Implantologie

CAMLOG: Herausforderungen des Praxisalltags meistern

Unter der Leitung der beiden Kongresspräsidenten Prof. Dr. Frank Schwarz, Düsseldorf, und Prof. Dr. Piotr Majewski, Krakau, präsentierten in der Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen 76 Referenten und Chairs aus zwölf Ländern in mehr als 35 wissenschaftlichen Vorträgen spannende Fallbeispiele und Hands-on-Workshops.

Unter dem Motto "Tackling everyday challenges" standen vom 9. bis 10. Juni aktuelle Entwicklungen in der dentalen Implantologie und deren Umsetzung in der Praxis im Fokus. Barfuß

Die Teilnehmer des ICC 2016 wurden von Einheimischen in traditionellen Krakauer Trachten empfangen.
Das Auditorium füllte sich schnell.
Krakauer Volkstanzgruppe bei der Kongresseröffnung
Gerhard Neuendorf, Dr. Kirsch GmbH, CAMLOG-Geschäftsführer Michael Ludwig, Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader, Frankfurt (v.l.)
CAMLOG-Geschäftsführer Michael Ludwig (r.) bei der Kongresseröffnung
Christian Rähle, Leiter Produktmanagement und Entwicklung, CAMLOG Biotechnologies AG, stellte die zweiteiligen Keramikimplantate des Schweizer Unternehmens Axis Biodental der Fachpresse vor.
Dr. René Willi, Delegate und Mitglied des Aufsichtsrates der CAMLOG Holding
Dr. Alex Schär, Member of the Council, CAMLOG Foundation, bei der Pressekonferenz
Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden moderierte die erste Session "Basisprinzipien in der Behandlungsplanung, Implantatprothetik und Prothetik".
PD Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen, im Gespräch mit japanischen Teilnehmern.
Prof. Dr. Katja Nelson, Freiburg, und ihr ehemaliger Studienkollege Dr. Stefan Neumann
Kongresspräsident Prof. Dr. Piotr Majewski (PL) eröffnete den ICC 2016 mit seinem Vortrag zur Behandlungsplanung in der täglichen Praxis.
Stanley M. Bergman, CEO und Chairman von Henry Schein, im Gespräch mit Andrea Nikuta-Meerloo, Deutscher Ärzteverlag
PD Dr. Michael Stimmelmayr, Cham, mit Prof. Dr. Gerald Kennmair, Österreich (r.)
Gespräche in der Pause bei bestem Wetter
Kongresspräsident Prof. Dr. Frank Schwarz bei seinem Vortrag "Periimplantitis: Behandeln oder Entfernen des Implantats?" in der Session "Die Debatte"
Eine prospektive Studie für CAMLOG on 4 präsentierte Dr. Thomas J. Balshi (US)
Nahezu 100 Posterpräsentationen standen bereit, darunter auch die der Gruppe um Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Hamburg, geforscht wird hier u. a. in puncto Entwicklung biokompatibler Membranen auf Basis von Raupenseide.
Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz, während seines Vortrags
Jürg Eichenberger, Ehrenpräsident des Verwaltungsrats der CAMLOG Holding, Andrea Nikuta-Meerloo, Deutscher Ärzteverlag (li) und CAMLOG-Mitarbeiterin
Dr. Dirk Duddeck, Berlin, befasst sich seit Jahren mit Implantathygiene, lieferte eine REM Oberflächenanalyse von 120 steril verpackten Implantaten. Er hält neue Hygienestandards für angebracht.
Posterausstellung: Die Gruppe um Prof. Dr. Katja Nelson und Dr. Tabea Flügge (Bild), Freiburg, hat eine MRT-Methode entwickelt, mit der schnell hochauflösende dreidimensionale Bilder gemacht werden können. Im Unterschied zum Röntgen lässt sich damit nicht nur Hartgewebe wie Zähne und Knochen darstellen, sondern auch Weichgewebe wie Zahnfleisch und Nerven. In Krakau stellte Flügge die Methode vor.
Prof. Dr. Jürgen Becker moderierte die Session "Klinische Forschung für die tägliche Praxis". Hier mit Dr. Stefan Ulrici, der seine dreijährige iSy-Studie präsentierte.
ZTM Carsten Fischer beim Vorkongress
Erstmals bot CAMLOG am Vortag einen Digital Dentistry Pre-Congress. Spannend: Ein Vortrag im Team: Dr. Peter Gehrke, Ludwigshafen, (hier im Bild) und ZTM Carsten Fischer, Frankfurt, zur digitalen Implantatprothetik.
Dipl. Ing. Uwe Herzog, Vertriebsmanager CAD/CAM-Systeme bei Henry Schein Dental Deutschland und Produktmanager ConnectDental.
Impressionen in unmittelbarer Kongressnähe
Die berühmte Krakauer Marienkirche ist nur eine unter zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, Mainz, (r.) mit Reiner Mayenschein, Verkaufsleiter CAMLOG Vertriebs GmbH

Mit mehr als 1300 Teilnehmern aus 33 Ländern konnte CAMLOG erneut einen Besucherrekord verbuchen. Unter dem Motto "Tackling everyday challenges" standen vom 9. bis 10. Juni aktuelle Entwicklungen in der dentalen Implantologie und deren Umsetzung in der Praxis im Fokus. Bekanntgegeben wurde zudem der CAMLOG-Einstieg in das Keramikimplantat-Segment über den Erwerb von 51 Prozent der Aktien des Schweizer Unternehmens Axis Biodental. Highlight ist ein innovatives zweiteilige Keramikimplantat, das zum Frühjahr 2017 unter dem Label CAMLOG vermarktet werden soll.

