Editorial

Es wird nicht einfacher

Corona und kein Ende. Knapp hat zwei Jahre hält das Virus nun schon die Welt im Griff. Die Impfungen sollten die Wende bringen, aber bisher hat sich das Virus mit seinen Varianten dem entzogen. Gleichwohl sind die Impfungen die beste Waffe, die wir haben, um die Pandemie zu beenden. Wie sich die Omikron-Variante auswirken wird, wissen wir noch nicht. 

Das hochemotionale Thema Impfung zieht sich inzwischen durch Familien, Freundeskreise und Arbeitsplätze. Die Impfpflicht für alle Beschäftigten in Arzt- und Zahnarztpraxen ist beschlossen. Bis zum 15. März diesen Jahres muss der vollständige Impfschutz erreicht sein, sonst drohen Beschäftigungsverbote. In dieser Ausgabe klären wir Sie darüber auf, welche Regelungen gelten und worauf zu achten ist. Allerdings sind einige Fragen rechtlich noch nicht abschließend geklärt. 

Gleiches gilt für das Thema „Impfen in Zahnarztpraxen“. Auch hier ist die gesetzliche Grundlage gelegt, gleichwohl gibt es vor einer praktischen Umsetzung noch einige Hürden zu überwinden. Großer Unterschied zur Impfpflicht für die in Praxen Tätigen: Die Durchführung von Impfungen ist freiwillig. Bevor geimpft werden darf, muss eine sechsstündige ärztliche Schulung absolviert werden. Diese Voraussetzung wird bei Zahnärztinnen und Zahnärzten nicht nur für Freude sorgen.

Angesichts der bevorstehenden Impfpflicht gibt es bei nicht wenigen Zahnärztinnen und Zahnärzten und ihrem Personal Unmut darüber, dass Patienten bisher keinen Nachweis über den Impf- oder Genesenenstatus bezihungsweise über einen aktuellen Test in der Praxis vorlegen müssen. In unserer klinisch-ethischen Falldiskussion in diesem Heft wägen die Experten ab, ob eine 3G-Regelung für Patienten angemessen und sinnvoll ist.

Wie es um die Geschlechtergerechtigkeit in den oberen Ebenen der zahnärztlichen Selbstverwaltung bestellt ist, beleuchten wir ebenfalls in diesem Heft. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es gibt noch einige Luft nach oben. Darüber, wie das Ziel Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen ist, haben wir mit Zahnärztinnen gesprochen, die es in der Standespolitik weit gebracht haben. Dabei gehen die Auffassungen durchaus auseinander.

Nachhaltigkeit kann man als ein sogenanntes Buzzword bezeichnen. In aller Munde, teilweise missbräuchlich verwendet, macht die Diskussion um Nachhaltigkeit auch vor den Zahnarztpraxen nicht halt. Wir versuchen eine Bestandsaufnahme und zeigen, an welchen Stellschrauben gedreht werden kann. Darüber sprachen wir auch mit Dr. Daniel Hellmann, Direktor der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe. Er ist sich sicher, dass es sich bei Nachhaltigkeit nicht um ein Modethema handelt. Die Akademie hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Zahnärzteschaft dafür zu sensibilisieren.

Außerdem gehen wir in dieser Ausgabe der Frage nach, wie es um die Anerkennung von Zahnärztinnen und Zahnärzten aus Nicht-EU-Staaten steht. Die Bundeszahnärztekammer spricht sich für eine bundesweit einheitliche dreiteilige Kenntnisprüfung aus, denn eine Anerkennung nach Aktenlage sei nicht geeignet, um die notwendigen Qualitätsstandards im Sinne des Patientenschutzes zu gewährleisten. 

Daneben berichten wir vom Deutschen Implantologentag in Wiesbaden und von der 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ). Der Implantologentag stand diesmal ganz im Zeichen des inner- und interdisziplinären Austauschs. Zum einen war eine Reihe von anderen zahnärztlichen Fachgesellschaften eingeladen, zum anderen aber auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Es ist gut zu sehen, dass sich Grenzen zwischen den Disziplinen, die in der Praxis ohnehin oft nicht mehr existent sind, auch auf Fachebene auflösen. Übergreifende Zusammenarbeit, um den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden, lautet das Stichwort. Auch die DGZ-Jahrestagung schaute in die Zukunft. Es zeigt sich, dass die Entwicklung hin zu immer weniger invasiven Therapien geht. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten der Zahnerhaltung immer weiter ausgedehnt.

Das Jahr 2022 fängt also je nach Blickwinkel spannend oder herausfordernd an. In fast zwei Jahren Pandemie hat sich die deutsche Zahnärzteschaft bewährt. Sie wird es sicher auch weiterhin tun. Einfacher wird es derzeit aber nicht.

Viel Spaß bei der Lektüre.

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