Analyse der Bertelsmann Stiftung

Wir Deutsche leben gern im Speckgürtel

Stadt oder Land? Wo wollen die Menschen in Deutschland wohnen? Eine Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt: Der "Speckgürtel" ist besonders beliebt. Aber je nach Lebensphase zieht es uns auch in Kleinstädte.

Die Gründe für einen Umzug sind zum Beispiel ein neuer Job, besserer beziehungsweise bezahlbarer Wohnraum oder auch der Wunsch, im Alter in der Nähe der Kinder zu leben. Fotolia - lordn

In Brandenburg sind die Vertragszahnärzte gegenwärtig im Durchschnitt 57 Jahre alt, der Nachwuchs fehlt. Landeszahnärztekammer und KZV Land Brandenburg haben das Problem erkannt und rühren seitdem kräftig die Werbetrommel - mit dem Ziel, junge Zahnmediziner von der Hauptstadt in die märkischen Landpraxen zu ziehen.

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Denn schon seit Jahren gilt: Immer mehr Menschen wollen in die Stadt. Dies bestätigt auch eine aktuelle Analyse des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS). Ausgewertet wurden dafür die Daten des Portals Wegweiser-Kommune.de der Bertelsmann Stiftung, das verschiedene Wanderungsdaten - zum Beispiel nach Alter und Geschlecht, aber auch nach Ziel oder Herkunft - für alle Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern bereitstellt.

Aurich ist "in"

Das Ergebnis der Analyse: Das Leben in der Stadt liegt weiterhin im Trend. Dabei zieht es die Menschen aber nicht nur in die Millionen-Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Köln, sondern vor allem in Mittel- und Kleinstädte wie Bad Neustadt an der Saale oder Aurich in Ostfriesland.

Das ILS spricht in diesem Zusammenhang von einem sogenannten "Überschwappeffekt" der Großstädte. Das heißt, besonders die großen Großstädte verlieren zunehmend Bevölkerung an ihr direktes Umland, den "Speckgürtel". In den ländlichen Räumen setzt sich zudem die kontinuierliche Abwanderung dünn besiedelter Gebiete fort – allerdings auf einem relativ geringen Niveau. Strukturschwache Regionen jenseits städtischer Verdichtung sind laut Analyse dabei besonders von Schrumpfung betroffen.

Was macht den "Speckgürtel" attraktiv?

Die Gründe für Bevölkerungsbewegungen innerhalb Deutschlands sind dabei vielfältig: "Sie reichen vom Umzug wegen eines Arbeitsplatzwechsels oder in besseren beziehungsweise bezahlbaren Wohnraum bis zum Wunsch, im Alter in der Nähe der Kinder zu leben", sagt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Die Daten im Wegweiser Kommune zeigen, dass jedoch vor allem hohe Mieten ein starker Treiber für Bevölkerungsbewegungen sind.

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Aber auch die jeweilige Lebensphase der Menschen spiele eine wichtige Rolle für die Wanderungsbewegungen in vier verschiedenen Altersgruppen: "Die jüngere Generation in Ausbildung und Studium zieht eher in die Großstadt, während Familien oder die älteren Generationen auch gerne in kleinere und mittlere Städte ziehen", erkläutert Mohn. Für die kleinen und Mittelstädte sei dieser Trend eine Chance für Wachstum.

Hauptsache Infrastruktur

„Damit diese Städte auch in Zukunft für die Menschen als Lebensort attraktiv bleiben, ist eine moderne und funktionierende Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung", ergänzt Petra Klug, Kommunalexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Hier sind die Kommunen in der Pflicht, bei Investitionen und Stadtplanungen die richtigen Prioritäten zu setzen. Wenn man dabei an den öffentlichen Personennahverkehr, ärztliche Versorgung oder Breitbandausbau denkt, ist klar, dass viele kleinere Städte dies nicht ohne Unterstützung von Land und Bund schaffen können."

Die Analyse "Trend Reurbanisierung? Analyse der Binnenwanderung in Deutschland 2006 bis 2015" im Original finden Sie hier.

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