Zahnärztetag Mecklenburg-Vorpommern

Spannende Fortbildung mit Ostseeblick

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Heftarchiv Politik
Ausgabe 18/2022
Ausgabe 18/2022
Zahngesundheit per Video?
Nach zweijähriger Einschränkung hat am 2. und 3. September der 30. Zahnärztetag Mecklenburg-Vorpommern wieder in Präsenz im traditionsreichen Hotel Neptun in Warnemünde stattgefunden. Rund 300 Zahnärztinnen und Zahnärzte und etwa 100 Zahnmedizinische Fachangestellte kamen an der Ostsee zusammen. „Der heranwachsende Patient – Prävention und interdisziplinäre Therapie“ lautete das Thema des Zahnärztetages, der gleichzeitig die 72. Jahrestagung des Mecklenburg-Vorpommerschen Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde an den Universitäten Greifswald und Rostock e. V. war.

Das aus dem Fachbereich der Kieferorthopädie stammende Thema „Der heranwachsende Patient“ wurde in Warnemünde umfassend interdisziplinär aufbereitet. So fanden sich unter den Referentinnen und Referenten neben Zahnärzten und Kieferorthopäden ein HNO-Arzt oder Logopädinnen und Myofunktionstherapeutinnen. Die wissenschaftliche Leitung hatte Prof. Dr. Franka Stahl. 

„Aligner-Behandlung ist komplex“

Die Präsidentin der Zahnärztekammer M-V, Stefanie Tiede, ging in ihrer Begrüßungsrede neben dem Tagungsthema auf die Problematik von Aligner-Shops ein. Aligner hätten sich inzwischen in der Fachwelt etabliert. „Das Prinzip klingt vermeintlich einfach, ist aber komplex. Denn jede Veränderung beeinflusst das gesamte Gebiss“, betonte Tiede. Ergo gehörten Aligner-Behandlungen in die Hände von Zahnärzten und Kieferorthopäden. Es bestehe der Verdacht, dass bei gewerblichen Aligner-Anbietern medizinische Standards mitunter unterschritten werden, was unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge habe. Darüber hinaus beleuchtete Tiede die besondere Rolle der Zahnärztekammern mit Blick auf die teilweise ablehnende Haltung jüngerer Kolleginnen und Kollegen sowie den weiter steigenden Personalmangel. 

gKV-Finanzgesetz treibt Standespolitik um

In einem Grußwort bezog die Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer, Dr. Romy Ermler, Stellung zum geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG): „Hier macht die BZÄK gemeinsam mit der KZBV und im Verbund mit den Landeszahnärztekammern auf allen politischen Ebenen Alarm, um Minister Lauterbachs Gesetzespläne noch zu ändern. Wie man die gerade erst genehmigte PAR-Behandlungsstrecke unter Budgetierung stellen kann und damit faktisch wieder stoppt, ist mir ein Rätsel.“ Gerade Lauterbach als Arzt müsse doch um die Wichtigkeit von Prävention wissen. Mit Blick 
auf das Tagungsthema „Der heranwachsende Patient“ mahnte Ermler die Wichtigkeit der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe an. Nach den Pandemie-bedingten Einschränkungen sei es wichtig, dass die Gruppenprophylaxe an Kitas und Schulen wieder volle Fahrt aufnehme.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Gunnar Letzner, warnte in seinem Grußwort auf dem Zahnärztetag vor den gravierenden Folgen des GKV-FinStG. Er befürchtet eine „Budgetierung durch die Hintertür“ und weitere Einsparmaßnahmen in der Zukunft. „Das wird nur der Anfang sein“, erklärte Letzner und riet seinen Kolleginnen und Kollegen, die Patientinnen und Patienten über die möglichen Folgen des Gesetzesvorhabens aufzuklären.

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