Gesellschaft

Corona-News kompakt

++ Maskenmaterial reduziert Viren +++ Händewaschen auch weiterhin nicht vergessen! +++ TikTok: Bleaching-Video-Erfolg +++ Spahn plant Medikamenten-Vorräte für COVID-19-Notfall ++ Erfolg mit Antidepressivum +++ Gebrochene Herzen wegen Corona


Wissenschaft und Aktuelles

Corona-News am Wochenende

An der freien Universität Berlin (FU) widmen sich Forscher der Untersuchung innovativer Textilien für Mund-Nasen-Bedeckungen, die Viren, wie SARS-CoV-2, direkt inaktivieren können. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert und soll dazu dienen, alternative Schutzkleidung für die Bevölkerung zu entwickeln. Der große Bedarf steht dem knappen Angebot gegenüber und wird von weltweit unausgewogenen Lieferketten gedeckt, erklärt das forschende Institut für Tier- und Umwelthygiene die Forschungsmotivation.

Beim Vergleich der Maskenmaterialien fiel die besondere chemische und physikalische Zusammensetzung des Produkts der Schweizer Firma Livinguard auf. Binnen weniger Stunden kann Material 99,9 Prozent der Coronaviren reduzieren. Die Masken können bis zu 200 Mal verwendet werden, ohne dass diese Fähigkeit nachlässt.

"Die Textilien in diesen Masken können so die ausgeatmeten und an der Gesichtsmaske anhaftenden Viren kontinuierlich inaktivieren und den Umgang mit diesen Masken insgesamt sicherer machen", erläutert Professor Dr. Uwe Rösler vom Institut für Tier- und Umwelthygiene der Freien Universität Berlin.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Dilek Kalayci (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, warnen davor, die Gefahr vor COVID-19 nicht mehr ausreichend ernst zu nehmen. Im Rahmen einer Sonderkonferenz der 16 Ressortchefs der Länder stellten sie fest, dass in den vergangenen Wochen einiges erreicht worden sei. Andererseits dürfe die niedrige Anzahl von Neuinfektionen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Pandemie noch nicht vorüber sei.

In der Resolution „Pandemie ist nicht vorbei – aufmerksam bleiben“ mahnen die Teilnehmer: „Das Virus ist nach wie vor da, wie man an einzelnen Ausbrüchen in verschiedenen Bundesländern sehen kann. Wir werden alle weiterhin längere Zeit mit dem Virus leben müssen. Nun ist jede und jeder Einzelne gefragt. So sehr Lockerungen von getroffenen Maßnahmen zu begrüßen sind: Nicht jede wiedergewonnene Freiheit sollte sofort wieder voll ausgenutzt werden. Damit sich die Lage nicht erneut verschlimmert, müssen die schon bekannten Verhaltensregeln weiter eingehalten werden.“ Dazu gehören unverändert die Einhaltung eines 1,5 Meter-Abstandes vom Nebenmann, Räume gut durchlüften, Mund-Nasenbedeckung tragen, Husten-und Nies-Etikette einhalten, die Nutzung der Corona-Warn-App und häufiges und korrektes Händewaschen.“ Die Gesundheitsminister weiter in ihrer Resolution: „Dies erfordert Disziplin von jedem Einzelnen von uns. Der Schutz aller liegt nun in den Händen der Einzelnen.“

Berlin hat im Jahr 2020 den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), einem der wichtigsten gesundheitspolitischen Gremien Deutschlands, inne. Das persönliche Treffen der Gesundheitsminister der Bundesländer, geplant für den 17. und 18. Juni, musste wegen der Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben werden. 

Auf der Social-Media-Plattform TikTok tummelt sich alles, was annähernd als unterhaltsam gelten möchte. Während des Lockdowns in der Corona-Pandemie kamen vermehrt Tipps und Tricks zum selber machen allerhand kosmetischer Anwendungen dazu. So auch Do-it-yourself-Bleaching-Methoden. Neben Natron und Zitronen findet das Kurzvideo von einer jungen Frau mit dem User-Namen "@tiklikedallas" große Aufmerksamkeit. Rund 35.000 Mal schauten sich User an, wie sie sich mit Backpulver und Peroxid die Zähne putzt und anschließend in die Kamera strahlt.

Quarantäne-Trend

Die Selbstbehandlung ist nicht ungefährlich – bei der überwiegend jüngeren Zielgruppe von TikTok aber ein begehrtes Thema, denn selber machen ist vor allem eins: günstig. Bleibt zu hoffen, dass ausreichend Informationen zum „Hausmittel“ vorhanden sind, da die unzureichend verdünnte Chemikalie den Zahnschmelz zu sehr angreifen kann.

Unter dem Hashtag #teethwhitening sammeln sich rund 180 Millionen Beiträge.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Entwurf einer Verordnung vorgelegt, mit deren Hilfe das Land auf eine mögliche zweite COVID-19-Welle vorbereitet werden soll. Für rund 115 Millionen Euro sollen Medikamenten-Vorräte angelegt werden. Bis zum Herbst sollen Krankenhäuser damit ausgestattet werden. Der Schwerpunkt liegt auf Medikamenten, die zur intensivmedizinischen Versorgung von Patienten benötigt werden. 

