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Corona-News kompakt

+++175 Millionen Euro für Tests +++ COVID-19: dritthäufigste Todesursache in Schweden +++ 96 Impfungen pro Tag und Arzt +++ Massentests in Südtirol +++ 4 Milliarden für Impfungen +++ Spaghetti werden nicht knapp +++


Corona News KW 47

-         Bislang belaufen sich die Kosten für die PCR-Tests auf den Erreger SARS-CoV-2 für asymptomatische Personen auf fast 175 Millionen Euro. Alleine im Zeitraum zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2020 hat das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) rund 71 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfonds an die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ausgezahlt.

Dabei gibt es große Unterschiede bei der Kostenhöhe zwischen den Bundesländern. So rief das stark von der Pandemie betroffene Bayern insgesamt 34 Millionen Euro für Testkosten ab, während sich Mecklenburg-Vorpommerns Testanwendungen auf lediglich 1,1 Millionen Euro belaufen.

WeiWeil es aber zu Verzögerungen bei den Abrechnungsverfahren zwischen den Laboren und den KVen kommt, sind die Angaben zu den Kosten bislang noch nicht vollständig valide, räumt das BAS ein. Für die Einnahmeausfälle der Krankenhäuser musste das BAS bis Mitte November 9,71 Milliarden Euro veranschlagen. Bislang seien jedoch nur gut 3 Millionen abgerufen worden.

 

 

 

 

 

 

 

Mit gut zehn Prozent der 51.500 Verstorbenen ist COVID-19 die dritthäufigste Todesursache in diesem Jahr. Das geht aus einer Mitteilung Obersten Sozialbehörde des Landes diese Woche hervor. In der ersten Jahreshälfte starben 5.500 Menschen in der Folge der Viruserkrankung. Nur an Herz-Kreislauferkrankungen (14.000 Tote) und bösartigen Tumoren (11.600 Tote) starben mehr Schweden. Im April, der Hochphase der Pandemie, war COVID-19 sogar die Todesursache Nummer eins.

Schweden hatte, anders als die meisten anderen EU-Länder, kaum Einschränkungen für das öffentliche Leben veranlasst. Als Folge stieg die Zahl der Todesfälle, die mit COVID-19 assoziiert sind, drastisch an. Inzwischen sind mehr 6.000 Tote registriert. Das Land hat gut 10 Millionen Einwohner. Nachdem die Pandemie im Sommer drastisch zurückging, verschärft sie sich seit dem Herbstbeginn wieder spürbar. In dem Zuge steigerte sich die Sterblichkeit bei Frauen um 10 und bei Männern um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, hat schon jetzt vor einer dritten Corona-Welle gewarnt. „Wir werden einen Jojo-Effekt sehen, wenn die Zahlen jetzt runtergehen und es nach und nach Lockerungen gibt. Ich befürchte, dass die Menschen dann wieder leichtsinniger werden“, sagte der Mediziner dem Hamburger Abendblatt.

Um die sehr wahrscheinliche dritte Welle zu verhindern sei es wichtig, dass sich die Menschen in Deutschland jetzt disziplinieren und dies auch über Monate durchhalten, sagte Kluge. Beim Blick auf jüngste Entwicklung sieht Kluge kleine positive Signale. Entscheidend seien aber die kommenden zehn Tage.

In Vorbereitung auf die COVID-19-Massenimpfungen stellte die Bundesregierung in dieser Woche ein Strategiepapier vor und formulierte darin die Erwartungen an die niedergelassenen Ärzte. Aus den Erfahrungen mit den Grippeschutzimpfungen gehen die Verfasser von 15 Minuten je Impfpatienten aus. Weitere Impfungen sind durch Impfzentren und mobile Teams durchzuführen, die an die Logistik der Zentren angeschlossen sind, zitiert das Deutsche Ärztblatt aus dem Dokument.

Die Aufklärung zur Impfung müsse dabei stets durch einen Arzt erfolgen, während die Impfung selbst an das Assistenzpersonal abgegeben werden könne. Um Zeit zu sparen könnten ganze Gruppe informiert werden, wie etwa nach Impfstoff-Clustern. Jeder Arzt solle pro achtstündigem Arbeitstag im Durchschnitt 96 Patienten immunisieren.

Damit eine breite Impfung der Bevölkerung realisiert werden kann, müsse auch noch Personal rekrutiert werden. Konkret sei die Mithilfe von Krankenhäusern, Medizinstudierenden, den Sanitätsdiensten der Bundeswehr sowie Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, THW, ASB, Johanniter und Malteser, der Logistikbranche und der kommunalen Verwaltungen gefordert. Ärzte im Ruhestand sowie Medizinstudierende sollen bei der Impfverabreichung selbst helfen.

