Special Olympics in Kiel

Wettkämpfe und Zahnuntersuchungen

Kiel im Olympiafieber: Vom 14. bis zum 18. Mai fanden dort die Special Olympics statt, die Sportspiele der Menschen mit geistiger Behinderung. Rund 13.500 Menschen waren in die Veranstaltung involviert, darunter auch medizinische Fachkräfte mit einem speziellen Gesundheitsprogramm. Im zahnärztlichen Bereich ist dies „Special Smiles“, das von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) unterstützt wird.

Bei der Eröffnung von „Special Smiles“: Hubert Hüppe, Vizepräsident SOD, Dr. Heiner Garg, Sozial- und Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, Sabine Weiss MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Dr. Christoph Hils, Clinical Director im Gesundheitsprogramm (v.l.n.r.) SOD/Juri Reetz

Mit ihrem Engagement will die BZÄK weiter auf die Bedeutung der Mundgesundheit für Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Daher werden den Sportlern während der Spiele über das Programm „Special Smiles“ kostenfreie, zahnärztliche Untersuchungen und Anleitungen zur Mundhygiene angeboten. Denn: Die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderungen liegt unter dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung und zeigt deutliche Potenziale zur Verbesserung. 

„Als medizinischer Beruf sind wir Zahnärzte ethisch dazu verpflichtet, allen Menschen eine angemessene Versorgung zukommen zu lassen und sie bei ihrer Gesundheitspflege zu unterstützen“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Dies gelte insbesondere für Menschen, die weniger privilegiert und durch ein Handicap eingeschränkt sind. Engel: „Deshalb ist es für die Bundeszahnärztekammer seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, sich bei ‚Special Smiles‘ zu engagieren.“

Sport, Spiel und Mundhygiene

 „Special Smiles“, das Mundgesundheitsprogramm, ist ein Teilbereich von „Healthy Athletes“, dem Gesamt-Gesundheitsprogramm der Spiele, für das die Leiterin Gesundheit und Medizin von Special Olympics Deutschland (SOD), Dr. Imke Kaschke, verantwortlich ist. Neben zahnärztlichen Untersuchungen gab es in Kiel Beratungen in sechs weiteren medizinischen Bereichen, etwa Fußdiagnostik, Beratung zur gesunden Ernährung und Lebensweise, Untersuchungen des Hörvermögens oder Untersuchungen der Sehkraft. Etwa 300 Ärzte, Zahnärzte, Psychologen, Medizinische Fachangestellte, Studierende und Auszubildende kümmerten sich ehrenamtlich um die Sportler. 

Administration ist nicht alles, aber ohne Administration ist vieles nichts. | Jette Krämer

Bereits am ersten Tag gab es mehr als 2.400 Untersuchungen und Beratungen in allen Gesundheitsbereichen zusammen, bei „Special Smiles“ um die 500, so Kaschke gegenüber den zm. Die Spiele in Kiel, so die Präsidentin von SOD, Christiane Krajewski, seien nicht nur die größte Sportveranstaltung in Deutschland für Menschen mit geistiger Behinderung, sondern auch die größte Gesundheitsorganisation für Menschen mit geistigen Einschränkungen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung für diese Menschen besser oder genauso gut wird wie die für Menschen ohne Einschränkungen. Es gibt da eindeutig Handlungsbedarf, der uns auch durch das medizinische Fachpersonal mitgeteilt wird.“

Wertschätzung steigern 

In Anwesenheit von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und SOD-Präsidentin Krajewski hatte Schirmherrin Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Spiele am 14. Mai offiziell eröffnet. Krajewski hob hierbei das Motto der Spiele „Gemeinsam stark“ hervor. „Wir haben den inklusiven Charakter der Spiele weiter gestärkt. Noch nie war der Anteil an gemischten Teams – den Unified-Teams – so hoch“, so Krajewski. Konkret: In Kiel gab es in 16 von 19 Sportarten Unified-Wettbewerbe, an denen insgesamt 1.100 Aktive teilnahmen, davon 430 Sportler ohne Behinderung. 

Um möglichst vielen Menschen einen Besuch der Spiele zu ermöglichen, wurden einzelne Wettbewerbe und kulturelle Angebote extra in die Abendstunden verlegt. Man wolle durch diese Öffentlichkeit „eine Wahrnehmungsänderung von Sportlern mit geistiger Behinderung erreichen“, so Krajewski. Sie erinnerte bei der Eröffnung daran, dass sich Deutschland derzeit um die Ausrichtung der Weltspiele im Jahr 2023 bewirbt. sg

BZÄK & Special Olympics

Die Zusammenarbeit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) mit Special Olympics Deutschland (SOD) kann schon auf einige Jahre Tradition zurückblicken: Bereits während der nationalen Sommerspiele im Juni 2010 in Bremen unterzeichnete die BZÄK eine Kooperationsvereinbarung. Darin bekennen sich BZÄK und SOD zu dem gemeinsamen Ziel, die Mundgesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung nachhaltig zu verbessern. Denn diese weisen im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt in Deutschland eine deutlich schlechtere Mundgesundheit auf und gehören zur Hochrisikogruppe für Karies- und Zahnfleischerkrankungen. Jährlich engagieren sich etliche Zahnärzte und Zahnmedizinstudierende ehrenamtlich bei Special Smiles, indem sie bei den Sportveranstaltungen von SOD kostenlose Untersuchungen anbieten.

Was ist Special Olympics?

Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Im Jahr 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen, gibt es heute circa fünf Millionen Athleten in 170 Ländern. 

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