Lieferengpässe bei Arzneimitteln

„Wir hängen am Tropf Chinas!“

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Heftarchiv Politik
Ausgabe 5/2017
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IDS 2017 – Zahnmedizin heute: intelligenter, komfortabler, teurer

Hersteller drücken Preise

Insgesamt gebe es eine sehr hohe Abhängigkeit der Antibiotikaversorgung vor allem von Herstellern aus China, die bereits „wesentliche Teile der gesamten Weltmarktproduktion auf sich vereinigen“. Im Klartext heißt das: 80 Prozent der für die Antibiotika-Produktion in Deutschland benötigten Wirkstoffe kommen mittlerweile aus dem Nicht-EU-Ausland.

Welche Konsequenzen das haben kann, zeigt sich am Beispiel Piperacillin: So gibt es für dieses Antibiotikum nur noch zwei große Hersteller. Beide sitzen in China und decken nahezu den gesamten globalen Bedarf für diesen Wirkstoff. Als es in einer der dortigen Fabriken vor Weihnachten zu einer Explosion kam, brach ein wesentlicher Teil der Produktionskette zusammen. Seitdem steht der Wirkstoff auf der Liste des BfArM – mit dem Hinweis „Aktuell keine Ware, mögliche Zwischenbelieferung ist in Klärung“.

Auch bei Metronidazol werden die Apotheker vermutlich noch eine Weile mit Lieferengpässen zu kämpfen haben. Hersteller Stada gibt an, die Liefersituation mit dem Rohstofflieferanten werde sich voraussichtlich erst wieder Mitte des Jahres entspannen. Auch bei Hexal wird wegen Produktionsschwierigkeiten für die Packung à 14 Stück und 400 mg kein Nachschub vor Ende April erwartet. Für die größere Packung mit 20 Stück kann die Firma derzeit gar keinen Liefertermin nennen. Ebenfalls nicht lieferfähig ist derzeit Ratiopharm. Der Hersteller geht davon aus, dass vermutlich Ende Februar beziehungsweise Anfang März wieder Ware zur Verfügung stehen wird. Von Aristo liegen keine Informationen zur Lieferfähigkeit vor – ebenso wenig bei Heumann. Pro Generika fordert die Politik zum Handeln auf und dafür zu sorgen, dass in der EU die Produktionskapazitäten für Wirkstoffe von Antibiotika wieder aufgebaut werden. Deutschland dürfe nicht länger am Tropf Chinas hängen.

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