Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ Schnelleres Testverfahren +++ Große Auswertung zeigt Sterberisiken +++ erster Impfstoff in Phase lll +++ OECD berechnet weltweite Arbeitslosigkeit +++ Sonderwege in der Schweiz und Südafrika +++


Corona-News kompakt KW28

Weltweit suchen Mediziner und Wissenschaftler nach einem zuverlässigen Impfstoff, der zügig zugelassen und in großen Mengen produziert werden kann. Aktuell werden 17 Impfstoffe bereits an Menschen getestet. Ganz vorne in der Entwicklung ist das Präparat AZD1222 der Universität in Oxford. Es geht als Erstes in die Phase lll der großangelegten klinischen Wirksamkeitsstudie. Fünf weitere Wirkstoff-Kandidaten befinden sich in Phase ll, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihrer Forschungskonferenz vergangene Woche.

In der Phase l wird ein Impfstoff hinsichtlich seiner Verträglichkeit an einer meist kleineren gesunden Gruppe Menschen getestet. Ziel ist, sicherzustellen, dass keine relevanten Sicherheitsprobleme auftreten und der Wirkstoff seine Zielstelle(n) im Körper erreicht und dort seine Wirkung entwickelt.

In der Phase ll werden in der Regel Patienten mit leichten Symptomen getestet, bei denen aufgrund ihrer sonstigen, allgemeinen Gesundheit eine Wirkung des Präparats erwartbar ist. Ziel ist, die Wirksamkeit zu prüfen und die geeignete Dosierung zu ermitteln. In dieser Testphase kann die Wirkung auch mittels Vergleichsgruppen untersucht werden.

In der Phase lll wird der verträglichste Impfstoff-Kandidat an mehreren hundert oder tausend Probanden getestet, um die Sicherheit für eine repräsentative Patientengruppe nachzuweisen. Weiter geht es um die Ermittlung der effektivsten Dosierung und möglicher Kontraindikationen. In dieser abschließenden Testphase sollen auch Erkenntnisse zu möglichen Risiken erlangt und ausgewertet werden.

Die letzte Phase kann mehrere Jahre dauern. Der Impfstoff wird nach Abschluss der klinischen Tests von einer Zulassungsbehörde genehmigt und überwacht.

In England werteten Wissenschaftler an der Universität Oxford Patientendaten im großen Stil aus, die über das einheitliche und öffentliche Gesundheitssystem erfasst werden. Sie interessierten sich dabei noch einmal für die genaue Aufschlüsselung der Sterberisiken in Zusammenhang mit COVID-19. Neben der großen Datenmenge, hatte die Studie auch die verschiedenen Patientengruppen im Blick, nicht nur in Kliniken, sondern auch die Alten- und Pflegeheimen.

Für die Auswertung brachten die Forscher 17.278.392 Patientendaten des britischen Gesundheitsdienstes (NHS) in Relation mit den 10.926 Todesfällen bis zum 6. Mai im Land. Dann werteten sie die häufigsten Risikofaktoren aus. Demnach waren 90 Prozent der an COVID-19 Verstorbenen über 60 Jahre alt. Das Alter ist also eines der größten Risikofaktoren. Weitere Risiko-Faktoren stellen laut der in Nature erschienen Studie das männliche Geschlecht sowie die ethnische Herkunft und starken Übergewicht dar.

Diese weiteren Faktoren erhöhen das Sterberisiko (absteigend):

  • Atemwegserkrankungen (außer Asthma)
  • chronische Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • aktuelle Krebserkrankungen oder Leukämie/Lymphome
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Lebererkrankungen
  • Schlaganfall
  • Demenz
  • neurologische Erkrankungen
  • Organtransplantationen
  • Asplenie (Funktionsunfähigkeit der Milz)
  • rheumatische Erkrankungen
  • Immunschwächen

Eine Art nationales Entzugsprogramm gegen das Rauchen hat die Corona-Krise den Südafrikanern beschert: Im ganzen Land herrscht Tabakverbot, um die Gefährdung von Rauchern durch das Coronavirus einzudämmen. Raucher sind erbost – und der Schwarzmarkthandel schlägt Profit.

