Barmer-Zahnreport 2022

Krankenkasse bestätigt Nutzen der zahnmedizinischen Prävention

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Heftarchiv Zahnmedizin
Ausgabe 21/2022
Ausgabe 21/2022
Was tun bei Kiefergelenkluxation?
Die Effekte der zahnmedizinischen Prävention sind Gegenstand des neuen BARMER-Zahnreports mit dem Titel 
„Entwicklung der vertragszahnärztlichen Versorgung über neun Jahre: Von der Kuration zur Prävention?“, den die Krankenkasse am 20. Oktober 2022 in Berlin vorstellte. Die Autoren der Studie ziehen ein aus Sicht der Zahnmedizin erfreuliches Fazit.

Das Ergebnis des Reports „belegt eindeutig, dass die Zahnmedizin insgesamt in die richtige Richtung geht“, sagte BARMER-Vorstandschef Prof. Dr. Christoph Straub anlässlich der Vorstellung des Zahnreports. Der Wandel von der kurativen zur 
präventiven Zahnmedizin sei allerdings längst noch nicht vollzogen. Deshalb müsse es von allen Akteuren mehr Anstrengungen geben. Die Barmer selbst werde Straub zufolge für ihre rund neun Millionen Versicherten ein umfangreiches Angebotspaket bestehend aus 
Information, Beratung und auch Satzungsleistungen erarbeiten, um die zahnmedizinische Prävention voranzubringen.

Grundlage für die Studie waren die Abrechnungsdaten der Krankenkasse, die mit rund neun Millionen Versicherten etwa 12,5 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten stellt. Die methodische Annäherung an die Fragestellung sei mit Abrechnungsdaten allerdings „nicht ganz einfach“, erklärte Prof. Dr. Michael Walter aus Dresden. Man könne die erbrachten Präventionsleistungen keinesfalls ausreichend abbilden, weil viele Leistungen - wie die Professionelle Zahnreinigung - als Privatleistungen erbracht werden. Man habe jedoch ein geeignetes Ersatzkriterium gefunden: die Häufigkeit der Inanspruchnahme 
invasiver Leistungen. Damit könne indirekt die Ausrichtung der Therapien abgebildet werden, erklärte Walter.

Anlässlich der Veröffentlichung des Zahnreports haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) einmal mehr den Stellenwert von 
Prävention und Prophylaxe in der modernen Zahnmedizin betont. Zugleich übten die zahnärztlichen Bundeskörperschaften deutliche Kritik an der aktuellen Regierungspolitik, die durch Budgetierung und Deckelung eine präventionsorientierte Versorgung erheblich erschwere.

Vorsorge zahlt sich aus 

„Die Zahnärzteschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten einen erfolgreichen Wandel gestaltet – weg von der kurativen, hin zu einer präventiven Ausrichtung der Zahnheilkunde. ‚Vorsorgen statt versorgen‘ lautet 
unser Motto. Damit haben wir den Grundstein gelegt, um für alle Menschen beste Voraussetzungen für ein lebenslang gesundes Gebiss und eine dauerhaft gute Mundgesundheit zu schaffen“, sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV.

BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz betonte in seinem Statement die sichtbaren Ergebnisse der zahnmedizinischen Prävention: „Die Investitionen in Vorsorge zahlen sich aus, denn so wird eine wesentlich kostenintensivere Krankheitslast vermieden – über viele Jahre hinweg.“ Die Karies bei Kindern sei auf ein Zehntel gesunken. „Bei Erwachsenen ist die Zahl der Füllungen rückläufig, Zahnverluste haben sich halbiert. 
Senioren weisen durchschnittlich fast sieben eigene Zähne mehr auf als noch zur Jahrtausendwende.“

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