Ärzteverbände warnen

„Kliniken sind am Anschlag“

von pr
Politik
In einem Brandbrief an die Politik warnen Ärzteverbände vor einem Krankenhaussterben. Neue Finanzspritzen seien notwendig, sagen sie, um pleitebedrohte Kliniken kurzfristig zu stabilisieren, bis die geplante große Klinikreform greife.

In einem offenen Brief an die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern haben der Marburger Bund (MB) und der Verband leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte (VLK) dazu aufgefordert, Insolvenzen von Krankenhäusern durch finanzielle Hilfen zu verhindern. Neue Finanzspritzen seien notwendig, um pleitebedrohte Kliniken kurzfristig zu stabilisieren, bis die geplante große Klinikreform greife, heißt es in dem Brief.

Der Einstieg in die Finanzierung von Vorhaltekosten auf der Basis eines gestuften Krankenhaussystems sei zwar zu begrüßen. Eine finanzwirksame Umsetzung sei aber erst mit langer Vorlaufzeit zu erwarten, führen die Verbände an. Ihre Sorge gilt der Zwischenzeit. Die Insolvenzgefahr für viele Kliniken steige bei explodierenden Kosten, zunehmendem Personalmangel beziehungsweise -ausfällen und auch durch reduzierten Fallzahlen, argumentieren sie.

Lauterbach will Vorhaltekosten stärker berücksichtigen

Eine sinnvolle Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft werde nach Auffassung der Verfasser nur dann gelingen, wenn die kalte Strukturbereinigung bis zum Beginn der Reform durch finanzielle Hilfen aufgehalten werde. Die aktuelle Krise in den Kinderkliniken zeige, wozu dauerhafte Unterfinanzierung führe. „Mit Verweis auf zukünftig erhoffte Einsparungen dürfen jetzt zwingend notwendige finanzielle Hilfen nicht verweigert werden. Deshalb ist eine Wiederaufnahme der finanziellen Stabilisierungsmaßnahmen der Kliniken durch Bund, Länder und Krankenkassen das Gebot der Stunde“, heißt es in dem Schreiben der Verbände weiter. Eine Strukturreform müsse deshalb parallel dazu mit allen Beteiligten konstruktiv diskutiert und umgesetzt werden.

Am Donnerstag will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Medienberichten zufolge seine Pläne für eine große Krankenhausreform mit den Ländern erörtern. Lauterbach will unter anderem die Vergütung über Fallpauschalen zurückfahren und stattdessen die Vorhaltekosten stärker berücksichtigen, um den ökonomischen Druck auf die Kliniken zu mildern.

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