Studie aus Singapur

Spielt das orale Mikrobiom eine Rolle bei Magenkrebs?

von Dr. Lena Katharina Müller-Heupt
Zahnmedizin
Eine Studie aus Singapur hat Zusammenhänge zwischen oralem Mikrobiom und Magenkrebs aufgezeigt. Bestimmte Bakteriengruppen korrelierten mit einem erhöhten beziehungsweise geringem Magenkrebsrisiko.

Magenkrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebstodesursache und wird leider sehr häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Bisher existieren keine geeigneten Maßnahmen zur Früherkennung von Magenkrebs, aber je früher er erkannt wird, desto höher stehen die Chancen auf eine Heilung. Potenzielle neue Ansätze zur Früherkennung von Magenkrebs sind aus diesem Grund von hoher Relevanz für die Patienten.

Zusammenhänge zwischen dem Magenkrebsrisiko und dem oralen Mikrobiom wurden bisher vor allem in asiatischen Studien im retrospektiven Design untersucht. Dieses Jahr wurde zu diesem Thema erstmals eine Studie in „Cancer Epidemiology“ veröffentlicht, die diesen Zusammenhang prospektiv und an Menschen afroamerikanischen, asiatischen und europäischen Amerikanern untersucht hat. Das orale Mikrobiom von 165 Patienten mit Magenkarzinom wurde mit dem Mikrobiom von 323 Kontrollprobanden verglichen. Hierfür wurden Proben der Wangenschleimhaut entnommen und aufgearbeitet.

Bakterielle Vielfalt war mit geringerem Magenkrebsrisiko assoziiert

Insgesamt ergab die Studie, dass eine größere mikrobielle Vielfalt mit einem geringeren Magenkrebsrisiko assoziiert war. Darüber hinaus waren die Bakteriengruppen Betaproteobacteria, Neisseriales und Neisseriaceae und die Spezies Neisseria mucosa sowie Prevotella pleuritidis signifikant mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko verbunden. Die Spezies Mycoplasma orale, Eubacterium yurii Tenericutes und Cutibacterium hingegen waren mit einem niedrigeren Risiko für Magenkarzinome assoziiert.

Eine Vielzahl von potenziellen Risikofaktoren für Magenkrebs, darunter Rauchen, Alkoholkonsum, Bildungsgrad, Body Mass Index, Qualität der Ernährung und Hypertonie wurden in den Analysen der Studie bereinigt.

Insgesamt stützt die Studie die Annahme, dass das orale Mikrobiom eine Rolle bei der Ätiologie von Magenkrebs spielt. Um die Ergebnisse aus bisherigen Studien zu validieren, sind jedoch weitere, größere Studien erforderlich.

Yang, Y, Long, J, Wang, C, et al. Prospective study of oral microbiome and gastric cancer risk among Asian, African American and European American populations. Int. J. Cancer. 2022; 150( 6): 916- 927.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ijc.33847 _blank

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