COVID-19-Pandemie

Wettbewerbe und Cloud Computing: So kämpft die Welt gegen Corona

Weltweit arbeiten Tech-Unternehmen, Universitäten und Kreative an Lösungen. Das Spektrum reicht von Tracking-Apps über Computer-Simulationen bis hin zum Versuch, Beatmungsgeräte im 3-D-Drucker herzustellen.

Greg Bowman, PhD, Assistenzprofessor für Biochemie und molekulare Biophysik an der Washington University School of Medicine in St. Louis, leitet ein Cloud Computing-Projekt namens Folding@home. Nutzer auf der ganzen Welt können dabei Rechenleistung zur Verfügung stellen, um für die Forschung Simulationen der SARS-CoV-2-Proteine zu beschleunigen. Youtube_Washington University School of Medicine


Ausgewählte Aktionen gegen Covid-19

Die Website des HIH hat einen klassischen Chatbot. | Screenshot zm_mg

Mit dem "digitale Gesundheitslotsen" des Start-ups DOCYET können Nutzer beim Besuch der Website des HIH via Chat in wenigen Schritten klären, ob sie Symptome des Coronavirus aufweisen und erhalten anschließend eine Risikoabschätzung, ob es sich tatsächlich um Corona handeln könnte. Der Chatbot wird täglich auf der Basis aktuellster wissenschaftlicher Veröffentlichungen und nach Angaben des Robert Koch-Instituts der Bundesregierung aktualisiert.

Darüber hinaus liefert die Website eine Übersicht über alle Anbieter telemedizinischer Lösungen, die Medizinern Videosprechstunden ermöglichen und von denen einige während der COVID-19-Pandemie ihre Dienstleistung kostenlos anbieten (zm berichtete).

Das Unternehmen ICME will einen Chatbot mit einem Webshop für Testkits verbinden. Das Projekt ist aber noch in einem frühen Stadium, die Informationen hierzu beruhen auf einem LinkedIn-Post eines hochrangigen Mitarbeiters. | Screenshot zm_mg

Das international tätige Gesundheitsunternehmen ICME HealthCare setzt ebenfalls auf Selbsttests, will bei einer positiven Bewertung den Patienten aber zu einem Webshop weiterleiten, wo er ein Testkit bestellen kann. So sollen Haushalten mehr als 1 Million Testkits verfügbar gemacht werden, schreibt ein hochrangiger Mitarbeiter auf LinkedIn. Die Idee: Der Patient soll den Test zu Hause durchführen und an ein Labor schicken, das Labor stellt die Ergebnisse über das Portal den Gesundheitsämtern und einem Tele-Arzt zur Verfügung – der anschließend den Patienten telemedizinisch beraten soll.  

Bislang ist etwa ein Sechstel der benötigten Summe bei der Crowdfunding-Aktion auf "Indiegogo" eingegangen. | Screenshot zm_mg

Gemeinsam mit der Hamburger Firma Ubilabs entwickelt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine Tracking-App für Smartphones nach dem Vorbild Südkoreas, aber nach europäischen Standards in puncto Datensicherheit. Das Projekt, für das aktuell eine Crowdfunding-Kampagne läuft, heißt GeoHealth. App-Nutzer sollen über die Anwendung ermitteln können, ob sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer infizierten Person hatten und wie groß ihr persönliches Infektionsrisiko ist. Dazu wird das eigene Bewegungsprofil mit denen von Infizierten abgeglichen, die der App ihre Bewegungsdaten anonymisiert „gespendet“ haben.

Die Idee: Je größer die Zahl der Nutzer, desto größer die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Nach Abgleich der Daten erscheint auf dem Bildschirm eine Ampel, die dem Nutzer sein persönliches Ansteckungsrisiko anzeigt: Leuchtet ein grünes Licht auf, gibt es keinen Grund zur Sorge. Haben sich die Wege des Nutzers und eines infizierten Teilnehmers gekreuzt, springt die Ampel auf Gelb – bestand über einen längeren Zeitraum Kontakt, geht sie auf Rot. In diesem Fall erhält der Nutzer per App umgehend Hinweise zum empfohlenen weiteren Vorgehen. 

