Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ Studie: Frauen regieren erfolgreicher in Corona-Krise +++ Obduktionen: Mehrheit verstirbt an SARS-CoV-2 +++ Studentin erfindet selbstreinigende Maske +++ Fahrradhändler sind die Gewinner der Krise +++


Corona-News KW 34

Sind Regierungschefinnen in der Bekämpfung von COVID-19 besser als ihre männlichen Kollegen? Dieser Frage gingen zwei britischen Wissenschaftlerinnen der Universitäten Liverpool und Reading in ihrer Studie nach. Seit dem Beginn der Pandemie wurde in den Medien diskutiert, ob Frauen an der Regierungsspitze die besseren Krisenmanager sind.

Frauen an der Macht: weniger Todesfälle und Infizierte

Dazu nahmen sie sich 194 Länder vor, von denen 19 von Frauen regiert wurden. Untersucht wurden die Anzahl der COVID-19-Fälle und der Todesfälle im ersten Quartal der Pandemie. Außerdem analysierten sie unterschiedliche politische Maßnahmen, die von Frauen und Männern in den jeweiligen Ländern in der Krise vorgenommen wurden. Ihre Aussage: Bei Ländern mit Frauen an der Spitze kam es zu einem früheren Lockdown und es gab weniger Todesfälle und Infizierte.

Für ihre Untersuchung bezogen die beiden Wissenschaftlerinnen auch Angaben wie die Populationsgröße, das Bruttoinlandsprodukt, Gesundheitsausgaben oder die Geschlechterverteilung in den Ländern ein. Ein spezifischer, detaillierter Vergleich, der auf einzelne Länder eingeht, wurde in der Studie nicht vorgenommen. Ferner bezogen sie psychologische Faktoren wie die Haltung der Geschlechter zum Risikomanagement oder zum Führungsverhalten mit ein.

Die Ökonominnen schlussfolgerten aus ihrer Analyse, dass Strategien zur Bekämpfung von COVID-19 in Ländern mit Frauen an der Regierungsspitze erfolgreicher verlaufen seien als bei Ländern mit Männern an der Spitze. Das könne zum Teil dadurch erklärt werden, dass die Regierungschefinnen einen proaktiven Kurs gefahren seien – mit einer klaren, empathischen und entschiedenen Kommunikationsstrategie. Viel Faktoren müssten aber in den kommenden Monaten und Jahren einem weiteren Faktencheck unterzogen werden, sagen die Wissenschaftlerinnen.

Kritische Stimmen zu der Studie finden sich bereits im Netz: So kritisiert beispielsweise das Schweizer Portal Higgs.ch das Papier und führt an, dass die Methodik nicht transparent genug sei und das die Beweiskraft der Studie verringere.

Garikipati, Supriya and Kambhampati, Uma, 2020, Leading the Fight Against the Pandemic: Does Gender ‘Really’ Matter? http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3617953

Je mehr die Wissenschaft das neuartige Coronavirus versucht zu verstehen, desto mehr Fragen kommen auf. Eine davon ist diejenige, wann Patienten an ihm versterben und wann mit ihm, also in der Begleitfolge. Die Obduktion von 154 Verstorbenen in 68 pathologischen Instituten in Deutschland bestätigte jetzt, dass die meisten schweren Verläufe auch tatsächlich das Virus als Todesursache hatten. 68 Prozent waren davon waren männlich, die Mehrzahl über 70 Jahre alt.

Jo­hannes Friemann schilderte als Studienleiter der AG Obduktion der Deutschen Gesellschaft für Pathologie auf der Pressekonferenz: „In mehr als drei Viertel der Obduktionen konnte die COVID-19-Erkrankung als wesentli­che oder alleinige zum Tode führende Erkrankung dokumentiert werden.“

Die Pathologen stellten bei 37 Prozent schwere Schäden an den Lungengefäßen fest. Thrombosen wurden bei 19 Prozent und Bronchopneumonien bei 15 Prozent der Untersuchten festgestellt. Weiter gab es „Hinweise auf möglicherweise virusas­soziierte Schäden des Immunsystems, der Leber, des Herzens und des Zentralnerven­sys­tems.“ so der Wissenschaftler. Diese müssen jedoch weiterführend untersucht werden.