Verschiedenen Medienberichten zufolge befindet sich eine ganze Nation derzeit im wohl größten Raucher-Entzug der Geschichte. Die Tabakindustrie ist auf den Barrikaden, Verbraucherschützer wittern schwere Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte, Ökonomen warnen vor Steuerverlusten.

Eine Klage der Tabakproduzenten wurde abgewiesen

Das zuständige Ministerium hatte das Tabakverbot für die ganze Nation damit begründet, dass Raucher gefährdeter für Komplikationen durch COVID-19 seien. Erkrankte könnten das Gesundheitssystem strapazieren. Zwar hatte ein Gericht Anfang Juni befunden, das Tabakverbote und ähnliche Maßnahmen stünden rational nicht im Zusammenhang mit einer Begrenzung der COVID-19-Infektionen. Doch inzwischen gab ein anderes Gericht in Pretoria dem Ministerium recht. Eine Klage der unabhängigen Tabakproduzenten wurde abgewiesen.

Auf dem Schwarzmarkt blüht derweil der Handel mit Tabakersatzprodukten – dazu gehören etwa Rooibosch-Zigaretten, Tabak von dubioser Qualität oder Markenzigaretten zu horrenden Preisen. Den Medienberichten zufolge glaubt die südafrikanische Regierung, dass durch den Schwarzmarkt teilweise die negativen ökonomischen Folgen des Tabakbanns kompensiert würden. Außerdem hoffe sie, dass gut 10 Prozent der Raucher ihr Laster aufgeben – bei knapp zehn Millionen Rauchern im Lande wäre das eine Million.

Bislang dauert die Auswertung eines Testabstrichs im PCR-Verfahren auf SARS-CoV-2 gut zwei Stunden, was auch die Kapazitäten in den Laboren einschränkt. Forscher der Universität Bielefeld stellen nun ein beschleunigtes Verfahren vor, bei dem das Test-Spezialgerät rund 570 Tests in der Stunde analysieren kann. „Der Test dauert nur rund 16 Minuten“, sagt Prof. Dr. Christian Kaltschmidt vom dortigen Lehrstuhl für Zellbiologie, und kann somit zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis anzeigen.

Dabei wird mit einem Thermocycler die Temperatur im Analyse-Gerät hochgefahren. Bestimmte Enzyme helfen bei der Vervielfältigung des Virus-Genmaterials vom Abstrich. Das von den Bielefelder Forschern entwickelte Gerät arbeitet so besonders effektiv und kann vollautomatisch arbeiten.

Bei der Entwicklung hat sich das Team am sogenannten Drosten-Protokoll der Berliner Charité und am Protokoll des Centers of Disease Control and Prevention in Atlanta orientiert, die die Standards für die Testverfahren festlegen, und diese nun so weiter ausgebaut, dass Tests schneller und effizienter durchgeführt werden können. Die Publikation dazu trägt den Titel: Ultra-fast one-step RT-PCR protocol for the detection of SARS-CoV-2.

 

 

Die Corona-Pandemie hat eine der schlimmsten Krisen auf dem Arbeitsmarkt seit der Großen Depression verursacht. In einem aktuellen Report warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor der Gefahr, dass durch die Krise Armut wachsen und sich soziale Ungleichheiten verstärken könnten. Die weltweiten Auswirkungen würden noch Jahre später zu spüren sein.

Im Vergleich zur Finanzkrise von 2008 hat die Organisation in den ersten Monaten der jetzigen Krise in einigen Ländern bis zu zehnmal weniger Arbeitsstunden ausgemacht. Während Millionen Menschen in Kurzarbeit gegangen seien, hätten weitere Millionen ihren Job verloren – mit wenig Aussicht auf Verbesserung, heißt es in dem Report.

Arbeitslosenrate in OECD-Ländern auf steigt auf 10 Prozent

Auch für 2021 prognostiziert die Organisation hohe Arbeitslosenzahlen. Bis zum Ende 2020 werde die Arbeitslosenrate in den OECD-Ländern auf beinahe zehn Prozent ansteigen, im Vergleich zu 5,3 Prozent Ende 2019. Im Falle einer zweiten Welle der Pandemie sind der OECD zufolge bis zu 12 Prozent zu erwarten. Mit einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt sei erst nach 2021 zu rechnen.