Eine Betaversion der App soll nach Angaben der drei Entwickler Robert Sachartschenko, Maxim Gleser und Ibrahim Bölükbas Ende März/Anfang April verfügbar sein, allerdings vorerst nur für Nutzer, die sich an der Finanzierungsaktion beteiligt haben. Später wird die App GeoHealthApp kostenlos im App Store (IOS), Google Play Store (Android) und auf der Website kostenfrei zum Download bereitgestellt.

Das Standbild zeigt einen Ausschnitt aus der Simulation eines Ebola-Proteins, mit der möglichweise bald ein Therapeutikum entwickelt werden kann. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler an Simulationen der Proteine von SARS-CoV-2. | Youtube_FoldingAtHome

Die Stanford University arbeitet mit daran, die Dynamik von COVID-19-Proteinen zu simulieren, um nach neuen therapeutischen Möglichkeiten zu suchen. Gängige Simulationen zeigen nur eine einzige Momentaufnahme der üblichen Form eines Proteins, nicht aber den Bewegungsradius all seiner beweglichen Teile. Zu beobachten, wie sich die Atome in einem Protein relativ zueinander bewegen, ist wichtig, erklärt die Universität auf ihrer Website, "weil man wertvolle Informationen erfasst, die auf andere Weise nicht zugänglich sind".

Um diese intensiven Rechenprozesse zu beschleunigen, bedient sich die Universität der Technik des Cloud Computing, das heißt, Interessierte können durch die Nutzung eines kleinen Programms (zum Download) auf ihrem mit dem Internet verbundenen Heim-PC ungenutzte Rechenkapazität zur Verfügung stellen. Während der Nutzer einen Text schreibt oder im Internet surft, kann er so helfen, die Rechenprozesse der Wissenschaftler zu beschleunigen.

Auf diese Weise gelang den Mitarbeitern der Stanford Universität vor Kurzem (zum Paper), durch die Simulation eines Ebola-Proteins eine Schwachstelle des Erregers aufzuzeigen, die künftig möglicherweise für die Entwicklung eines Therapeutikums genutzt werden könnte.

Jetzt will ein Team um Greg Bowman, PhD, Assistenzprofessor für Biochemie und molekulare Biophysik an der Washington University School of Medicine in St. Louis, vergleichbare Simulationen für die Proteine von SARS-CoV-2 erstellen – und bittet dabei auf der Website des Projekts um Mithilfe.

Der Wettbewerb "Code Life Ventilator Challenge" läuft noch bis Ende März. Mitte April, so der Plan der Organisatoren, sollen die Gewinnerentwürfe frei verfügbar sein, um Engpässen an Beatmungsgeräten überall auf der Welt schnell entgegenzuwirken. | Screenshot zm_mg

Die kanadische Stiftung des Montreal General Hospital und das McGill University Health Centre haben einen ungewöhnlichen Wettbewerb ausgerufen, um auf den mit der Covid-19 Pandemie absehbaren Engpass an Beatmungsgeräten zu reagieren.

Es werden kreative Ideen für günstige, simple Beatmungsgeräte gesucht, die einfach herzustellen sein sollen. Um unnötige Transportwege zu vermeiden, favorisieren die Ausrichter des Wettbewerbs Lösungen, die es ermöglichen, die Geräte direkt am jeweiligen Einsatzort herzustellen. Hierbei könnten 3-D-Drucker oder CNC-Maschinen zum Einsatz kommen, lautet die Anregung. 

Es ist Teilnehmern gestattet, die Designs vor Einreichung zum Patent anzumelden, sofern sie Herstellern erlauben, die Geräte während der Coronavirus-Pandemie lizenzgebührenfrei für den lokalen Bedarf zu produzieren. Teilnehmen dürfen Teams mit bis zu 20 Personen, ihnen muss jedoch mindestens ein Arzt und mindestens ein zu Sicherheitszertifizierungen berechtigter Techniker oder Ingenieur angehören.

Einsendeschluss ist der 31. März, am 15. April sollen die Gewinner bekanntgegeben werden. Die besten Lösungsvorschläge werden mit 200.000 kanadischen Dollar (umgerechnet rund 130.000 Euro) prämiert. 

Hier geht's zu den vollständigen Bedingungen des Wettbewerbs.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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