Laut des jüngsten Updates des IGES-Pandemie Monitors zeigt der neue Lockdown in Deutschland bislang nicht den erhofften Rückgang der Infektionswelle. Im Vergleich zum ersten Lockdon im März und April müsste die Kurve inzwischen fallen, erreicht aber in der zweiten Woche des Teil-Lockdowns weiter einen Anstieg. Selbst wenn sich in den nächsten Tagen ein Erfolg einstellt, lägen die Fallzahlen am geplanten Ende der Maßnahmen am 30. November immer noch bei 7.500 Neuinfektionen pro Tag. 50 Prozent mehr als zum Höchstwert am 31. März.

Inzwischen gibt es einen neuen Höchststand bei den Neuinfektionen. Anhand der Daten des Lageberichts des Robert Koch-Instituts (RKI) wird geschätzt, dass die Zahl der Neuinfektionen sogar noch über der 10.000er-Marke liegen könnte – trotz der Maßnahmen. Damit sei eine gezielte Bekämpfung nicht mehr möglich und fordert weitere Maßnahmen, so das Fazit des Monitor-Berichts.

Das IGES ist ein unabhängiges, privatwirtschaftliches Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastrukturfragen, das vor 40 Jahres gegründet wurde.

Freitagmorgen hat in Südtirol ein Corona-Massentest begonnen: Bis Sonntag sollen, so hofft die Landesregierung, zwei Drittel der Bevölkerung getestet sein. In Südtirol leben rund 500.000 Menschen. Die autonome Provinz verzeichnete am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 700 Neuinfektionen. Von dem Massentest versprechen sich Experten einen Erfolg ähnlich eines Lockdowns von vielen Wochen. Damit dieses Ergebnis erzielt werden kann, müssen rund 70 Prozent der Bevölkerung sich einem Test unterziehen. Mit der Aktion sollen Menschen gefunden werden, die infiziert sind und bisher nichts davon ahnen. Nach einem positiven Testergebnis sollen sie sich idealerweise zehn Tage lang in freiwillige häusliche Quarantäne begeben.

Die Corona-Abstriche sind freiwillig und kostenlos. Die Landeregierung hat dafür rund 200 Test-Stationen eingerichtet und nennt die Aktion „Südtirol testet“. Mitmachen kann jeder Bürger ab fünf Jahren. Die Menschen erhalten ihr Testergebnis nach einer halben Stunde.

Ein Arzt muss ihn verschreiben, Patienten ab 14 Jahren dürfen ihn verwenden - das sind die Bedingungen, zu denen die US-Arzneimittelbehörde FDA erstmals die Zulassung für einen Corona-Test für den Hausgebrauch erteilt hat.

So einfach geht das Testen: Der Nutzer muss mit einem Stäbchen eine Probe aus seiner Nase entnehmen. Danach wird das Stäbchen in ein Röhrchen gelegt, das mit einem Testmodul verbunden wird. Nach höchstens 30 Minuten hat der Nutzer das Ergebnis. Laut Hersteller soll der Haustest zuverlässig sein. Er erkannte im Prüfverfahren 94 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen und 98 Prozent der coronafreien Personen. Zuerst soll der Test in Florida und Kalifornien erhältlich sein, USA-weit im kommende Frühling. "Diese neue Test-Möglichkeit ist ein wichtiger Diagnose-Fortschritt, um die Pandemie zu bekämpfen und die öffentliche Last der Krankheitsübertragung zu reduzieren", sagte FDA-Chef Stephen Hahn.

2021 plant die Bundesregierung für die Beschaffung von Corona-Impfstoffen vier Milliarden Euro ein. Drei Milliarden davon sollen für die Beschaffung der Impfstoffe sein, eine Milliarde für den Aufbau und Betrieb der bundesweit geplanten Impfzentren. Die Kosten sollen zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die „Nationale Impfstrategie COVID-19“ des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, dass die Bevölkerung in zwei Phasen geimpft wird. Der Bund liefert zu Beginn von Phase 1 die anfangs verfügbaren Impfstoffdosen gemäß den jeweiligen Bevölkerungsanteilen an bundesweit 60 Lieferstandorte. Diese sind für Lagerung und Logistik vor Ort zuständig. In der ersten Phase wird der Impfstoff durch den Bund finanziert. Die Phase 2 beginnt, sobald ein oder mehrere Impfstoffe großflächig verfügbar sind. Je nach STIKO-Empfehlung wird dann zum Beispiel die erwachsene Allgemeinbevölkerung geimpft. Die Impfungen können bei niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden.

