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COLTENE: Gipfeltreffen der Vordenker

2. Europäisches COLTENE Key Opinion Leader-Meeting eint namhafte Dental-Experten aus über 25 Nationen. Getreu der jüngsten Qualitätsoffensive „Upgrade Dentistry“ des Schweizer Dentalspezialisten entwerfen international führende Zahnärzte, Wissenschaftler und Erfinder eine gemeinsame Vision der Zahnmedizin der Zukunft.

Fotos: COLTENE

Jeder kreative Vordenker braucht eine Quelle der Inspiration: Im Rahmen seiner aktuellen Kompetenzkampagne „Upgrade Dentistry“ lud der Altstätter Innovationsführer COLTENE nun knapp 100 Dental-Experten aus ganz Europa nach Zürich ein, um über neueste Entwicklungen und Ansätze im Bereich der restaurativen Zahnheilkunde und Endodontie zu diskutieren. Vor der traditionsreichen Kulisse der ehemaligen Garnspinnerei Letten im Riverside Glattfelden begrüßte CEO Martin Schaufelberger Resto-Legenden, Materialkenner sowie die europäische Endo-Elite zur kollektiven Suche nach den Praxislösungen von morgen. Schließlich ist der Anbieter hochmoderner Komposite und ausgeklügelter Behandlungshilfen überzeugt, dass es immer noch ein Stück besser, einfacher und zuverlässiger geht.

Endodontie in allen Dimensionen

Tag Eins des Meetings war diesmal der Endodontie gewidmet. Den perfekten Vorsitzenden für diesen Bereich verkörperte Prof. Dr. Hagay Shemesh, Leiter der Endodontologie am renommierten Amsterdammer ACTA (Academisch Centrum Tandheelkunde Amsterdam). Als eines der modernsten Institute fungiert das ACTA als globaler Impulsgeber der Dentalwelt. So bildet es beispielsweise seinen zahnärztlichen Nachwuchs in digitalen Simulationsbereichen aus, die auf den Simulatoren für das Pilotentraining der internationalen Luft- und Raumfahrt entwickelt wurden, und diesen in nicht viel nachstehen.

Der britische Endo-Spezialist Prof. Dr. Kishor Gulabivala demonstrierte den Zahnärzten, inwiefern das räumliche Vorstellungsvermögen eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung beeinflusst. Nachdem er den Teilnehmern in seinem Vortrag über visuelle Wissensvermittlung die Gewissensfrage stellte, wieviel sie aus ihrer eigenen akademischen Ausbildung denn noch parat hätten, erläuterte er die Unterschiede von „oberflächlichem“ und „tiefem“ Lernen und dass Spitzensportler die zu bewältigende Wettkampfstrecke stets vorab im Geiste durchliefen. Seiner Meinung nach profitierten Endo-Experten, die sich bei der Behandlung vor allem auf ihre taktilen Erfahrungen verlassen müssten, ebenso von einer guten anatomischen Vorstellungskraft.

Dr. Joerd van der Meer, der sich während seiner Zeit am Medical Centre and University Hospital of Groningen auf 3D-Technologie spezialisierte, zeigte, was im Bereich digitaler Workflows dank 3D-Druck und CBCT-Open Source-Programmen heutzutage schon alles möglich sei. Im Anschluss entführte er die Zuhörer in die futuristische Welt der Endo-Roboter, die künftig vollautomatisch den kompletten Wurzelkanal aufbereiten und obturieren könnten. Der Zahnarzt der Zukunft steuere hierbei in erster Linie die komplexen Behandlungsinstrumente und beurteile Sinnhaftigkeit oder auch Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Hightech-Verfahren.

Einen mikroskopisch-scharfen Blick darauf, was Dentin und Obturationsmaterial „im Innersten zusammenhält“, warf Dr. Paul Zaslansky von der Berliner Charité. Bildgebende Verfahren beeinflussen schließlich stark die Diagnosestellung. In der Forschung ermöglicht die synchrotron-basierte Mikro-Computertomographie zum Beispiel schon heute die exakte Untersuchung von Interferenzmustern und struktureller Inhomogenität.

