Die Anwendung der Krankentransport-Richtlinie auf die Zahnärzte geht weit an den Bedürfnissen einer praxisnahen Versorgung vorbei. © Christian Schwier-Fotolia

Heilmittel gehören – genauso wie medizinische Hilfsmittel, Arzneimittel, Krankenbeförderungsleistungen, Rehabilitationsmaßnahmen und die Häusliche Krankenpflege – zu den sogenannten „veranlassten Leistungen“. Diese werden vom Arzt nicht unmittelbar geleistet, sondern von ihm verordnet und von anderen Leistungserbringern wie Physiotherapeuten, Logopäden, Apothekern, Rehabilitationseinrichtungen oder Krankentransportunternehmen für die Versicherten erbracht.

Die veranlassten Leistungen sind Bestand-teil der generellen vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung. Auch Vertragszahnärzte sind damit grundsätzlich berechtigt, Heilmittel im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung zu verordnen – soweit dies zur Ausübung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gehört und damit approbationsrechtlich abgedeckt ist.

Der Anspruch von Versicherten auf Versorgung mit Heilmitteln ist gesetzlich allgemein nur dahingehend geregelt, dass ein solcher Anspruch besteht. Welches Heilmittel bei welcher Indikation in welchem Umfang verordnungsfähig ist, hat der Gesetzgeber dagegen nicht vorgegeben.

Vielmehr hat diese Entscheidungen der G-BA zu treffen. Dieser hat festzulegen, welche Heilmittel verordnungsfähig sind. Dazu hat er einzelne Heilmittel bestimmten Indikationen zuzuordnen. Auch regelt er Besonderheiten von Wiederholungsverordnungen und gestaltet Inhalt und Umfang der Zusammenarbeit des verordnenden Arztes und des jeweiligen Heilmittelerbringers.

Für den vertragsärztlichen Bereich hatte der damalige Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen – der Vorläufer des heutigen G-BA – die Details von Heilmittelverordnungen in einer eigenständigen Richtlinie erstmals 2001 geregelt. Heilmittel sind danach persönlich zu erbringende medizinische Leistungen, die in folgende Arten unterteilt werden:

• physikalische Therapie
• podologische Therapie
• Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
• Ergotherapie

Die ärztliche Richtlinie galt jedoch nur für die vertragsärztliche, nicht aber für die vertragszahnärztliche Versorgung. Auch die vom G-BA als Nachfolger der alten Bundesausschüsse beschlossene Heilmittel-Richtlinie aus dem Jahr 2004 regelte nur die Heilmittelverordnung durch Ärzte.

Die alte Heilmittel-Richtlinie war nur für Ärzte

Gleichwohl war es Zahnärzten auch ohne spezifische Richtlinie möglich, in Einzelfällen Heilmittel zu verordnen. Denn Heilmittel gehörten auch schon vor der Gründung des G-BA zum zahnärztlichen Versorgungsalltag. Entsprechend regelten beide Bundesmantelverträge deren Verordnungsmöglichkeiten. Auch bestand inhaltlich zwischen der KZBV und den damaligen Spitzenverbänden der Krankenkassen grundsätzlich Einigkeit darüber, welche Heilmittel zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehörten. So wurden etwa logopädische Behandlungen und physiotherapeutische Leistungen als verordnungsfähig angesehen. In einer Übereinkunft zwischen der KZBV und den damaligen Spitzenverbänden der Krankenkassen aus dem Jahr 1997 wurden diese in beiden Bereichen der Heilmittelverordnung, wenn sie durch Zahnärzte erfolgt, fixiert und darauf hingewiesen, dass bei der Verordnung von Heilmitteln das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten sei.

Gleichwohl kam es in der Folgezeit immer wieder zu Fragen, welche Heilmittel im Einzelfall verordnungsfähig seien.

Im Jahr 2011 überarbeitete der G-BA die ärztliche Heilmittel-Richtlinie umfänglich. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob die neu gefasste Richtlinie nun auch für die Zahnärzte formelle Bindungswirkung entfalte. Denn da der G-BA mittlerweile zu einem vollständig sektorenübergreifenden Gremium umgestaltet worden war, wurde teilweise die Auffassung vertreten, dass die Beschlüsse des G-BA gegenüber allen Beteiligten verbindlich seien.

64561206455793645580364558046456121 6456122 6455807
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare




Weitere Bilder
Bilder schließen