Repetitorium Hyperhidrose

Wenn Schwitzen krankhaft wird

Wenn der Patient erkennbar stark schwitzt, kann eine Hyperhidrose die Ursache sein. Betroffen sind rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Die Schweißausbrüche werden durch Stress, Ängste und emotionale Belastungen zusätzlich getriggert.

© OKAPIA

Das Schwitzen ist ein physiologischer Prozess, es ist Teil der Wärmeregulation des Körpers. Denn durch das Verdunsten von Schweiß wird dem Organismus Wärme entzogen, wodurch er sich vor Überhitzung schützt. Hierzu besitzt der Körper rund zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, die sich über die gesamte Körperoberfläche verteilen.

Unterschieden werden die ekkrinen Schweißdrüsen, die von Geburt an bestehen, und die apokrinen Schweißdrüsen, die sich in der Pubertät entwickeln. Sie sind vor allem an der Haarbasis, im Achsel- und im Genitalbereich lokalisiert.

Geht das Schwitzen über das normale Maß hinaus und gibt es keinen direkten Zusammenhang mehr zur Funktion der Wärmeregulation, so besteht eine Hyperhidrose. Die Schweißdrüsen sind dabei nicht vermehrt oder vergrößert, sie sind durch den Sympathikus, also durch das vegetative Nervensystem, über-stimuliert. Der entscheidende Botenstoff dabei ist das Acetylcholin.

Die Betroffenen sind – je nach Schwere der Störung und Lokalisation des Schwitzens – in ihrer Lebensqualität mehr oder weniger eingeschränkt. Von einer manifesten Erkrankung ist auszugehen, wenn das übermäßige Schwitzen als psychisch stark belastend erlebt wird und negative soziale und/oder berufliche Konsequenzen nach sich zieht.

Krankheitsformen

Bei der Hyperhidrose werden eine primär idiopathische und eine sekundäre Krankheitsform differenziert. Außerdem werden eine umschriebene und eine generalisierte Hyperhidrose unterschieden. Ferner gibt es die Hemihyperhidrose, bei der sich die gesteigerte Schweißbildung nur auf einer Körperseite oder in einer Gesichtshälfte zeigt. Eine weitere Sonderform ist die Bromhidrose, die durch eine besonders starke Geruchsbildung charakterisiert ist.

Bei der primären Hyperhidrose ist entsprechend der Leitlinie (siehe Kasten) kein Zusammenhang zu einer internistischen Erkrankung gegeben, und es gibt auch keine Hinweise auf externe Ursachen der Störung.

Zu unterscheiden sind entsprechend die

• Hyperhidrosis manuum, beim Auftreten im Handbereich,

• die Hyperhidrosis axillaris, wenn die Achselhöhle besonders betroffen ist,

• die Hyperhidrosis facialis, bei übermäßigem Schwitzen im Gesicht,

• die Hyperhidrosis peduum, beim Schwitzen im Bereich der Fußsohlen, sowie

• die trunkale Hyperhidrosis, wenn die Schweißaktivität im Rumpfbereich verstärkt ist.

Anamnese der primären Hyperhidrose:

Die primäre Hyperhidrose kann auch generalisiert auftreten. Das Krankheitsbild ist daher diagnostisch schwer zu erfassen. Von entscheidender Bedeutung ist die Anamnese, wobei laut Leitlinie folgende Kriterien für eine primäre Hyperhidrose sprechen:

• Beginn der Symptome im Kindes- oder Jugendalter ( 25 Jahre)

• Auftreten des Schwitzens temperaturunabhängig, unvorhersehbar und nicht willentlich kontrollierbar

• fokales Auftreten in einer oder mehrerer Prädilektionsstellen mit beidseitigem, symmetrischen Befall

• Auftreten häufiger als einmal pro Woche mit Beeinträchtigung im Alltag

• kein vermehrtes Schwitzen während des Schlafes

• positive Familienanamnese

Ursachen der sekundären Hyperhidrose:

Die sekundäre Hyperhidrose ist Folge einer Grunderkrankung oder durch äußere Faktoren bedingt und tritt im Allgemeinen generalisiert auf. Ursache kann eine Infektion sein, ein Malignom, ein Diabetes mellitus sowie hormonelle Störungen wie eine Hyperthyreose.

Auch eine Adipositas sowie das Klimakterium können der Grund einer übermäßigen Schweißbildung sein. Diese kann zudem als Medikamentennebenwirkung auftreten, beispielsweise als Folge einer Behandlung mit Parasympathikomimetika, Glukokortikoiden, Antibiotika oder auch Antidepressiva. Gut bekannt ist, dass auch andere Faktoren wie Stress, Schmerz sowie Angstreaktionen übermäßiges Schwitzen fördern können.

Während bei der primären Hyperhidrose ein kausaler Therapieansatz nicht möglich ist, kann die übermäßige Schweißproduktion bei der sekundären Hyperhidrose möglicherweise durch eine effektive Beseitigung der Ursache behoben werden.

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