Robert Koch-Institut

Das unterscheidet einen COVID-19-Verlauf von einer schweren Grippe

LL
Gesellschaft
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in seinem neuen Epidemiologischen Bulletin untersucht, wie sich COVID-19 von einer schweren Grippe unterscheidet.

Das RKI untersuchte Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei schweren Krankheitsverläufen mit notwendiger Hospitalisierung bei Grippe-Erkrankten und COVID-19-Patienten. Dafür wurden die Krankendaten von 1.426 COVID-Patienten im ersten Halbjahrjahr 2020 ausgewertet und den Daten von 69.573 Grippe-Patienten mit akuter respiratorischer Erkrankung der unteren Atemwege aus den vergangenen Grippewellen der Jahre 2015 bis 2019 gegenübergestellt. Dabei war die Altersstruktur der beiden Gruppen vergleichbar.

Es gab viel mehr schwere Verläufe bei COVID-Patienten

Verglichen wurde Krankheitsschwere, die Altersstruktur und Dauer der stationären Behandlung, Behandlung auf der Intensivstation, die mechanische Beatmung sowie das Versterben der Patienten.

Die Ergebnisse wurden nun im neuen Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht: Der Anteil schwerer Verläufe war auf allen Betrachtungsebenen bei COVID-Patienten deutlich höher als bei Grippe-Patienten – die Anzahl der Patienten, die keine Intensivbehandlung oder Beatmung erhielten und nach Hause entlassen werden konnten (oIBVV), war hingegen geringer.

Die Ergebnisse der Gegenüberstellung Schwere der Erkrankung: Beatmung: Hospitalisierung: Letalität:

Die Ergebnisse der Gegenüberstellung

Schwere der Erkrankung:

Beatmung:

Hospitalisierung:

Letalität:

Im Rahmen dieser Auswertung wurden COVID-Fälle mit einem Aufnahmedatum in den Kalenderwochen 10 bis 18 betrachtet. In diesem Zeitraum wurden laut RKI 79 Prozent der COVID-Fälle stationär aufgenommen.

Die Autoren schlussfolgern: „Die Ergebnisse (...) belegen die Notwendigkeit, intensivmedizinische Ressourcen weiter vorzuhalten, falls die Zahl der COVID-19-Fälle im Herbst 2020 wieder ansteigen sollte. Aufgrund des höheren Anteils beatmungspflichtiger Patienten und der beobachteten langen Beatmungsdauer muss man sich auf eine höhere Zahl von Beatmungsplätzen einstellen als dies bei der gleichen Anzahl schwerer Erkrankungen während einer Grippewelle vergangener Saisons erforderlich war.“

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.