Mikroplastik 2.0

Verursachen Plastik-Kleinstpartikel neurologische Krankheiten?

Die Folgen des allgegenwärtigen Kunststoffmülls in der Umwelt sind immer kleinere Plastikteilchen, die bis ins menschliche Gehirn gelangen können. Ob diese Nanopartikel dort neurologische Störungen verursachen können, soll das „NanoGlia“-Projekt erforschen, das kürzlich eine Millionenförderung erhielt.

Plastikteilchen aus zerfallendem Kunststoffmüll sind allgegenwärtig. Je kleiner die Partikel, desto gefährlicher sind die Folgen. AdobeStock_DisobeyArt

Mikroplastik ist nicht nur im gesellschaftlichen Diskurs seit geraumer Zeit allgegenwärtig. Diese mikroskopisch kleinen Plastikpartikel, die durch den Zerfall von Plastikmüll durch Umwelteinflüsse entstehen, sind weltweit nachweisbar: im Meer, an Land, im menschlichen Körper und sogar im Eis der Antarktis.

Einen Meter Plastikband in eine Milliarde Teile zerschnitten

Generell stellen die verschiedenen Plastiksorten nicht kalkulierbare Risiken für Umwelt, Nahrungsketten und Organismen dar. Zudem können sie an ihrer Oberfläche Umweltgifte adsorbieren. Doch Kunststoff wird in der Natur nicht nur zu Mikropartikeln zerrieben: Jene wiederum zerfallen zu noch kleineren Nanopartikeln.

 


Mikroplastik ist allgegenwärtig – Eine Chronologie

Trotz der Erkenntnisse zur Umweltschädlichkeit von Mikroplastik steigt die Zahl der betroffenen Produkte in Deutschland weiter. 2014 waren es 400 - heute fast 1.000. Vier davon stammen aus dem Dentalmarkt.

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Erstmals wurde Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt. Im Rahmen der Wiener Pilotstudie fanden sich Rückstände bei allen acht internationalen Teilnehmern.

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So wie das Bewusstsein für die Umweltschädlichkeit von Mikroplastik rasant wächst , steigt die Zahl der betroffenen Produkte in Deutschland. Mitte 2014 waren es 400, heute 863 - drei davon aus dem Dentalmarkt.

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Kleinste Plastikteilchen können an Land sogar noch schädlicher wirken als im Meer. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

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Großbritannien verbietet, in Kosmetik Mikroplastik zu verarbeiten - wie die USA, Kanada, Schweden. In Deutschland wächst die Zahl der belasteten Produkte. Auch ein Zahnfleischpflege-Gel enthält die Partikel.

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Einen Meter Plastikband in eine Milliarde (eine 1 mit neun Nullen) Teile zerschnitten, ergibt einen Nanometer. In dieser Größenordnung gelangen Partikel überall hin. Über die Nahrungskette aufgenommen, überwinden sie beispielsweise problemlos Gewebsschranken im menschlichen Organismus und können über die Blut-Hirn-Schranke das Gehirn erreichen. Über die langfristige Anreicherung und mögliche Toxizität ist hierbei wenig bekannt.

In dieser Größenordnung gelangen die Partikel überall hin

Im Projekt „NanoGlia“, das kürzlich 1,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) erhielt, soll jetzt die Grundlagenforschung zur Wirkung von Nanoplastik auf das Gehirn aufgenommen werden. Projektleiterin Dr. Elvira Mass, die den begehrten Starting Grant für ihr Projekt bekam, erörtert: „Wir werden unter anderem mithilfe von Tiermodellen untersuchen, welche Arten von Nanoplastik das Gehirn erreichen und dort von Mikroglia aufgenommen werden.“

Mikroglia sind Neuroimmunzellen, die auf Umwelteinflüsse reagieren. Im Modell wollen die Wissenschaftler*innen untersuchen, ob Nanoplastik-Partikel die Immunzellen akut oder chronisch aktivieren und dadurch neurologische Störungen auslösen.

Mit Starting Grants zeichnet der Europäische Forschungsrat (ERC) exzellente Nachwuchsforscher*innen aus. Dr. Elvira Mass vom LIMES-Institut der Universität Bonn ist Leiterin der Forschungsgruppe „Entwicklungsbiologie des Angeborenen Immunsystems“.

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