Dentales Erbe

Spendenaufruf

In diesem Gebäude befindet sich das Museum, mit drei weiteren Gebäuden zusammen bildet es das Wissenschaftszentrum „Quadriga Dentaria“ (Museum, Bibliothek, Technikum und Gästehaus). Dentalmuseum

Wie bleiben die Artefakte bestmöglich erhalten?

Haesler erinnerte in diesem Zusammenhang an den Beginn der dentalen Geschichtsschreibung 1831. Warum 1831? In diesem Jahr erschien von Georg Carabelli, Edler von Lunkaszprie, die erste Abhandlung zum Thema „Geschichtliche Uebersicht der Zahnheilkunde“. In diesem 243-seitigen Standardwerk „Systematisches Handbuch der Zahnheilkunde“ widmete er mehr als 100 Seiten der Geschichte des Fachgebiets. Der ungarisch-stämmige Österreicher war Hof- und kaiserlicher Leibzahnarzt; nach ihm wurde ein akzessorischer Höcker an den oberen Mahlzähnen als Tuberculum carabelli beziehungsweise Carabellihöcker benannt. „Das war – auch international gesehen – das erste Mal, dass sich ein Zahnmediziner der Dentalhistorie widmete“, so Haesler.

Für einen möglichen Umzug der Sammlung Proskauer/Witt sieht er das DHMZ in Zschadraß bestens gewappnet. Neben einer museologisch-wissenschaftlichen Aufarbeitung in der Bibliotheca Dentarica sind auch Räumlichkeiten für einen endgültigen Aufbau in einem eigenen Schauarchiv vorhanden. Das Dentalhistorische Museum habe schon jetzt vielen großen und wichtigen Sammlungen und Dokumentationen bis weit über die Grenzen Europas hinaus eine Heimstatt gegeben, so der gelernte Zahntechnikermeister.

„Das gemeinsame Ziel von BZÄK, der Landeszahnärztekammer Sachsen und dem Dentalhistorischen Museum ist, unsere Fachgeschichte gemeinsam zu bewahren und ein Zentrum zu schaffen, wo umfangreiche wissenschaftliche Forschungsarbeit möglich ist“, erklärt der Zschadraßer Vereinsvorsitzende. Denn nur durch große Zusammenschlüsse sei auch eine umfassende Aufarbeitung eines Fachgebiets gegeben. Für sich allein stehend wären die vielen Sammlungen zu klein und somit wissenschaftlich nur begrenzt aussagefähig. „Allein von der teilweise aufgelösten ‚Deutschen Zahnärzte-Bücherei‘ [die im Gebäude der BZÄK in Berlin untergebracht war, Anmerkung der Redaktion] sind schon 45 Prozent vom Gesamtbestand bei uns. Das sind etwa 40.000 Positionen.“ In diese 40.000 Positionen sind laut Büchereikurator Bernd Niehusen neben Büchern auch Kataloge und Zeitschriften eingerechnet. „Insgesamt findet man im Dentalhistorischen Museum schon heute mehr als 230.000 Positionen und ungezählte Papiere, dazu alle Medien von der alten Glasplatte bis hin zu Praxisaufnahmen aus den 1930er-Jahren auf Schellackplatten.“ In diesem Zusammenhang gebühre auch dem Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e. V. (DGZMK) besonderer Dank.

Das älteste Dentallabor der Welt: 1873 firmierte sich die Degussa in Frankfurt. Das hier aufgebaute Labor ist der Beginn der Dentallabore und stammt aus dem ehemaligen Archiv der Degussa. Ab 1934 gab es den Meister im Zahntechnikerhandwerk. | Dentalmuseum

 

 

So wird Forschung möglich

Für Thomas Breyer alles gute Gründe, sich dem Fortbestand dieser mittlerweile einzigartigen Sammlung – der Basis für dentalhistorische Forschungen – anzunehmen. „Wir rufen daher die deutsche Zahnärzteschaft auf, sich ihres Erbes anzunehmen. Die Spendenbereitschaft unter den Kolleginnen und Kollegen sehen wir optimistisch. 2002 kamen bei der sogenannten Jahrhundertflut in kurzer Zeit durch die Spenden der Kolleginnen und Kollegen eine Million Euro zusammen. Und nicht zu vergessen – eine der tragenden Säulen der Dresdner Frauenkirche war den Zahnärzten in diesem Land 600.000 Euro wert. Die BZÄK und das DHMZ wenden sich auch an die Dentalindustrie und deren Verbände, die ihre Archive schon zahlreich dem Museum übergeben haben. Ich sehe da besonders dier deutsche Dentalindustrie und den Dentalhandel als Partner. Aber auch die zahlreichen Firmen, die ihre Archive nach Zschadraß gegeben haben, rufe ich zur Unterstützung auf“, so der Präsident der Landeszahnärztekammer Sachsen.
Haesler ergänzt: „Durch die außergewöhnliche Spendenbereitschaft nach unserem Hilferuf vom Herbst 2018 [die zm berichteten] und durch die neuen Fördermitglieder konnten wir einige Fördermaßnahmen beantragen. Das dauert seine behördliche Zeit. Aber insgesamt hat sich die Situation seitdem deutlich entspannt und wir konnten das Museum offenhalten. Mit Ihrer Hilfe kämpfen wir weiter, dieses Zentrum der Dentalgeschichte bestmöglich zu entwickeln und durch den Blick in die Vergangenheit den richtigen Weg für die Zukunft zu finden.“

Helfen Sie mit!

Bleibt die Frage an den Initiator Thomas Breyer, welches Spendenziel denn erreicht werden soll. Die Antwort lautet kurz und knapp: 200.000 Euro! Eigentlich ein schnell erreichbares Ziel, denn wenn nur jeder tätige Zahnarzt einmalig 3 Euro spendet …

Andreas Haesler, Gründer und Leiter des Dentalhistorischen Museums in Zschadraß

Dr. Thomas Breyer, Präsident der LZK Sachsen

Die Sammlung Proskauer/Witt

Die Geschichte der Sammlung Proskauer/Witt beginnt mit dem deutsch-jüdischen Zahnarzt Dr. Curt Proskauer (1887–1972), der die Sammlung 1907 anlegte. Auf seine Initiative erfolgte 1927 die Gründung des „Reichsinstituts für Geschichte der Zahnheilkunde“. Im selben Jahr verkaufte Proskauer seine – vom Medizinhistoriker Prof. Dr. Karl Sudhoff (1853–1938) auf 50.000 Reichsmark geschätzte – umfangreiche Bibliothek und Privatsammlung an den „Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands e. V.“ (RV). Gefördert wurden die Gründung und der Ankauf vom damaligen Vorsitzenden des RV, Dr. Fritz Linnert (1884–1949), und vom zweiten und späteren ersten Geschäftsführer des RV, Dr. Fritz H. Witt (1887–1969), der Proskauer vom Studium in Jena her kannte und sein Interesse an der Geschichte der Zahnheilkunde teilte. Witt erweiterte die Sammlung und rettete sie nach dem zweiten Weltkrieg nach Köln. (Eine ausführlichere Historie finden Sie in Heft 1-2/2019 im Artikel „Nehmen Sie das Erbe an?“ von Dr. Gisela Tascher vom Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde der DGZMK.)

Seit dem Umzug der Bundeszahnärztekammer 2000 von Köln nach Berlin lagert die Sammlung in Containern. Einige Gemälde befinden sich noch in den Räumen anderer zahnärztlicher Körperschaften. Der BZÄK-Vorstand hält die Einlagerung der Sammlung Proskauer/Witt in Containern für keinen auf Dauer tolerierbaren Zustand.

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