Eine Diskussion über eine Absage wegen der Coronavirus-Pandemie ist derzeit in vollem Gange. Anlass der Debatte ist eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Telefonkonferenz des Bundestags-Gesundheitsausschusses vom 18. August. Presserichten zufolge hatte Spahn auf eine an ihn gerichtete Frage geantwortet, er könne sich Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie, schlicht nicht vorstellen. Zu einem pauschalen Verbot habe sich der Minister aber nicht geäußert.

Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte erklärt, dass er sich Karneval bei der jetzigen Infektionslage nicht vorstellen könne. Über die Frage einer Absage werde aber erst in zwei bis drei Wochen entschieden, außerdem wolle er sich mit den Karnevalsvereinen dazu beraten, berichten Medien.

Bund Deutscher Karneval: Absage nicht zu frühzeitig

Derweil hat der Bund Deutscher Karneval (BDK) vor den Folgen einer pauschalen Absage gewarnt. Jeder, der mit klarem Verstand die Situation einschätze, sei sich darüber im Klaren, dass für 2021 die gewohnten Feier-und Veranstaltungsformen nicht vorstellbar seien, erklärte der Verband. Trotzdem könne das BDK-Präsidium nicht bereits im August des Vorjahres unterschreiben, dass die kommende Karnevals-und Fastnachtssession pauschal abgesagt werde.

Längst seien Karnevalisten und Fastnachter in den verschiedenen Regionen dabei, „voller Kreativität und Ideenreichtum“ bei verantwortungsbewusster Beachtung der Gesundheit der Mitmenschen Feierformen zu entwickeln, die bisher nicht denkbar und technisch nicht möglich waren. „Diese Entwicklung durch Absage/Untersagung pauschal abzuwürgen, wäre politisch nicht klug!“, heißt es bei dem Verband.

Er warnte auch vor den wirtschaftlichen Folgen für die Kulturveranstalter. Und weiter: „Von Anfang an hat der BDK angesichts der Corona-Krise klargestellt, dass ihm die Gesundheit aller am wichtigsten ist. Allerdings hat er genauso deutlich darauf verwiesen, dass die Beachtung der Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für die Allgemeinheit nicht ein Denkverbot über alternative Feierformen beinhaltet.“

Weil Menschen und exotische oder wildlebende Tiere immer häufiger in Kontakt kommen, wie etwa auf den Wildtiermärkten in Asien, fordern Wissenschaftler ein weltweit vernetztes Frühwarnsystem für die Viren aus dem Tierreich. Dieses könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder auch die Vereinten Nationen initiieren.

Um der Gefahr von Zoonosen vorzubeugen und mögliche weitere Pandemien deutlich früher zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten, wäre ein Informationsnetzwerk mit Daten zu festgestellten Infektionen oder Virenvorkommen auf diesen Märkten hilfreich. Eine zügige und lokale Reaktion könnte dann realisiert werden, noch bevor das Virus sich weiter ausbreitet.

Angesicht der umstrittenen Ausbeutung von Tieren und der Zerstörung der Umwelt beziehungsweise des Lebensraumes der Tiere, sei in Zukunft häufiger mit dieser Form der Krankheitsübertragung zu rechnen, melden Kritiker immer wieder und fordern Lösungen.

Eine Forschungsarbeit der University of Missouri in Columbia, die im Fachmagazin "Physics of Fluids" veröffentlicht wurde, zeigt, dass unter anderem auch die Luftfeuchtigkeit ein entscheidender Faktor für die Aerosolverbreitung hat. Nach den Berechnungen der Forschenden können sich Partikel mit einem Durchmesser von 50 Mikrometern bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit 31,8 Sekunden schweben können, bevor sie zu Boden sinken – bei 75 (50) Prozent Luftfeuchtigkeit sind es hingegen nur 19,6 (13,4) Sekunden. In dieser Zeit können sie – je nach Luftströmung – den Berechnungen der Physiker zufolge zwischen 3,5 und 5 Meter weit getragen werden.

