Jahrestagung Zahnmedizin der Bundeswehr

„Kontinuierlich konstruktiv“ in Damp

Rund 300 Zahnärzte der Bundeswehr, internationale Gäste und zivile Kollegen fuhren vom 9. bis zum 12. Januar nach Schleswig-Holstein. Dort fand die 4. Arbeitstagung Zahnmedizin des Kommandos Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung im Congress Centrum Damp statt.

Die jährlich stattfindende Tagung ist die zentrale Fortbildungsveranstaltung im Fachbereich Zahnmedizin der Bundeswehr und gliedert sich in einen dienstlichen Teil zur Präsentation und Diskussion fachbereichsinterner Themen sowie in einen wissenschaftlichen Fortbildungsteil. Zu den Teilnehmern und Gästen gehörten unter anderem der Leitende Zahnarzt der Bundeswehr, Flottenarzt Dr. Helfried Bieber, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V. (DGWMP), Generaloberstabsarzt a. D. Dr. Jürgen Blätzinger, der Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Michael Brandt, und der Vorsitzende der KZV Schleswig-Holstein, Dr. Michael Diercks, die Grußworte an die Zuhörerschaft richteten. Konstantin von Laffert, Präsident der Zahnärztekammer Hamburg, bedankte sich dabei – auch in seiner Funktion als Beauftragter für die Bundeswehr bei der Bundeszahnärztekammer – für die „kontinuierlich konstruktive Zusammenarbeit“ mit der Bundeswehr.

Parallel zur Tagung organisierte die DGWMP eine Dental- und Pharmaausstellung und veranstaltete einen Kameradschaftsabend des Arbeitskreises Zahnmedizin der DGWMP, zu dem Teilnehmer, Referenten und Aussteller eingeladen waren.

Ein Highlight der Veranstaltung war zweifellos der mit beeindruckender Technik ausgestattete Dental-Truck, den Vertreter der holländischen Streitkräfte unter der Leitung von Kapitein Ter Zee Drs. Bart van den Heuwel zur Arbeitstagung mitbrachten. Von der Möglichkeit, der Besichtigung, machten die Teilnehmer regen Gebrauch.

Alles in allem zogen die Veranstalter ein überaus positives Fazit der Arbeitstagung. Die Folgeveranstaltung soll vom 8.1. bis zum 11.1.2019 stattfinden.

Das wissenschaftliche Programm

Für das wissenschaftliche Programm der Arbeitstagung referierte Prof. Dr. Dr. Robert Sader, Direktor der Abteilung Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, zum Thema „Von der Mundschleimhauterkrankung zum Kopf-Hals-Tumor – Prävention, Diagnostik, Therapie“. Sader betonte die Wichtigkeit der möglichst frühzeitigen Diagnostik, die lebensrettend für den Patienten sein könne. 

Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), präsentierte anhand einer Auswahl komplexer Patientenfälle die Möglichkeiten digitaler 3-D-Technologien. 

Mit „Fehlern, Fehlervermeidung und Komplikationsmanagement in der Implantologie“ beschäftigte sich Prof. Dr. Stephan Eitner, Leitender Oberarzt der zahnärztlichen Prothetik am Universitätsklinikum Erlangen. Er stellte unter anderem eine Technik zur Entfernung von abgebrochenen Implantatschrauben aus ansonsten intakten, in situ befindlichen Implantaten vor. 

Unter der Überschrift „Keine Prothetik ohne Funktionsdiagnostik“ gab Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer, Direktor der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik der Universitätsklinik Frankfurt am Main, den Anwesenden einen kompakten Überblick über das komplexe Feld der Funktionsdiagnostik und -therapie. Lauer zufolge leiden viele Patienten unter einer unerkannten Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Er fordert deshalb eine verbesserte Diagnostik der meist diffusen Beschwerdebilder. 

Flottenarzt d. R. Prof. Dr. Dr. Scherer, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in privater Niederlassung in Hildesheim, referierte zum Thema „Kieferorthopädie und unentgeltliche truppenzahnärztliche Versorgung (utV)“, wobei Möglichkeiten und Limitationen der Erwachsenenkieferorthopädie im Fokus standen. 

Den Abschluss bildete ein Vortrag zum Thema „Parodontologie durch Truppenzahnärzte und Fachzahnärzte – Wann löse ich den Spezialisten aus?“. Oberstarzt Dr. Thomas Eger, Fachzahnarzt für Parodontologie am Bundeswehrzentralkrankenhaus (BwZKrhs) in Koblenz und Leitender Zahnarzt des Fachzahnärztlichen Zentrums (FZZ), hob die Wichtigkeit einer strukturierten Behandlung der Parodontitis hervor und informierte beispielhaft über den Ablauf einer vollumfänglichen Parodontitisbehandlung im FZZ des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz.

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