Der italienische Prof. Dr. Eugenio Pedullà von der Universität in Katanien demonstrierte dann in seiner praktischen Vorführung, dass hochflexible NiTi-Feilen wie die HyFlex CM und EDM ungeahnte Möglichkeiten bieten, wenn es darum geht bei der Aufbereitung möglichst viel Kanalwand zu präparieren: Bezieht man die Vorbiegbarkeit der bruchfesten Feilen sogar auf den Schaft, lässt sich das dreidimensionale Wurzelkanalsystem mit den robusten Multitalenten auf äußerst clevere Weise nachempfinden. Im apikalen Drittel bevorzuge er ferner Feilen wie die HyFlex EDM 40.04 oder 50.02, die genügend Raum für die anschließende chemische Reinigung schafften, ohne durch einen überdimensionierten Taper den Zugang unnötig zu vergrößern.

Dr. Francisco Javier Rodríguez Lozano von der spanischen Universität Murcia schließlich schlug den Bogen zu biokeramischen Obturationsmaterialien. In seinem persönlichen Plädoyer zeigte er, wie körpereigene Zellen mit bioaktiven Bausteinen umgingen und wie natürliche, regenerative Prozesse heutzutage geschickt unterstützt werden könnten.

Anschließend verriet Dr. Barbara Müller, Managerin der Business Unit Endodontie, welche künftigen Dimensionen in diesem Bereich von COLTENE weiter ausgelotet werden und stellte u.a. die HyFlex Obturatoren vor. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bioaktiver Füllungsmaterialien illustrierte zudem eindrucksvoll COLTENEs bislang wohl berühmtester Patient Eisbär Lars. Das spektakuläre Behandlungsvideo fungierte einmal mehr als „Eisbrecher“: Viele Teilnehmer erkundigten sich nach dem Befinden des Raubtiers, welches sich 2015 aufgrund einer beidseitigen Pulpanekrose gleich einer doppelten Wurzelkanalbehandlung unterziehen musste. Veterinärmedizinische Fälle dieser Art sind im Endobereich tatsächlich durchaus keine Seltenheit.

Der Natur auf der Spur in der restaurativen Zahnheilkunde

Wohin die Reise in der ästhetischen Füllungstherapie geht, zeigte Gestaltungskoryphäe Dr. Roberto Spreafico aus Italien, am 2. Tag in gewohnt eindrucksvollen Bildern. Der Kompositfan plädierte für die Ausschöpfung der vielfältigen Möglichkeiten moderner Adhäsivsysteme. In seiner langjährigen Arbeit dokumentierte er unzählige klinische Fälle, die selbst nach 20 Jahren noch voll funktionstüchtig seien. Am Komposit schätze er vor allem die Zeitersparnis durch den wegfallenden Brennvorgang gegenüber einer üblichen Lithium-Disilikat-Krone: 71 Minuten benötige er durchschnittlich pro Behandlung, obgleich sich der ausgesprochene Künstler durchaus bis zu zehn Minuten zur Gestaltung einzelner Fissuren und Tiefen gönne.

Die Natur zum Vorbild nahm sich Dr. Nicolás Gutiérrez von der Universität Cataluña in Barcelona, der auch den Vorsitz der Veranstaltung am Vormittag übernommen hatte. Skelettfunde früher Hominiden wie das des berühmten Vormenschens „Lucy“ zeigen, dass sich die Schmelzstärke der menschlichen Spezies über die Evolution nur geringfügig verändert hat. Dr. Gutierrez zog daraus Rückschlüsse auf die Wichtigkeit des Schmelzes in der restaurativen Zahnheilkunde und motivierte die Zuhörer zu einer schmelzschonenden Präperationsweise. Ebenso demonstrierte er die Eigenschaft natürlicher Zähne, Spannungsspitzen zu absorbieren, die durch moderne CAD/CAM-Kompositblöcke mit ihrem dentinähnlichen E-Modul eindrucksvoll imitiert wird, und zusätzlich beim Patienten für ein natürliches Bissgefühl sorgen. Außerdem seien sie weniger spröde als klassische Keramik und schonen gleichzeitig den Antagonisten.

Die aktuelle Studienlage zu den mechanischen Eigenschaften derartiger Kompositblöcke wie BRILLIANT Crios ergänzte Dr. Ralf Böhner, Manager R&D Adhesive Materials COLTENE. Desweiteren gewährte er Einblicke in die streng geheimen Forschungslabore des Innovationsführers. Derzeit arbeite COLTENE bereits an entsprechenden kompositbasierten Discs für den Zahntechniker und untersuche vor allem die Vereinfachung des Farbmanagements durch sogenannte Multicolourlösungen. Der Pionier der ästhetischen Füllungstherapie verfolgt seit jeher das Ziel, besonders schnell und flexibel auf aktuelle Bedürfnisse der Zahnärzte zu reagieren.

