Aggressives Patientenverhalten

Beschimpfungen und Gewalt gehören für Zahnärzte zum Praxisalltag

Weltweit gibt es erst vier Studien zu Aggressionen in Zahnarztpraxen. Wie sehr Zahnmediziner Beschimpfungen, Gewalt und Rufmord ausgesetzt sind, zeigt die erste in den USA erschienene Publikation zu dem Thema.

2019 wurden 22,2 Prozent der befragten Zahnärzte Opfer physischer Gewalt, 55 Prozent sahen sich mindestens einmal verbalen Angriffen ausgesetzt. AdobeStock_svetazi

Ziel der Studie war, eine erste Schätzung des Aggressionspotenzials von Patienten in Zahnarztpraxen in den USA zu geben. Die Studie ist daher explorativ - nicht repräsentativ.

In den USA betrug die Prävalenz von physischen, verbalen und rufschädigenden Aggressionen gegenüber Zahnärzten in den vergangenen Jahren 22,2 Prozent, 55,0 Prozent und 44,4 Prozent.

Die Autoren befragten 98 Zahnärzte, die aus dem Fakultäts- und Alumni-Netzwerk der New York University College of Dentistry (NYU) stammen und in der Metropolregion New York praktizieren. Die Teilnehmer beantworteten eine vertrauliche Online-Umfrage, in der sie zu 21 verschiedenen Arten von aggressivem Verhalten ihrer Patienten Stellung nahmen.

Wurden Sie schon einmal mit aggressivem Verhalten von Ihren Patienten konfrontiert? zm-online hat im Mai dieses Jahres nachgefragt. Mit diesem „Erlebnisbericht“ haben wir nicht gerechnet.

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Ergebnis: 2019 wurden 22,2 Prozent der befragten Zahnärzte Opfer physischer Gewalt, in ihrer gesamten Berufslaufbahn - die durchschnittliche Praxiserfahrung in der Stichprobe betrug 17 Jahre - waren es 45,5 Prozent. 55 Prozent sahen sich 2019, drei Viertel (74 Prozent) in ihrer gesamten Karriere mindestens einmal verbalen Angriffen ausgesetzt.

Über rufschädigende Drohungen, Klagen oder Kommentare in sozialen Medien berichteten vergangenes Jahr 44,4 (insgesamt 68,7) Prozent. Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Fachrichtung, Alter, Berufserfahrung oder die durchschnittliche Anzahl der pro Tag behandelten Patienten hatte laut Autoren keinen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis.

Verbale Angriffe auf Zahnmedizinstudierende sind noch häufiger

Die Probanden nannten körperliche, verbale und rufschädigende Aggressionen in einem Ausmaß, das mit dem anderer medizinischer Fachkräfte in den USA und im Ausland vergleichbar ist, lautet das Fazit der Autoren. Zukünftige Arbeiten sollten eine größere repräsentative Stichprobe umfassen und Ergebnisse von Aggressionen sowie Präventions- und Interventionsstrategien untersuchen, lautet ihre Empfehlung.

"Gewalt am Arbeitsplatz gegen Angehörige der Gesundheitsberufe ist weit verbreitet und wird weitgehend übersehen", kommentierte Hauptautorin Kimberly Rhoades das Ergebnis. Die Rate der körperlichen und rufschädigenden Aggression gegenüber Zahnärzten sei vergleichbar mit den Werten einer Parallelstudie von NYU-Forschern zur Aggression gegenüber Zahnmedizinstudenten, die Anfang 2020 im Journal of Dental Education veröffentlicht wurde. Studierende seien allerdings noch viel häufiger (86 Prozent gegenüber 55 Prozent) Opfer verbaler Angriffe als ihre erfahreneren Kollegen.

Gewalt als Reaktion auf Angst, Schmerz, Misstrauen und Wut

„In der Zahnmedizin gibt es viele Situationen, die starke negative Emotionen hervorrufen können, wie Angst, Schmerz, Misstrauen und Wut. Viele Patienten leiden auch unter einem hohen Maß an Angst und Verletzlichkeit, was negative Reaktionen oder Aggressionen verstärken kann “, erklärte Rhoades. "Die Feststellung, dass Aggressionen gegenüber Zahnärzten ein Problem sind und wie oft sie auftreten, kann uns nun helfen, Interventionen zu entwickeln, um diese Übergriffe zu verhindern."

Die Raten unterstreichen den Autoren zufolge die Notwendigkeit, dieses Problem in Zahnarztpraxen anzugehen, einschließlich proaktiver Schritte, die unternommen werden könnten, um die Aggression von Patienten in Zahnarztpraxen zu verringern.

Kimberly A. Rhoades et al., "Patient aggression toward dentists", Jada, VOLUME 151, ISSUE 10, P764-769, OCTOBER 01, 2020, https://doi.org/10.1016/j.adaj.2020.06.041

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