Die Grundprinzipien der Behandlungsplanung, ob im Seitenzahnbereich oder in der ästhetischen Zone, waren die Themen des ersten Kongresstags. "Behandlungsplanung für die tägliche Praxis" lautete auch der Titel des Auftaktvortrags von Kongresspräsident Majewski.  A und O für den Erfolg sei die Fallselektion, betonte er. Das gelte vor allem für die Sofortimplantation. Sollte man also sicherheitshalber konventionell vorgehen? Nur dann, wenn die Sofortimplantation in der ästhetischen Zone wirklich kontraindiziert ist, meint Dr. Paul Sipos (Amsterdam). Denn bei korrekter Diagnose und exakter Behandlungsplanung ließen sich per Sofortimplantation aufwendige Augmentationen vermeiden. Anhand unterschiedlicher Fallbeispiele demonstrierte er, wann welches Vorgehen indiziert ist und die besten Ergebnisse liefert. Nicht der Zeitpunkt der Implantation sei der entscheidende Faktor für die beste Ästhetik, sondern das richtige Timing für Weich- und Hartgewebsvermehrung und die korrekte Implantatposition, vertritt PD Dr. Michael Stimmelmayr, Cham. Er favorisiert die Sofortimplantation im Frontzahnbereich nur dann, wenn das Knochenvolumen garantiert dafür reicht und die bukkale Lamelle vorhanden ist. Die „jumping distance“, also den Spalt zwischen Implantat und Alveolenwand, füllt er grundsätzlich auf. Die Sofortimplantation und die verzögerte Sofortimplantation seien komplizierter als das konventionelle Vorgehen, stellte er heraus, erfordere aber weniger Augmentationen als die Spätimplantation.

Herausforderungen und Handling in der posterioren Zone

Nicht aus ästhetischen Erwägungen, sondern mit Blick auf den Patientenkomfort ziehe man Sofortimplantation und -belastung im Seitenzahnbereich in Betracht, wie Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz, ausführte. Die Sofortbelastung empfiehlt er aber nur beim „zahnlosen Kiefer“, da sei sie "well documented". Bei noch teilweise bezahnten Patienten sei die Datenlage dagegen dürftig. Von Sofortimplantationen in entzündete Alveolen hält Al-Nawas wenig: "Muss man das wirklich tun?", fragte er. 

Mehr Patientenkomfort versprechen auch kurze Implantate. Das zeigte Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader, Frankfurt. Doch wie kurz ist heute kurz? "Hier fehlt es an Konsens", sagt Sader. Die Spanne reiche von 5 bis 10 mm, inzwischen diskutiere man sogar schon über 4-mm-Implantate. Damit kann er sich aber nicht anfreunden. 6 bis 8 mm hält er dagegen für eine  „vernünftige Kürze“. Die 7-mm-CAMLOG-Implantate (mit Platformswitch) hält er für eine "gute Alternative zu Knochenersatzmaterial". Indiziert seien die Kurzen aber ausschließlich im Seitenzahnbereich (subkrestal implantiert, gedeckt eingeheilt) und nicht in der ästhetischen Zone, betonte er.

Pre-Congress am Vortag

Erstmals bot CAMLOG am Vortag einen Digital Dentistry Pre-Congress. Spannend:  Ein Vortrag im Team zur digitalen Implantatprothetik von Dr. Peter Gehrke, Ludwigshafen, und ZTM Carsten Fischer, Frankfurt. Der Oberbegriff CAD/CAM sei kein Gütesiegel, viel mehr ein Sammelbegriff, warnte Gehrke. Es gelte, die handwerklichen Skills mit der neuen Technik zu verknüpfen. Stimme die Implantatposition nicht, könne keine CAD/CAM-Fertigung das Outcome retten. Die Zusammenarbeit von Chirurgie und Prothetik sei der Erfolgsgarant für ästhetische Ergebnisse.

Einstieg in das Keramikimplantat-Segment

Ebenfalls am Vortag skizzierte die CAMLOG-Führungsmannschaft die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Jedes vierte in Deutschland verkaufte Implantat ist heute ein CAMLOG-Implantat und jedes dritte CAMLOG-Implantat wird außerhalb Deutschlands verkauft. Seit dem ICC 2014 hat das Unternehmen zehn neue Produkte und Behandlungskonzepte auf den Weg gebracht. Und mit dem Einstieg in das Keramikimplantat-Segment geht das Wachstum weiter. Die Vereinbarung mit Axis Biodental erweitere das CAMLOG Produktangebot, das nun über eine breite Palette von Keramik-Implantaten, prothetische Komponenten und ein einfach zu bedienendes Chirurgie-Kit verfüge.

Oral Reconstruction Foundation

Und auch die CAMLOG Foundation wird größer und internationaler. Gegen Jahresende wird sie Oral Reconstruction Foundation heißen. Zweck und Mission ändern sich aber nicht, betonte Prof. Dr. Jürgen Becker, Präsident der CAMLOG Foundation. Die von Wissenschaftlern gegründete Stiftung schweizerischen Rechts, setze sich auch weiterhin mit gezielter Unterstützung junger Talente, Förderung der Grundlagen- und angewandten Forschung sowie kontinuierlicher Aus- und Weiterbildung für den Fortschritt der dentalen Implantologie und verwandter Bereiche zum Wohle der Patienten ein. In Wahrnehmung ihrer wissenschaftlichen Verantwortung hat die Foundation zudem das Patronat der alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen CAMLOG Kongresse übernommen.

CAMLOG

Maybachstraße 5
71299 Wimsheim

Telefon: +49 7044 9445-0
Telefax: +49 7044 9445-20

Webseite: www.camlog.de
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