Stellungnahmen zum IQWiG-Vorbericht zu Parodontitistherapien

Zahnmedizin steckt in der Evidenzfalle

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Heftarchiv Politik
Ausgabe 5/2017
Ausgabe 5/2017
IDS 2017 – Zahnmedizin heute: intelligenter, komfortabler, teurer

‚bestmögliche‘ versus ‚bestverfügbare‘ Evidenz

Dann folgt das ‚Aber‘: Das Paradigma, dass nur die theoretisch „bestmögliche Evidenz“ als Basis für weitere Ableitungen herangezogen werden kann, teilt die KZBV mit dem IQWiG nicht: „Studien auf diesem Niveau sind für klinische Fragestellungen in kaum einem praktisch-operativen Fachbereich – wie der Zahnheilkunde – realisierbar. In der Konsequenz müsste allen entsprechenden Fachbereichen ein Nutzen abgesprochen werden“, sagt die KZBV in ihrer Stellungnahme. Aus diesem Grund verwende die evidenzbasierte Medizin auch den Begriff „bestverfügbare Evidenz“. „Es sei auch der forschenden zahnmedizinischen Community unterstellt, dass sie sich im Rahmen der bisherigen wissenschaftlichen Kriterien für klinische Studien und den ethischen Vorgaben um die Realisierung des bestmöglichen Studiendesigns bemüht“, sagt die KZBV.

In der Zahnmedizin werden außerdem zumeist Studien im Split-Mouth-Design durchgeführt, bei denen die Kontrolle und Intervention in einer Mundhöhle verglichen werden, führt sie in ihrer Stellungnahme aus: „Viele dieser relevanten und qualitativ hochwertigen Studien werden im Vorbericht jedoch mit dem Argument ausgeschlossen, dass die Abhängigkeit der erhobenen Daten unklar ist. Dies ist nicht nachvollziehbar, da gerade dieses Studiendesign interindividuelle Variabilitäten zum Beispiel durch unterschiedliches Putzverhalten ausschließt und somit Verzerrungen minimiert werden. Bekannte und unbekannte personengebundene Störgrößen werden quasi gleichmäßig auf ‚Interventions- und Kontrollgruppen‘ verteilt.“

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