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19. Lübecker hoT-Workshop zum Ökosystem Mensch

Vom orthomolekularen Status bis zur multi-organismischen Gesundheit: Beim 19. hoT-Workshop referierten anerkannte Experten über aktuelle Erkenntnisse zum Ökosystem Mensch, der Therapie einer CMD, über Silent Inflammation als Ursache von Parodontitis und Periimplantitis u.v.m. Durch das Programm führte Wiebke Volkmann, Geschäftsführerin von hypo-A.

Orthomolekularer Status als Grundlage des Erfolgs von phytotherapeutischen Behandlungen

Erster Referent war Prof. Dr. Claus M. Passreiter, Apotheker und Professor für Pharmazeutische Biologie aus Düsseldorf. Er ging der Frage nach, warum Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Phytotherapeutika so häufig von den Erfahrungsberichten abweichen. Seine anschauliche Erklärung: Die Wirkung von Phytotherapeutika hängt von der individuellen Konstitution der Patienten und insbesondere von ihrer orthomolekularen Versorgung ab. Sind beispielsweise Zink sowie die Vitamine C und D in ausreichendem Maß vorhanden, erhöht das die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, dass eine Behandlung mit Echinacea positiv anschlägt.

Plädoyer für effektive Ursachenfindung bei CMD fernab von Standarddiagnosen

In einem Gemeinschaftsvortrag widmeten sich anschließend Prof. Dr. med. dent. Olaf Winzen und Prof. Dr. med. dent. Stefan Kopp (beide Frankfurt / Main) der ganzheitlichen Diagnostik und Therapie der craniomandibulären Dysfunktion CMD unter der hypoallergenen orthomolekularen Therapie. Sie äußerten Kritik an der digitalen Verfahrenskette: Trotz CT, MRT, DVT und Co. fehle häufig eine individuelle Befundung und Untersuchung des ganzen Körpers der Patienten. Ohne ausführliche Diagnostik dürfe aber keine Therapie erfolgen! Winzen und Kopp plädierten für ein vollständiges Diagnosebild und Funktionsscreening des Patienten vor jeder Behandlung, wiesen in diesem Zusammenhang auf die Relevanz osteopathischer Verfahren hin und schilderten die Erfolge einer Therapie unter Zuhilfenahme von Orthomolekularia.

Wir sind viele! Zur multi-organismischen Gesundheit von Mensch und Tier

Prof. Dr. Dr. Thomas Bosch (Kiel), Biologe und vielfach ausgezeichneter Experte für das Mikrobiom und den menschlichen Organismus als komplexe Arten-Gemeinschaft, hat ein klar definiertes Ziel: Er möchte fundamentale Lebensprozesse in der Tiefe verstehen. „Es ist an der Zeit, systemisch zu denken.“, betonte er. Fundierte Aussagen über die Gesundheit des Menschen setzen fundierte Kenntnisse der Mikroben voraus, mit denen der Mensch in einer evolutionären Partnerschaft lebt und die für Stoffwechsel-, Entwicklungs- und Abwehrprozesse verantwortlich sind. Heute ist bekannt, dass viele Erkrankungen wie ADHS, Autismus und Co. eine mikrobielle Basis haben und Mikroben über Interaktion mit den Nervenzellen im Darm unter anderem Einfluss auf das soziale Verhalten ausüben. „Ängstlichkeit lässt sich transplantieren.“, so Bosch, der entsprechende Laborversuche durchgeführt hat. „Wir können komplexe Verhaltensweisen durch Bakterien manipulieren.“ Auch für Krebserkrankungen würden immer öfter bakterielle Einflussgrößen diagnostiziert. Ein gesundes Mikrobiom sei ein natürlicher Schutzfaktor vor Pathogenen. Doch die Zeichen stehen schlecht: „Durch unsere Lebensweise und unsere Ernährung reduzieren wir ständig die Diversität des Mikrobioms“, warnte Bosch das Auditorium abschließend.

Trinkwasserschutz als Grundlage von Gesundheit

Der Umwelttoxikologe Dr. rer. nat. Hermann Kruse (Kiel) widmete sich einem Thema, das uns alle ganz unmittelbar und grundlegend betrifft: der Qualität unseres Trinkwassers. Prinzipiell rät er zum Genuss von Leitungswasser, empfiehlt jedoch die vorherige Prüfung durch die Stadtwerke. Denn auch unser Leitungswasser ist umwelttoxikologisch nicht immer unbedenklich zu genießen: Kruse reklamierte zu hohe Grenzwerte  insbesondere bei Arsen und Nitrat, für das er eine Grenzwertsenkung von 50 auf 25 mg / Liter fordert. Von Hausfiltern hält Kruse nichts, da sie eine Tendenz zum Verkeimen haben. Einen wertvollen orthomolekularen Tipp hatte Kruse auch noch für das Publikum: Wer die Umwandlung von Nitraten in hochgradig krebserregende Nitrosamine verhindern möchte, ist mit der Einnahme von Vitamin E oder Vitamin C vor dem Essen auf der sicheren Seite!

Ernährungsberatung muss Teil jeder Parodontitistherapie werden

Dr. med. dent. Heinz-Peter Olbertz (Troisdorf) sprach in seinem Vortrag über die Silent Inflammation als Ursache von Parodontitis und Periimplantitis. Er verwies darauf, dass zwar die Gesamtzahl der an Parodontitis Erkrankten infolge verbesserter Zahnpflege leicht rückläufig sei, die Zahl der mit klinischen Instrumenten nicht mehr therapierbaren Fälle aber konstant ansteige, was eine dramatische Entwicklung sei. „Wir müssen die Mundhöhle als Spiegel für Gesundheit und Krankheit begreifen“, so Olbertz. „Einer jungen Patientin mit einer schweren Parodontitis der Klassifikation III C kann man den Brustkrebs beinahe voraussagen, wenn sie nicht systemisch behandelt wird.“ Eine Beratung zu den Themen Ernährung und orthomolekulare Versorgung müsse selbstverständlicher Teil jeder Parodontitis- und Periimplantitis-Behandlung werden. Auch Zahnärzte dürften eine Überweisung zur Ernährungsberatung ausstellen. Olbertz macht seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit der Empfehlung von Itis-Protect I - IV als zuverlässiges Mittel zur Therapie und Sekundär-Prävention der Parodontitis.

Lübecker hoT-Preis 2018

Im Anschluss an den Workshop trafen sich die Teilnehmer zur Abendveranstaltung im Europäischen Hansemuseum, wo auch der mit 10.000 Euro dotierte Lübecker hoT-Preis 2018 verliehen wurde. Preisträger war Dr. Heinz-Peter Olbertz, der für sein Engagement und seine Ursachenforschung im Bereich der Parodontitis ausgezeichnet wurde. Wiebke Volkmann überreichte dem sichtlich überraschten Preisträger die Urkunde. Er kündigte an, seine Forschungstätigkeit im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung seiner Patienten weiter voranzutreiben.

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