Neue Konzepte in der präventiven Therapie

Wie eine immer älter werdende Patientenschaft künftig den Behandlungsalltag verändert, stellte dann am Nachmittag der zweite Vorsitzende Prof. Dr. Thomas Attin vom Zentrum für Zahnmedizin an der Universität Zürich vor. In seinem Vortrag über nicht-kariöse zervikale Läsionen widmete er sich nicht nur Klasse V-Defekten und Schmelzschäden, die aufgrund der momentanen Bevölkerungsentwicklung kontinuierlich zunehmen, sondern räumte zugleich ein, dass das Allheilmittel gegen Abrasionen und Abfraktionen leider noch nicht erfunden wurde. Je nach Fortschritt der Kavität empfahl er als Behandlungsoption einen Desensitizer oder ein Hochleistungskomposit in Verbindung mit einem zuverlässigen Adhäsivsystem.

Zu guter Letzt gab Prof. Dr. Ivo Krejci einen Ausblick auf die neue Rolle des Zahnarztes als lebenslanger „Dental Coach“. Künftig unterstützen die oralen Gesundheitsmanager in erster Linie ihre Patienten dabei, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Die Früherkennung mithilfe bildgebender Verfahren stehe daher im Mittelpunkt der Arbeit, die handwerkliche Umsetzung erfolge irgendwann ohnehin fast nur noch durch entsprechende Maschinen. An seiner Heimatuniversität Genf vertraut man konsequenterweise ganz auf moderne Adhäsivsysteme und hat im Sinne der Zahnhartsubstanzschonung gängige Kronenpräparationstechniken vom Lehrplan gestrichen. Ihre radikale Modernität bewiesen die Eidgenossen bereits in ihrem erfolgreichen Feldzug gegen Amalgam, was auch auf dem Kongress für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Den Kampfgeist der europäischen Dental-Elite erweckte zwischen den wissenschaftlichen Vorträgen übrigens zusätzlich ein traditioneller Warrior-Tanz neuseeländischer Maori.

Der nächste Schritt

Die internationalen KOL Meetings des Schweizer Dentalspezialisten sind fest etabliert, weitere Treffen in den USA und Lateinamerika längst geplant. Teilnehmer der Schweizer Gipfeltreffen schätzen vor allem, dass die visionären Runden einen echten Wissensaustausch ermöglichen. Passend zur Qualitätsoffensive „Upgrade Dentistry“ pflegt COLTENE seit jeher starken Kontakt mit führenden Wissenschaftlern und Zahnärzten weltweit. Wie jedes normale Praxisteam sind Key Opinion Leader jeder Zeit dazu eingeladen, Wünsche für neue raffinierte Erfindungen in die permanent laufende Produktentwicklung einzuspeisen.

„Die hohe Qualität unserer Produkte resultiert vor allem aus der engen Zusammenarbeit mit führenden Universitäten, Zahnärzten und Dentalspezialisten während des gesamten Kreativprozesses“, verrät Jörg Weis, Director Marketing. So endete das zweitägige Gipfeltreffen logischerweise mit den Anforderungen der europäischen Dental-Experten an künftige Materialien und Behandlungsmethoden. Denkbar wäre aus Sicht der Fachleute u.a. die Verbesserung bioaktiver Materialien wie GuttaFlow bioseal hin zur Individualisierung auf spezielle Patientengruppen und Indikationen. Neben der aktuell viel diskutierten Speicheldiagnose wären auch Testmethoden im Inneren des Zahnes oder intelligente Lasersysteme ein echter Gewinn für die tägliche Arbeit.

Auf den einschlägigen Kongressen sowie in seinem erfolgreichen Train-the-trainer-Programm wird COLTENE weiterhin den Dialog mit führenden Wissenschaftlern und Zahnärzten suchen. Darüber hinaus bietet das COLTENE Serviceteam eine Vielzahl praxisorientierter Angebote vom Hands-on-Workshop des Premiumherstellers im Fußballstadion bis zum tagesaktuellen Newsletter oder der praktischen Abrechnungshilfe für Endo-Einsteiger. Wer up-to-date mit den neuesten Entwicklungen der Dentalwelt bleiben möchte, findet auf www.coltene.com sowie in den diversen Online-Kanälen des Altstätter Innovationsführers jedenfalls schon heute jede Menge praktische Tipps und Informationen über die Behandlungskonzepte von morgen.

Coltène/Whaledent GmbH + Co. KG

Raiffeisenstr. 30
89129 Langenau

Telefon: 07345 805-0
Telefax: 07345 805-201

Webseite: www.coltene.com
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