Zahnärzte bei der Bundeswehr

Die Stars der Reserve

Reservisten der Bundeswehr unterstützen die zivilen Behörden nach der Hochwasserkatastrophe in Magdeburg-Rothensee 2013. © Bundeswehr

Grundsätzlich obliegt der Bevölkerungsschutz zivilen Akteuren. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, wurden Umfang und Ausrüstung so ausgeplant, dass der größte Teil von Schadens ereignissen bewältigt werden kann. Im Fall von Naturkatastrophen, deren Ausmaß die Kapazitäten einer wirtschaftlichen und sinnvollen Vorsorge übersteigen, können dann die Reservedienstleistenden der Bundeswehr unterstützen. © Bundeswehr
Ein Beispiel sind Verletztentransporte in unwegsamem Gelände: „Für die zivile Seite wäre es absolut unwirtschaftlich, diese Fähigkeit materiell vorzuhalten, da sie einfach zu selten benötigt wird, während der geländegängige Verletzten- und Verwundetentransport für den Sanitätsdienst der Bundeswehr eine Basisfähigkeit darstellt“, sagt Generalarzt Dr. Hölscher. © Bundeswehr
Das Netzwerk der Reserve dienstleistenden besetzt verschiedene Beratungsebenen. Diese spiegeln die Verwaltungsstruktur der jeweiligen Bundesländer wider: So erfolgt die Beratung auf Ebene der Landkreise durch die Kreisverbindungskommandos (KVK), die Beratung auf Ebene der Regierungsbezirke durch die Bezirksverbindungskommandos (BVK). Auf Länderebene wird das jeweilige Landeskommando durch zwei Sanitätsstabsoffiziere der Reserve und einen Sanitätsfeldwebel der Reserve verstärkt, um den Kommandeur und die Landesregierung zu beraten. © Bundeswehr
Zahnarzt Dr. Holger Diehm trat 1991 als Sanitätsoffizieranwärter in Giebelstadt bei Würzburg in die Bundeswehr ein. Nach seinem Zahnmedizinstudium in Mainz war er zunächst als Sanitätsoffizier Zahnarzt in der Zahnarztgruppe des Jagdbombergeschwaders 33 in Cochem eingesetzt. Im Oktober 2000 übernahm er die Zahnarztgruppe als Leiter. Am 31.12.2006 schied Diehm im Dienstgrad Oberfeldarzt aus der Bundeswehr aus. Seit dem 01.01.2007 ist er in eigener Praxis in Titisee-Neustadt niedergelassen. © privat

Wer der Truppe dienen will, muss in die Akademie

Die dreijährige Basisausbildung im Bereich der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit ist für alle gleich und in verschiedene Lehrgänge gegliedert. „Diese umfassen sowohl sanitätsdienstliche Themen als auch eine allgemeine Stabsdienstausbildung“, erklärt Generalarzt Hölscher. Ein Teil der Ausbildung erfolgt an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Diese Lehrgänge sind alle als einwöchige Blöcke konzipiert und können über den Zeitraum von drei Jahren absolviert werden, so dass eine flexible Planung möglich ist“, erläutert er. „Ist es der Wunsch des Reservisten und sind ausreichend freie Lehrgangsplätze verfügbar, ist es auch möglich, die Ausbildung binnen eines Jahres abzuschließen.“

„Es gibt Gründe genug, als Reservist tätig zu sein“

Damit der Reservist nicht mit dem Praxisinhaber kollidiert, versucht die Bundeswehr, Aus- und Weiterbildungen in die Zeit von Freitag- bis Sonntagnachmittag zu legen.

Nach Abschluss der Ausbildung reduziert sich der Zeitaufwand auf regelmäßige Übungen und die Kontaktpflege mit den zivilen Partnern. „Hier kommt es auf das persönliche Engagement an“, weiß Hölscher. „So haben wir Reservisten, die sehr aktiv sind und aus eigenem Antrieb viel Zeit mitbringen, während andere aufgrund ihrer beruflichen und persönlichen Verpflichtungen nur zwei bis drei Tage pro Jahr erübrigen können. Glücklicherweise sind wir in der Lage, sehr flexibel vorzugehen, sobald die Ausbildung durchlaufen ist.“

Diehm kennt den Konflikt zwischen Praxis, Familienzeit und Ehrenamt. „Es ist leider nicht immer möglich, alle Ausbildungsmaßnahmen zu besuchen – besonders, wenn diese unter der Woche stattfinden. Hier steht die selbstständige Tätigkeit in der Praxis, die seine wirtschaftliche Grundlage ist, in Konkurrenz zur Tätigkeit als Reservist. Die Ausbildung an Wochenenden ist zwar praxisfreundlicher, auf der anderen Seite aber nicht gerade familienfreundlich“, sagt der vierfache Vater. „Es gehört schon eine gehörige Portion Idealismus dazu, wenn man sich für eine derartige Tätigkeit zur Verfügung stellt. Was für mich aber nie ein Thema war, da ich immer leidenschaftlich und aus voller Überzeugung Soldat war und es auch in Zukunft sein werde.“

Diehm steht, wie er sagt, „voll und ganz“ hinter der Bundeswehr – die Abwechslung zum alltäglichen Beruf, das militärische Umfeld, die Kameradschaft, die Herausforderung jenseits des Behandelns, das Engagement – machen für ihn den Reiz aus. „Ein weiterer Attraktivitätsfaktor ist sicherlich die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in den Bevölkerungsschutz seines Landkreises zu bekommen und sich einzubringen“, schätzt Hölscher. „Dies ist eine klassische Win-win-Situation, denn die Bundeswehr profitiert natürlich davon, dass die Reservisten im Regelfall fest in das soziale Netzwerk ihres Umfelds eingebunden sind und so als Mittler dienen. Auf der anderen Seite ermöglicht das ZMZ-Netzwerk den Reservisten einen bundesweiten fachlichen Austausch mit Kollegen, Ärzten, Veterinären, Apothekern aller Fachschwerpunkte“, meint Hölscher. Zudem werden auch die Weiterbildungen der ZMZ regelmäßig durch medizinische Fachvorträge von Referenten aus Forschung und Lehre ergänzt. Diese werden durch die Kammern zertifiziert und gehen so in die geforderte fachliche Fortbildung der Kammern und KZVen mit ein. Die Vorteile sieht auch Diehm. Und doch ist seine Motivation als Reservist in der Bundeswehr aktiv zu sein, eine ganz persönliche: „Es ist die Verbundenheit zur Bundeswehr, positive Erfahrungen und die Erkenntnis, dass die Tätigkeit eventuell einmal sehr wichtig sein kann. Das sind Gründe genug, als Reservist tätig zu sein.“


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