Die NRW-Landesregierung hat die Menschen aufgerufen, auch in Zeiten der Pandemie Blut zu spenden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) appellierte jetzt an die Bevölkerung: „Insgesamt spenden weniger als fünf Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig Blut. Aktuell kommt wegen der Corona-Pandemie erschwerend hinzu, dass eine Reihe von möglichen Blutspendern offenbar zurückhaltender geworden ist, Blut oder auch Blutplasma zu spenden.“ 

Laumann rechnete vor: In NRW werden jeden Tag rund 3.000 Blutspenden gebraucht. Um auf diesen Wert zu kommen, müssten rund sechs Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden. Laumann: „Blut- und Plasmaspenden retten Leben. Wir können nicht darauf verzichten.“

 

Menschen kümmern sich zunächst um die eigene Sicherheit, bevor sie andere schützen. Das ergab eine Studie des Instituts für Psychologie der Universität Bamberg. Anlass der Studie war die Corona-Pandemie. „Überraschend für uns war, dass sogar für prosoziale Menschen der Schutz anderer Personen zweitrangig ist“, erklärt der Erstautor, Dr. Johannes Leder, der die Studie mit zwei weiteren Autoren durchführte.

In zwei Online-Umfragen bewerteten die Teilnehmenden 17 verschiedene Schutzmaßnahmen, unter anderem: eine Gesichtsmaske zu tragen, Abstand zu halten und Corona-Partys zu vermeiden. Die Autoren wollten wissen, wie die Befragten diese Schutzmaßnahmen wahrnehmen und nutzen. Außerdem erhoben sie die soziale Wertorientierung, die widerspiegelt, wie kooperativ Personen sind und wie stark sie sich an ihrem eigenen Vorteil orientieren.

Das Ergebnis: 92 Prozent der Befragten zeigte sich als prosozial, also als kooperativ gegenüber anderen – im Unterschied zu selbstorientierten Menschen. Es zeigte sich, dass die Befragten die Schutzmaßnahmen im ersten Lockdown meist genutzt haben, danach nahmen die Maßnahmen – bis auf das Maske-Tragen – ab. Auch das Social Distancing wurde vernachlässigt.

„Menschen sind motiviert, Maßnahmen umzusetzen, die vor allem sie selbst schützen und wenig aufwendig sind, zum Beispiel, Hände waschen“, erklärte Johannes Leder weiter. Sein Fazit: „Personen, die in der Politik, der Forschung und im Gesundheitswesen tätig sind, sollten in Interviews mit Medien den Selbstschutz-Aspekt stärker betonen. Sie sollten also deutlich machen, dass es langfristig jedem und jeder Einzelnen hilft, wenn man andere schützt und so die Ausbreitung von Covid-19 reduziert.“ Dann würden vermutlich mehr Menschen die Maßnahmen umsetzen.

Die Autoren führten insgesamt zwei Online-Befragungen durch und werteten diese aus. Die erste Befragung mit 419 Personen fand im März während des Lockdowns statt, die zweite mit 253 Personen nach dem Lockdown im Mai und Juni 2020.

 

Johannes Leder, Alexander Pastukhov, Astrid Schütz. 2020. Social value orientation, subjective effectiveness, perceived cost, and the use of protective measures during the COVID-19 pandemic in Germany. Comprehensive Results in Social Psychology. https://doi.org/10.1080/23743603.2020.1828850

20 Prozent mehr Nudeln und 80 Prozent mehr Desinfektionsmittel: Die Nachfrage nach bestimmten täglichen Bedarfsartikeln ist in der Pandemiezeit zeitweise stark gestiegen, wie das Statistische Bundesamt meldet. Bei den Nahrungsmitteln ganz vorne: Nudeln, auf die zur Bevorratung oder zur Zubereitung einer schnellen Mahlzeit gerne zurückgegriffen wird. Die Pasta-Produktion lag von Januar bis September 2020 durchschnittlich um 20 Prozent über der des Vorjahreszeitraums. Im März 2020 wurden mit gut 36.600 Tonnen 72 Prozent mehr Nudeln produziert als im Vormonat und 82 Prozent mehr als im März 2019.

Doch die absolute Spitze führen Desinfektionsmittel an: Während ihre Produktion im Januar 2020 bereits 29 Prozent über dem Vorjahresmonat lag, erreichte sie im April 2020 den bisherigen Jahreshöhepunkt: mit 14.800 Tonnen Wirkstoffgewicht wurde 161 Prozent mehr produziert als im April 2019 mit rund 5.700 Tonnen.

Anders verhält es sich beim Toilettenpapier, das bei Ausbruch der Krise in Deutschland im Handel ebenfalls stark nachgefragt wurde. Zwar wurde im März 2020 mit 108.300 Tonnen 17 Prozent mehr produziert als im März 2019, und auch im April 2020 wurden 12 Prozent mehr produziert als im Vorjahresmonat. Die Betrachtung der Zeiträume Januar bis September 2019 (88.400 Tonnen) und 2020 (85.300 Tonnen) zeigt jedoch, dass die Produktion von Toilettenpapier im Schnitt auf einem ähnlichen Niveau verblieben ist (-3,5 Prozent).


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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