Nachricht

AOZ passiert das Kabinett

Das Bundeskabinett hat den Weg für eine grundlegende Reform der Approbationsordnung für Zahnärzte freigemacht - nach über 60 Jahren stehen junge Zahnärzte nun kurz davor, eine Approbationsordnung zu erhalten, die den aktuellen wissenschaftlichen Anforderungen des Versorgungsgeschehens entspricht.

Die neue Approbationsordnung kommt! Laut BMG tritt der Großteil der Verordnung voraussichtlich am 1. Oktober 2018 in Kraft. Photographee.eu - Fotolia

Aktuell erfolgt die zahnärztliche Ausbildung bekanntlich auf der Grundlage der aus dem Jahr 1955 stammenden und seitdem weitgehend unveränderten Approbationsordnung für Zahnärzte.


"Mit einem 60 Jahre alten Auto lässt sich auch kein Formel-Eins-Rennen gewinnen!"

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) appelliert eindringlich an den Bundesrat und damit an die Bundesländer, mit einem schellen Beschluss nun endgültig den Weg für eine moderne Approbationsordnung frei zu machen.

„Junge Zahnärzte benötigen wegen der steigenden wissenschaftlichen Anforderungen der Zahnmedizin eine Approbationsordnung, die diesen Anforderungen gerecht wird", betonte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. "Mit einem 60 Jahre alten Auto lässt sich auch kein Formel-Eins-Rennen gewinnen!"

Die BZÄK habe sich laufend aktiv in die Diskussionen eingebracht, verdeutlichte Engel: "Im Interesse unserer Patienten und der nachwachsenden Zahnärztegeneration fordern wir, nun endlich zu einem Abschluss zu kommen, um die qualitativ hochwertige zahnmedizinische Versorgung nicht zu gefährden.".

Eine hochwertige und qualitätsgesicherte Zahnmedizin erfordert aus Sicht der BZÄK einen Ausbildungsstandard nach aktuellem Stand der Wissenschaft und entsprechende Rahmenbedingungen für die Hochschulen. Entsprechende Berechnungen hätten allerdings gezeigt, dass eine kostenneutrale Umsetzung der AppO-Z nicht möglich ist: "Die Politik ist damit in der Pflicht, sowohl die Ausbildungsbedingungen der angehenden Zahnärzte als auch die damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen laufend an die steigenden Versorgungsanforderungen anzupassen."


Zwar bieten die Universitäten im Rahmen der Möglichkeiten, die die Approbationsordnung erlaubt, auch heute schon eine moderne Ausbildung an: "Dennoch ist es wichtig und notwendig, auch die rechtlichen Grundlagen an die Weiterentwicklungen der letzten Jahre anzupassen und die Ausbildung zukunftsfest zu machen", heißt es in einer Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).


"Der Grundstein für eine moderne Lehre an den Universitäten"

Der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) hat sich seit Beginn der Entwicklung einer neuen Approbationsordnung für Zahnärzte (AppO-Z) inhaltlich eingebracht.

"Wir begrüßen die Verabschiedung der AppO-Z im Bundeskabinett, ab jetzt ist es in den Händen der Länder, die AppO-Z endgültig zu verabschieden und damit den Weg in eine moderne Zahnmedizin frei zu machen", betont der BdZM-Vorstand in einer Mitteilung. Die Novellierung der AppO-Z sei unabkömmlich und der Grundstein für eine moderne Lehre an den Universitäten. Mit der neuen AppO-Z werde auch die zahnmedizinische Ausbildung zu einem modernen und innovativen Studiengang, der im europäischen Vergleich wieder eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

"Wir freuen uns, dass die meisten unserer Kernforderungen, wie zum Beispiel die der integrierten klinischen Lehre, eine erhöhte Betreuung in den praktischen Kursen, problemorientierte Lehrveranstaltungen und ein Krankenpflegepraktikum in Kombination mit Famulaturen in Zahnarztpraxen vor oder während des Studiums, umgesetzt wurden", sagt der Vorsitzende Maximilian Voß."Darüber hinaus heißen wir es gut, dass es auch weiterhin allen zahnmedizinischen Fakultäten möglich bleibt, unabhängig von den medizinischen Fakultäten, einen Modellstudiengang zu etablieren."

Zur Finanzierung heißt es: "Von Anfang an stand für uns außer Frage, dass eine Novellierung nicht kostenneutral durchzuführen ist - daher fordern wir die Bundesländer dazu auf, sich der Bundesregierung anzuschließen und die zahnärztliche Ausbildung in Deutschland mit einer neuen AppO-Z voranzubringen und vor allem die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. Nur so kann eine zukunftsgerechte Ausbildung von Zahnärzten in Deutschland erfolgen. Der BdZM rädt dringend dazu, dass die AppO-Z noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet wird."


Das neue Studium

  1. Das Studium gliedert sich künftig in einen vorklinischen Studienabschnitt von vier Semestern, in dem das medizinische und das zahnmedizinische Grundlagenwissen vermittelt werden, und in einen klinischen Studienabschnitt von sechs Semestern für die praktische Ausbildung.
  2. Um Allgemeinerkrankungen künftig besser in der zahnmedizinischen Ausbildung abzubilden werden die Studiengänge Zahnmedizin und Medizin werden in den ersten Semestern angeglichen und der klinische Studienabschnitt wird durch mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen ergänzt,
  3. Im Sinne des Präventionsgedankens sollen die Schwerpunkte Vorsorge und Zahnerhaltung besser und frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen werden.
  4. Durch ein neues Wahlfach und die Einführung des Querschnittsbereichs „Wissenschaftliches Arbeiten“ will man die Fähigkeiten der Studentinnen und Studenten zum wissenschaftlichen Arbeiten gestärkt.
  5. Außerdem soll das Studium fächerübergreifend und problemorientiert ausgerichtet sein, um damit den Ansprüchen an eine moderne und interdisziplinäre Lehre gerecht zu werden. Verbessert wird zudem das Betreuungsverhältnis von Lehrenden zu Studierenden bei der praktischen Ausbildung.


"Eine moderne, an die fachlichen Weiterentwicklungen angepasste Ausbildung"

"Mit der längst überfälligen Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung setzen wir diesen Weg fort: Wir wollen künftigen Zahnärztinnen und Zahnärzten eine moderne, an die fachlichen Weiterentwicklungen angepasste Ausbildung bieten und legen damit den Grundstein dafür, dass den Patientinnen und Patienten auch weiterhin eine gute und hochwertige zahnärztliche Versorgung zu Gute kommt."

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe



Die Verordnung wird jetzt dem Bundesrat zur Zustimmung zugeleitet, der in seiner letzten Sitzung am 22. September darüber entscheiden soll. Laut BMG tritt der Großteil der Approbationsordnung voraussichtlich am 1. Oktober 2018 in Kraft.


17882691783896178388717838881788270 1788271 1783891
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare