Baden-Württemberg

"Cyberwehr" unterstützt Praxen bei Hacker-Angriffen

Mit der Corona-Krise wächst die Gefahr von Cyber-Angriffen auf Krankenhäuser, Praxen und Apotheken. Die "Cyberwehr" des Landes Baden-Württemberg will sie vor Hackern schützen – und gibt 5 praktische Tipps zur Hilfe.

Die Hotline der Cyberwehr Baden-Württemberg bietet ab sofort Gesundheitsunternehmen landesweit Hilfe bei IT-Sicherheitsangriffen. FZI Forschungszentrum Informatik

Aus ganz Baden-Württemberg können sich ab sofort Einrichtungen aus der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie daran angrenzende Unterstützungsbereiche bei IT-Sicherheitsvorfällen an die kostenlose Hotline 0800-292379347 wenden, heißt es in einer Mitteilung. Dazu gehören insbesondere Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken, Testlabore, Pflegeeinrichtungen und mobile Pflegedienste, die einen IT-Sicherheitsvorfall feststellen oder ungewöhnliche Aktivitäten auf ihren Servern beobachten.

Mit der Corona-Krise steigt das Gefahrenpotenzial

Der Ablauf: Die Vorfälle werden aufgenommen und von einem IT-Sicherheitsexperten analysiert und anschließend mögliche sinnvolle Schritte für das weitere Vorgehen geklärt. Informationen oder Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, können aber auf eigenen Wunsch hin mit den Ermittlungsbehörden geteilt werden.

Ursprünglich war ein stufenweiser Ausbau des Angebots der Cyberwehr für 2020 geplant. Mit der kurzfristigen Erweiterung des Aktionsradius, die zunächst für drei Monate gilt, reagiert das Konsortium des Forschungsprojekts „auf das gestiegene Gefahrenpotenzial durch Angriffe auf die IT-Infrastruktur im Gesundheitswesen“.

"Wenn in der aktuellen Situation Anbieter aus den Bereichen Medizin und Pflege durch einen IT-Sicherheitsvorfall ausfallen, können unter Umständen Menschen nicht mehr versorgt werden", erklärt Cyberwehr-Projektleiter Dr. Dirk Achenbach vom FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe. "Das Ziel der Cyberwehr-Experten ist, die Systeme schnell wiederherzustellen und so das Unternehmen arbeitsfähig zu halten."

Cyberkriminelle nutzen das Homeoffice aus

Das Gefahrenpotenzial habe sich in der Corona-Krise unter anderem durch den veränderten Arbeitsalltag erhöht: Kommunikation findet vermehrt auf digitalen Wegen statt und mobiles Arbeiten erfordert häufig Fernzugriffe auf die IT-Infrastruktur. Cyberkriminelle nutzen diese Situation aus, um sensible Daten abzugreifen und Schadsoftware, wie etwa Verschlüsselungstrojaner zu installieren.

"In der Corona-Krise ist die Cybersicherheit der Gesundheitsbranche von besonderer Bedeutung. Im Falle eines Angriffs nutzen wir alle Möglichkeiten für schnelle Hilfeleistungen", betont Landes-Innenminister Thomas Strobl. Ermöglicht würden diese durch die fachliche Unterstützung des Sozialministeriums und eine schnelle Freigabe der Mittel durch das Finanzministerium. Die Cyberwehr Baden-Württemberg erhält zu diesem Zweck bis zu 850.000 Euro zusätzlich für die kommenden drei Monate.

5 Tipps zum Hackerschutz

Das Team der Cyberwehr Baden-Württemberg gibt allen Unternehmen unabhängig von der Branche 5 Tipps:

  1. Sichern Sie regelmäßig Ihre Daten und bewahren Sie die Back-ups getrennt von Ihrem Firmennetzwerk auf.
  2. Klicken Sie nicht auf unbekannte Links in E-Mails und überprüfen Sie vorher die Ziel-Adressen.
  3. Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern.
  4. Berücksichtigen Sie die Hinweise zu sicheren Passwörtern des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.
  5. Installieren Sie Software nur aus seriösen Quellen.

Pilotprojekt zum Schutz der Wirtschaft

Die Cyberwehr Baden-Württemberg wird von einem Konsortium aus dem FZI Forschungszentrum Informatik, DIZ | Digitales Innovationszentrum, CyberForum e.V. und der Secorvo Security Consulting GmbH umgesetzt und ist nach eigenen Angaben ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt. Sie unterstützt kleine und mittlere Unternehmen als zentrale Anlaufstelle im Falle eines IT-Sicherheitsvorfalls. Die kostenlose Hotline 0800-292379347 ist 7 Tage pro Woche 24 Stunden am Tag erreichbar. Das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg fördert das Projekt.

Angriffe mit Schadsoftware wie Emotet sind zur dauerhaften Bedrohung für Institutionen, Unternehmen und auch (Zahn-)Arztpraxen geworden. Doch man kann sich schützen.

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