Studie zu Kinder-Marketing

Kinder sehen pro Tag 15 Werbungen für ungesundes Essen

ck/LL/pm
Gesellschaft
Kinder in Deutschland sehen durchschnittlich pro Tag 15,48 Werbungen für ungesundes Essen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hamburg, basierend auf Daten noch vor der Corona-Krise.

Durchschnittlich 92 Prozent der Lebensmittelwerbung, die Kinder in Internet und TV schauen, beziehen sich auf ungesunde Produkte wie Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten. Davon entfallen 89 Prozent auf das Fernsehen und 98 Prozent auf das Internet. Zugleich ist die Zahl der TV-Spots pro Stunde um 29 Prozent gestiegen.

  • 70 Prozent der Lebensmittel- Werbespots im TV richtet sich speziell an Kinder.

  • Von Kindern gesehene Lebensmittelwerbung in TV und Internet ist zu 92 Prozent für Fast Food, Snacks und Süßes.

  • 89 Prozent aller TV-Spots werben für ungesunde Produkte.

  • Die Zahl der von Kindern gesehenen Spots pro Tag ist zwar seit 2007 etwa gleichgeblieben. Aber Kinder sehen heute 30 Minuten weniger fern. Pro Stunde werden also 29 Prozent mehr ungesunde Spots ausgestrahlt als früher.

  • Kinderärzte, Wissenschaftler und AOK fordern ein Verbot von Kindermarketing für Dickmacher.

Im Internet werden Kinder vor allem über Facebook mit Werbepostings zu ungesunden Produkten erreicht – über zehn Milliarden Mal pro Jahr in Deutschland. Zudem locken die Unternehmen Kinder gezielt auf ihre Webseiten zu ungesunden Produkten und versuchen sie dort durch Spiele zu halten. Auf YouTube erfolgt die Werbung für Ungesundes mit Kindermarketing zu zwei Dritteln durch Influencer, bilanzieren die Wissenschaftler in ihrer Auswertung .

Bündnis will Kindermarketing für ungesunde Produkte verbieten

Ein Bündnis aus Wissenschaftlern, Kinderärzten und dem AOK-Bundesverband hat daher angesichts dieser Zahlen seine Forderung erneuert, Kindermarketing für ungesunde Produkte in allen Medienarten zu verbieten – wie es in vielen Ländern bereits Standard ist  – um die Entwicklung zu Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen nicht durch Werbung noch zu fördern.

Schließlich zeige die Studie erneut, dass seitens der Lebensmittelindustrie offenkundig keine Übernahme von Verantwortung oder Unterstützung zu erwarten ist.

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