Aktionstag zur häuslichen Gewalt gegen Frauen

ck/dpa
Gesellschaft
Mit verschiedenen Aktionen wird an diesem Montag in Berlin dazu aufgerufen, häusliche Gewalt gegen Frauen nicht hinzunehmen.

Tausende Frauen werden in den eigenen vier Wänden angegriffen, gedemütigt und geschlagen. Das ist keine Privatsache, findet Berlins Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD). Sie wird in einem Shoppingcenter für ein gewaltfreies Zuhause eintreten und Tüten mit dem Aufdruck "Gewalt kommt nicht in die Tüte" verteilen. 

SPD-Fraktionschef Raed Saleh verteilt am Potsdamer Platz Postkarten gegen Gewalt in den eigenen vier Wänden. Die TV-Kommissarinnen wie Ulrike Folkerts und Eva Mattes treten als Botschafterinnen des Hilfetelefons für Frauen auf. Auch die noch amtierende Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wird bei dem Termin im Museum für Kommunikation dabei sein. 

Kolat zufolge hat bundesweit jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch einen Partner erlebt. Laut Kriminalstatistik wurden im Vorjahr in Berlin knapp 15.800 Fälle von häuslicher Gewalt registriert.  Berlin bietet Frauen Schutz in sechs Frauenhäusern und 40 Zufluchtswohnungen mit insgesamt 434 Plätzen. Eine Hotline berät Frauen in Krisensituationen telefonisch auch nachts und an Feiertagen. 

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, die Berliner Frauenhäuser seien "chronisch unterfinanziert". Es komme vor, dass Betroffene an manchen Tagen keinen Schutz finden, weil die Einrichtungen voll belegt sind, sagte Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen laut einer Mitteilung. 

Gewalt gegen Frauen - keine Privatsache

Senatorin Kolat forderte auch die Unternehmen auf, sich gegen häusliche Gewalt einzusetzen. Betroffenen Mitarbeiterinnen müsse geholfen werden, sagte sie der dpa. "Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache." Wer zu Hause bedroht oder geschlagen werde, könne das nicht einfach am Arbeitsplatz hinter sich lassen.  Laut Kriminalstatistik wurden im Vorjahr zwar rund 300 Fälle häuslicher Gewalt weniger registriert als 2011. Die Polizei spricht aber von einem weiter hohen Tatniveau. 

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