Der besondere Fall mit CME

Hibernom: Ein seltener Befund

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Heftarchiv Zahnmedizin
Ausgabe 6/2022
Ausgabe 6/2022
Einrichtungsbezogene Impfpflicht startet
Submandibuläre Schwellungen können vielfältige Ursachen haben – von harmlosen Infektionen im Halsbereich bis hin zu schwerwiegenden malignen Erkrankungen. Bei einer 49-jährigen Patientin führte die Suche nach der Ursache zu einer besonderen Diagnose.

Die Patientin stellte sich in der Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie – Plastische Operationen der Universitätsmedizin Mainz mit einer seit mehreren Jahren bestehenden und größenprogredienten Schwellung submandibulär links vor (Abbildung 1). Nachts bereitete diese ihr zunehmend Schmerzen, insbesondere in Linksseitenlage.

Palpatorisch präsentierte sich ein prall-kugeliger Tumor, der zum umliegenden Gewebe gut verschieblich war. Die bildgebende Diagnostik mittels B-Mode-Sonografie zeigte eine echoreiche, scharf begrenzte Raumforderung mit dorsaler Schallverstärkung (Abbildung 2). Aus der Zusammenschau aus klinischem und sonografischem Bild wurde der Verdacht auf ein Lipom gestellt. Die alio loco angefertigte MRT bekräftigte diese Verdachtsdiagnose, zudem zeigte sich darin die Unterbrechung des Platysma durch das verdrängende Wachstum des Befunds in die Tiefe (Abbildung 3).

Die Patientin wurde darauf über zwei wesentliche Therapiealternativen aufgeklärt: die Entfernung der Raumforderung über einen extraoralen Zugang und deren potenziellen Risiken (hängende Unterlippe durch Schädigung von Ausläufern des Facialisnerven, Narbenbildung) mit dem Vorteil der histologischen Sicherung gegenüber dem Belassen der Läsion und einer engmaschigen Verlaufskontrolle ohne Entitätssicherung. Die Patientin entschied sich für unsere Empfehlung der Exzision des Befunds bei vorhandenen Beschwerden und der langsamen Größenzunahme.

Intraoperativ wurde der Befund über einen submandibulären Schnitt unter Darstellung und Schonung des Nervus facialis in toto entfernt (Abbildungen 4 bis 6). In der histologischen Aufbereitung zeigte sich ein Hibernom mit zahlreichen großen uni- sowie plurivakuolären, lipidreichen Zellen (Abbildung 7). Bei einer Nachsorgezeit von nunmehr einem Jahr zeigte sich kein Anhalt auf das Vorliegen eines Rezidivs.

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