Zahnerhaltung

Therapie einer apikalen Läsion bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Die Markteinführung von biokeramischen Materialien wie Mineral Trioxide Aggregate (MTA) hat neue Möglichkeiten in der Behandlung offener Apices gebracht. Das offene Foramen kann direkt mit biokompatiblem Material verschlossen werden. Das Verfahren bietet Vorteile gegenüber der klassischen Apexifikation mit Kalziumhydroxid und klinische Studien zeigen sehr gute Erfolgsraten für MTA als apikales Verschlussmaterial.

Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

Die Therapie von avitalen Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und periapikalen Läsionen stellt eine große endodontologische Herausforderung dar. Meist sind die Zähne junger Menschen betroffen, die bereits früh eine Karies entwickelten, Anomalien und tiefe Fissuren aufweisen oder ein Trauma erlitten haben [Flanagan, 2014]. Bei einem Vitalitätsverlust solcher Zähne kommt es zum Stillstand der posteruptiven Zahnentwicklung, die Wurzeln des betroffenen Zahnes sind – je nach Zeitpunkt des Stillstands – stark verkürzt, die Dentinwände sehr dünn und divergent [Trope, 2010]. Das macht diese Zähne besonders anfällig für Frakturen [Andreasen et al., 2002; Hargreaves et al., 2008]. Darüber hinaus wird die Therapie durch das Fehlen der natürlichen apikalen Konstriktion erschwert und die Gefahr einer Materialextrusion ins periapikale Gewebe ist erhöht. Die Trocknung des Kanals ist oftmals aufgrund der Feuchtigkeit der periapikalen Gewebe nicht suffizient möglich, sodass konventionelle Obturationstechniken kontraindiziert sein können.

Die klassische Apexifikation mit Kalziumhydroxid ist der Versuch der Induktion der Ausbildung körpereigener Hartgewebssubstanz, um eine Obturation des Wurzelkanals zu ermöglichen [Frank, 1966]. Hierzu erfolgen klassischerweise eine oder mehrere Einlagen mit Kalziumhydroxid bis zur Ausbildung einer Hartgewebsbarriere. Dies kann bis zu 24 Monate dauern. Auch wenn gute klinische Ergebnisse erzielt werden konnten [Frank, 1966; Webber, 1984; Cvek, 1992], ist diese Technik mit erheblichen Nachteilen behaftet. Studien zeigen, dass die Frakturresistenz des Dentins durch die Langzeittherapie mit Kalziumhydroxid deutlich reduziert wird [Andreasen et al., 2002; Batur et al., 2013; Rosenberg et al., 2007; Doyon et al., 2005; Zarei et al., 2013]. Die Tatsache, dass die Zähne in den langen Zeiträumen zwischen den Terminen nur provisorisch versorgt sind, könnte die Frakturanfälligkeit begünstigen. Darüber hinaus können die zahlreichen Sitzungen über mehrere Monate, gerade für junge Patienten, eine große Belastung darstellen und der Therapieerfolg ist stark von der Compliance abhängig. 

Abbildung 1: Ausgangsröntgenbild Zahn 45 | Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

Abbildung 2: Klinische Situation Zahn 45 mit lingualem Fistelgang | Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

Abbildung 3: Isolierter Zahn 45 vor Exkavation | Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

Abbildung 4: Begonnene Exkavation 45, Eröffnung des mesialen Defekts | Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

Abbildung 5: Eröffnung des kariösen Defekts 45 | Dr. Benjamin Mahmoodi, M. Sc.

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