Einige Länder sind von den Arbeitsmarktkonsequenzen durch Corona stärker betroffen als andere, heißt es in dem Report weiter. In anderen Ländern wurden Kurzarbeiterprogramme eingeführt, bei denen Arbeitnehmer ihren Job behalten konnten. Möglich wäre aber, dass das ganze Ausmaß der Pandemie erst noch zum Tragen komme. In anderen Ländern gab es bisher beispiellose Sprünge bei den Arbeitslosenzahlen, wobei aber damit zu rechnen sei, dass viele Arbeitnehmer wieder in ihre Jobs zurückkehren können, wenn die Wirtschaft wieder anläuft.

Wissenschaftler der Universität Basel haben die Angst der Schweizer zu Beginn der Pandemie mit ihren Ängsten nach dem Lockdown verglichen. Ergebnis der „Swiss Corona Stress Study“, die ein Team um Prof. Dr. Dominique de Quervain durchgeführt hat: Das Stressniveau bleibt auch für viele nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen erhöht. An der anonymen Online-Umfrage nahmen im Erhebungszeitraum vom 11. Mai bis zum 1. Juni 2020 insgesamt 10.3030 Menschen teil. Die erste Erhebung, die die Vergleichszahlen lieferte, fand im Lockdown zwischen dem 6. und 8. April statt.

Die wichtigsten Ergebnisse: 40 Prozent der Befragten fühlen sich auch in der Zeit der Lockerungen gestresster als vor der Coronakrise. Zu den Stress-Haupttreibern zählen nach wie vor die Belastung durch Veränderungen bei der Arbeit oder Ausbildung sowie die Belastung durch das eingeschränkte Sozialleben. Im Lockdown fühlten sich rund 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden gestresster als vor der Coronakrise, also leicht mehr als in der Zeit der Lockerungen.

28 Prozent verspürten keine Veränderung im Stressempfinden

28 Prozent der befragten Schweizer gaben an, keine Veränderung im Stressempfinden zu verzeichnen. Im Lockdown waren dies 24 Prozent. 32 Prozent der Befragten fühlen sich nach dem Lockdown weniger gestresst als vor der Krise. Das hängt damit zusammen, dass sie die gewonnene Zeit für Erholung und Entlastung nutzten. Im Lockdown fühlten sich 26 Prozent weniger gestresst als vor der Coronakrise.

Wer schon vor der Coronakrise psychische Probleme hatte, dessen Risiko stieg, dass sich diese während der Pandemie verschlimmerten. Die Häufigkeit einer schweren depressiven Symptomatik bleibt mit knapp 12 Prozent auch in der Zeit der Lockerungen erhöht (im Lockdown 9 Prozent).

Ältere ab 55 Jahren sind besonders resilient

Auch die Widerstandsfähigkeit der Schweizer im Rahmen der Pandemie wurde untersucht. Ergebnis: Ältere Menschen ab 55 Jahren und Männer scheinen besonders resilient zu sein. Untersucht wurde, welche Personengruppe sich in Bezug auf depressive Symptome als besonders widerstandsfähig erwiesen haben. Diese Menschen – in beiden Erhebungszeiträumen machten sie rund ein Drittel der Befragten aus – haben während der Coronakrise keine wesentlichen depressiven Symptome entwickelt und hatten auch vor der Krise keine. Die Forscher schreiben: „Dies ist erstaunlich, sind es doch ältere Menschen und Männer, die durch eine ernsthafte Viruserkrankung besonders gefährdet sind.“

Die Angst vor einer ernsthaften Viruserkrankung und die Angst vor Versorgungsengpässen sind in der Schweiz gesunken: Während im Lockdown 57 Prozent der Befragten generell mehr Angst im Vergleich zu vor der Krise verspürt hatten, waren dies in der Zeit der Lockerungen knapp 41 Prozent.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

32190823207625320762632076273219083 3219084 3207629
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare