Landessozialgericht Baden-Württemberg

TI-Konnektor: Klage gegen vollständige Kostenerstattung abgewiesen

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Heftarchiv Politik
Ausgabe 23/2022
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Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat die Klage eines Arztes abgewiesen, der von seiner KV die komplette Erstattung der Kosten beim Betrieb des Konnektors für die Telematikinfrastruktur (TI) verlangt hatte.

Mit Urteil vom 30. Oktober 2020 hatte das Sozialgericht Stuttgart die Klage abgewiesen, die Berufung aber zugelassen. Zur Begründung hatten die Richter ausgeführt, die KV habe im Bescheid die Pauschalen nach der TI-Finanzierungsvereinbarung zutreffend und der Höhe nach korrekt berechnet. Für die Erstattung höherer Kosten fehle es an einer Anspruchsgrundlage.

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg wies die Berufung des Arztes nun zurück und bestätigte die Vorinstanz: Der Anspruch auf Kostenerstattung ergebe sich aus der im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften abgeschlossenen „TI-Finanzierungsvereinbarung“. Jene regele abschließend und ausschließlich via Pauschalen die Erstattung der Kosten, die der Vertragsarztpraxis durch die Einführung und den Betrieb der TI entstehen.

Diesem Auftrag seien die Vertragspartner vollständig nachgekommen. Die festgelegten Pauschalen habe die KV dem Arzt in richtiger Höhe gutgeschrieben. Eine Erstattung von Lohnkosten für Praxismitarbeiter, die bei der Behebung technischer Probleme der PVS infolge der Inbetriebnahme des TI-Konnektors und der Anbindung an die TI entstanden sind, sehe weder das Gesetz noch die TI-Finanzierungsvereinbarung vor. „Es handelt sich weder um erstmalige Ausstattungskosten noch um Kosten, die dem Kläger im laufenden Betrieb 
der TI, sondern im Betrieb der Praxissoftware entstanden seien“, stellten die Richter fest.

Bei Programmfehlern oder Anpassungsbedarf der PVS sei nicht die KV, sondern der Softwarehersteller zuständig. Dass in dem betreffenden Zeitraum die der TI-Finanzierungsvereinbarung zugrunde gelegten Marktpreise nicht den tatsächlichen Preisen entsprochen hätten, treffe nicht zu.

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