Binbin Wang , Huijie Wu, Xiu-Feng Wan, "Transport and fate of human expiratory droplets—A modeling approach", Physics of Fluids 32, 083307 (2020); https://doi.org/10.1063/5.0021280

Vergangene Woche wurde der Testlauf der zweiten Version einer britischen Corona-Warn-App auf der Isle of Wight  gestartet, berichtet die BBC. Die neue Version basiert auf den Schnittstellen von Apple und Google. Für wann ein formeller nationaler Rollout geplant ist, ist unklar.

Bei der ersten Version der Warn-App kam es zu Einschränkungen in der Funktionsweise, so die BBC weiter, die Apple für die Verwendung von Bluetooth durch Apps von Drittanbietern vorsieht. Infolgedessen seien nur 4 Prozent der iPhones richtig erkannt worden.

Mit dem Wechsel zur Apple-Google-Lösung soll dieses Problem behoben sein.

Die deutschen Fahrradhändler gehören zu den größten Gewinnern der Corona-Krise. Das geht aus der einer ifo-Konjunkturumfrage hervor. Demnach sind nahezu alle Fahrradhändler mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, meldet das ifo-Institut dazu. Der Wert liegt bei 95 Punkten; höchstens möglich sind 100 Punkte.  „Die Fahrradhändler erleben einen regelrechten Boom”, sagte Klaus Wohlrabe, der Leiter der ifo-Befragungen.

Besonders gut läuft es der Umfrage zufolge derzeit auch beim Bau- und Heimwerkbedarf (83,1), bei Nahrungs- und Genussmitteln (62,8 Punkte), bei Möbel- und Einrichtungshäusern (40,7), bei den Händlern von Unterhaltungselektronik (29,7) und bei Computer-Händlern (33,3).

„Traurig sieht es dagegen aus bei Bekleidungshändlern aller Art (inklusive Schuhe) und bei Läden mit Leder- und Täschnerwaren aus“, kommentierte Wohlrabe weiter. Die entsprechenden Zahlen lägen bei minus 60,9 und minus 85 Punkten. „Bei den Autohändlern lief es zuvor richtig schlecht, und auch sie kommen jetzt eher langsam wieder raus aus dem Coronatal“, ergänzte Wohlrabe. Der Wert dort liege bei minus 37 Punkten.

Eine Studentin aus Dänemark hat eine Mund-Nasen-Maske erfunden, die sich selbst reinigen kann. Durch Metalloxid und UV-Licht soll die Maske in der Lage sein, organische Stoffe wie Bakterien und Viren abzutöten, berichtet unter anderem die Frankfurter Rundschau vom 18.08.2020.

Das Verfahren, das die Designstudentin Sara Lee Krog aus Kolding dafür anwende, habe sie der Entwicklung von Wandverkleidungen entnommen, deren spezieller Stoff Raumluft von Lösungsmitteln oder Abgasen reinigen könne, schreibt die Zeitung. Es nennt sich „Fotokatalytische Selbstreinigung durch Oxidation von Halbleitern“. Metalloxide werden aus kleinen UV-Lichtquellen in der Maske bestrahlt und zerstören dadurch organische Stoffe.

Und was für die Wandverkleidung geht, geht auch für Masken, wie Krog und ihr Professor herausgefunden haben. Die Sache hat nur einen Haken: UV-Licht benötigt eine Stromquelle. Die Masken funktionieren derzeit mit einer kleinen Batterie und mit Drähten, die mit den winzigen Lämpchen im Stoff verbunden sind. Das sieht nicht nur seltsam aus, sondern stört auch beim Tragen. Ob es da bald Abhilfe gibt?


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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