Dazu gehören aus Ministeriumssicht Arzneimittel mit diesen Wirkstoffen: Adrenalin, Amiodaron, Argatroban, Clonidin, Esmolol, Heparine, Meropenem, Midazolam, Morphinsulfat, Noradrenalin, Novaminsulfon, Piperazillin/Tazobactam, Propofol, Sufentanil. Deadline für den Ankauf der Medikamente ist der 31. Oktober 2020. Mit diesen Vorräten sollen Kliniken mindestens drei Wochen in der Lage sein, Intensiv-Patienten zu versorgen.

Im Rahmen der Corona-Pandemie hatten sich Medikamenten-Engpässe, die bereits seit Jahren bestehen und von Apothekern regelmäßig beklagt werden, vergrößert. „Sie haben sich im Rahmen der Corona-Krise massiv verschärft“, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt kürzlich im Rahmen einer Pressekonferenz zum „Tag der Apotheke“ am 7. Juni. Die aktuellen Zahlen: 91 Prozent aller deutschen Apotheker verzeichneten 2019 laut einer ABDA-Umfrage "stark zunehmende" Liefer-Engpässe, die übrigen 8,3 Prozent „zunehmende“ Engpässe.

Chemiker und Virologen an der Julius-Maximilians-Universität im Würzburg erforschen die Wirkung des Antidepressivums Fluoxetin gegen COVID-19. In der Pre-Print-Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass das Medikament die Vermehrung der Viren in deutlichem Umfang unterbindet und das bereits in einer niedrigen Dosierung. Nach Einschätzung der Forscher kann es vor allem in der frühen Phase der Erkrankung an Risikopatienten verabreicht werden. Fluoxetin gilt als ein sehr gut erforschtes Mittel und wird seit den 1970er Jahren angewendet. 

Die COVID-19-Pandemie hat die Akzeptanz und Nutzung von Videosprechstunden im Praxisalltag in Deutschland maßgeblich vorangetrieben. Dies ist das Ergebnis der Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020“ der Stiftung Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem health innovation hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit.

„Aktuell bieten 62,4 Prozent der Ärzte Videosprechstunden an oder wollen diese Möglichkeit kurzfristig einrichten“, berichtet Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. Die Studienergebnisse zeigen, dass die COVID-19-Pandemie für diese Entwicklung wie ein Katalysator gedient hat: Obwohl Ärzte Videosprechstunden bereits seit 2017 abrechnen können, richteten 94,1 Prozent der derzeitigen Anbieter diese Kommunikationsform erst im Laufe des Jahres 2020 ein, heißt es.

Insbesondere der psychologisch-psychiatrische Bereich, der maßgeblich von der Kommunikation mit den Patienten lebt, sticht bei den Ergebnissen heraus: Während der Anteil an Ärzten, die Videosprechstunden bereits nutzen oder dies kurzfristig planen, bei Fachärzten und Allgemeinmedizinern zwischen 37,4 und 48,5 Prozent rangiert, liegt er bei den psychologisch-psychiatrisch Tätigen mit 86,1 Prozent mit Abstand am höchsten. „Und das, obwohl die sprechende Medizin vor der Pandemie Videosprechstunden nahezu gar nicht verwendete“, erläutert Dr. med Philipp Stachwitz, Schmerztherapeut und Director Medical Care beim hih.

Befragte sind überzeugt: die Videosprechstunde bleibt

Ein Großteil der Ärzte, die derzeit Videosprechstunden nutzen, erwartet zudem, dass dies auch nach der Pandemie so bleiben wird – und zwar auf einem deutlich höheren Niveau als vor Covid-19: „Während davor nur rund 15 Prozent der Ärzte bis zu einem Fünftel Patientenkontakte per Videosprechstunde abgewickelt hatten, erwarten rund 73 Prozent dies auch nach der Pandemie“, berichtet Obermann. „Es ist also damit zu rechnen, dass sich Videosprechstunden als ein Teil im Mix der Arzt-Patienten-Kommunikation nachhaltig etablieren werden.“

Das Berliner Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey hat herausgefunden, dass sich die Zahl der Scheidungen in Deutschland im Rahmen der Corona-Pandemie voraussichtlich um ein Fünffaches erhöhen wird. In einer repräsentativen Umfrage gaben 2,2 Prozent der Befragten an, sich während der Pandemie (Zeitraum Ende März – Ende Mai 2020) für eine Scheidung vom Partner entschieden zu haben. Zum Vergleich: Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren es zum Beispiel im Zwei-Monats-Durchschnitt eines „normalen“ Jahres wie 2018 nur 0,42 Prozent.

Die Umfrage hat die Berliner Rechtsanwalts-Kanzlei Alicia von Rosenberg in Auftrag gegeben. Die Menschen, die eine Scheidung planen, teilen sich in zwei Fallgruppen. Zum einen sind es Paare, bei denen die räumliche Eingeschränktheit und Enge der vergangenen Wochen die Entscheidung zur endgültigen Trennung reifen ließ, die andere Gruppe sind Paare, die schon seit längerem getrennt sind und nun die Scheidung vollziehen und einen Schlusspunkt dieses Lebenskapitels setzen möchten. 


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

31922243180091318009231800933192225 3192226 3180094
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare