Live-Session ITI-Kontrovers

Biotyp ist etwas „Haptisches“

von ab
Implantologie
Das bewegt das Fach: Gibt es den „vielbesungenen“ Biotyp wirklich? Wenn ja, welchen Einfluss hat er auf den implantologischen Erfolg? Um diese Frage drehte sich die dritte Auflage der Live-Session ITI-Kontrovers. Im Kölner Studio des Deutschen Ärzteverlags diskutierten am 21. Oktober unter Moderation von Dr. Georg Bach Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel, Prof. Dr. Stefan Fickl, Prof. Dr. Anton Friedmann und PD Dr. Christian Schmitt.

Wir haben einen dicken Weichgewebsmantel, einen dünnen und sehr viele Ausprägungen dazwischen, erklärte Prof. Dr. Stefan Fickl, Nürnberg/Fürth. Der dicke Weichgewebsmantel neige zur Parodontitis, der dünne eher zur gingivalen Rezession. Und das habe selbstverständlich auch Einfluss auf implantologische Fragestellungen.

Ob man in diesem Zusammenhang nun von Bio- oder Phänotypen spreche, hielt PD Dr. Christian Schmitt, München, für weniger signifikant. Entscheidend für die Praxis sei, „dass die Ausprägung von Hart- und Weichgewebe als einer von zahlreichen Faktoren von großer Bedeutung für das therapeutisches Vorgehen ist und wir falladaptiert arbeiten müssen“. Der Begriff „Biotyp“ sei der Versuch, die unterschiedlichen Erscheinungsbilder des Weichgewebes in eine Klassifikation zu zwängen, meinte Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel, München. Man wünsche sich für die Kommunikation etwas „Haptisches“. Faktisch solle man aber besser von beweglicher und unbeweglicher Schleimhaut sprechen und eine Differenzierung zwischen Zahn und Implantat vornehmen.

Mit Blick auf die Dicke des Weichgewebsmantels sind Zahn und Implantat nämlich keineswegs gleich zu bewerten, konstatierte die Runde. So komme es beim periimplantären Weichgewebe mehr auf die Qualität als auf die Quantität an, betonte etwa Prof. Dr. Anton Friedmann, Witten/Herdecke. Selbst im Unterkieferseitenzahnbereich plädierte er für Weichgewebsaugmentationen, um keratinisierte Mukosa am Implantathals zu erhalten. Das führe zu deutlich besseren Langzeitprognosen.

Implantatposition

Erfolgsgarant für gute Langzeitprognosen ist vor allem die korrekte Implantatposition, wie Schlegel unterstrich. Er würde eher augmentieren als eine kompromittierte Implantatposition in Kauf nehmen. Das könnten aber sehr traumatische Fälle werden, merkte Fickl an. Wolle man das Patienten tatsächlich zumuten?

Die Aufzeichnung der Live-Diskussion finden Sie auf

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Weitere Videointerviews zum Thema finden Sie auf dem

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Das bewegt das Fach: Gibt es den „vielbesungenen“ Biotyp wirklich? Wenn ja, welchen Einfluss hat er auf den implantologischen Erfolg? Um diese Frage drehte sich die dritte Auflage der Live-Session ITI-Kontrovers. Im Kölner Studio des Deutschen Ärzteverlags diskutierten am 21. Oktober unter Moderation von Dr. Georg Bach Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel, Prof. Dr. Stefan Fickl, Prof. Dr. Anton Friedmann und PD Dr. Christian Schmitt.

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