Aligner von SmileDirectClub

US-TV-Sender NBC berichtet – und bekommt Post vom Anwalt

Jüngst hat ein Bericht des US-Hörfunk- und Fernsehnetzwerks National Broadcasting Company (NBC) zum SmileDirectClub für Aufsehen in den USA gesorgt. Nur Stunden nach der Ausstrahlung informierte die Aktiengesellschaft ihre Investoren, NBC habe tendenziös und falsch berichtet – und forderte von dem Sender eine Gegendarstellung.

Anna Rosemond ist die Hauptperson in dem Fernsehbericht von NBC News. Darin geht es um die Frage, wie groß die gesundheitliche Risiken einer Tele-Alignerbehandlung sind, welche Handhabe unzufriedene Kunden haben und ob es eine Diskrepanz zwischen offizieller Geschäftspraxis und gelebter Realität bei SmileDirectClub gibt. Youtube - NBC News

Im Zentrum des viereinhalb Minuten langen Berichts steht die Kundin Anna Rosemond. Die Frau hatte dem Bericht zufolge nach einem Jahr gesundheitliche Probleme, die durch die ausschließlich online betreute Aligner-Behandlung des SmileDirectClubs entstanden waren. Als mehrere Versuche scheiterten, einen behandelnden Spezialisten des Unternehmens zu konsultieren, suchte sie einen niedergelassenen Kieferorthopäden auf.

Der bescheinigte ihr laut Bericht einen Kreuzbiss sowie eine Fehlausrichtung der Zähne, die möglicherweise durch die Aligner verursacht worden seien. Die daraus folgende Belastung der Nacken- und Kiefermuskeln könne ursächlich für jene Migräne sein, unter der Rosemond neuerdings litt, schlussfolgern die Macher des Berichts.

Die Verantwortung liegt beim Zahnarzt, nicht beim Unternehmen, meint SDC

Eine Stellungnahme zum konkreten Fall lehnte SmileDirectClub gegenüber NBC mit Verweis auf datenschutzrechtliche Gründe ab. Ohnehin liege die Verantwortung für die Behandlung nicht beim Unternehmen, sondern bei den rund 250 Zahnärzten, die für SDC nach eigenen Angaben bisher mehr als 750.000 Fälle medizinisch betreut haben, lautet die Aussage.

Mit 750.000 zufriedene Kunden brüstet sich "SmileDirectClub". Reklamationen? Fehlanzeige. Das könnte an den Verschwiegenheitserklärungen liegen, die Patienten vor einer Erstattung unterzeichnen müssen.

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Die Ursachen für etwaige Probleme sieht Susan Greenspon Rammelt, Chefsyndikus von SmileDirectClub, ausschließlich in mangelnder Compliance der Kunden. Diese folgten womöglich nicht korrekt allen Produktanweisungen oder hätten auf den obligatorischen Besuch eines niedergelassenen Zahnarztes im Vorfeld der Behandlung verzichtet.

Den Umstand, dass das Personal von SmileDirectClub in verschiedenen Shops des Unternehmens Reportern mit versteckter Kamera eben diesen Sicherheitscheck verschwieg – und damit ausdrücklich der offiziellen Empfehlung widersprach – bewertete Greenspon Rammelt als bedauerliches Versäumnis. Die betreffenden Personen hätten womöglich einfach vergessen, dass die Anweisung eine andere sei, lautete die lapidare Antwort.

Das Unternehmen sieht sich in der Opferrolle

Deutlich stärker war die Reaktion auf die Ausstrahlung des Nachrichtenbeitrags: Am nächsten Tag bekam der Sender von einem Anwalt des Unternehmens die Aufforderung zur Gegendarstellung. Das Schreiben, das dem Internetportal Yahoo Finance vorliegt, listet angeblich mehr als 20 Beweise für eine tendenziöse, unfaire und fehlerhafte Berichterstattung auf. Nach Darstellung des SmileDirectClub besteht der einzige Zweck der Geschichte darin, „Patienten zu erschrecken“ und „den Marktwert des Unternehmens negativ zu beeinflussen“. NBC habe ausgewählte Fakten unterschlagen und sich zweifelhafter Quellen bedient.

An einem Punkt seien die Reporter einer von Dental-Handelsorganisationen bewusst gestreuten Fehlinformation aufgesessen, behauptet SmileDirectClub. So gebe es – anders als berichtet – keine Untersuchung durch die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA und die Handelskommission FTC.

Das sei „nichts anderes als die jüngste einer Reihe von wettbewerbswidrigen PR-Taktiken, die darauf abzielen, unseren Erfolg zu begrenzen“, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens an seine Investoren. Ein zitierter Brief von neun Kongressabgeordneten an die beiden Behörden existiere zwar, sei jedoch nur der Versuch des Berufsstands, ein legitimes, aber unliebsames Geschäftsmodell zu diskreditieren. Einziges Indiz: Fünf der neun Abgeordneten sind Zahnärzte.

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